Termine für Masterarbeitstreffen werden angezeigt unter

"Nachrichten aus dem Bereich Konzeption und Evaluation schulischer Förderung im Förderschwerpunkt Lernen".

 

Studierende haben, neben der Datenerhebung im Zuge eines Projekts, auch die Möglichkeit die Masterarbeit in der Lernambulanz GaRFIELd zu verfassen: Masterarbeit in der Lernambulanz des Lehrstuhls

 

Richtlinien zur Abfassung von Masterarbeiten am Lehrstuhl für Konzeption und Evaluation schulischer Förderung im Förderschwerpunkt Lernen

 

Aussageniveau

Masterarbeiten müssen eigenständige wissenschaftliche Leistungen darstellen. Das bedeutet, dass im wahrsten Sinne des Wortes in irgendeiner Form „Wissen geschaffen" werden soll. Natürlich kann man hierbei keine wesentlichen Beiträge zum Erkenntnisgewinn im Rahmen einer bestimmten Thematik erwarten. In der Regel stellen die Befunde, die mittels einer Masterarbeit zu Tage gefördert werden, nur einen äußerst kleinen Fortschritt im wissenschaftlichen Prozess dar. Dennoch sollten sie innovativ sein, also etwas Neues beinhalten. Damit ist gemeint, dass es entweder um die Bearbeitung einer gänzlich neuen Fragestellung geht. Oder man widmet sich der Replikation eines Befundes, dessen Bestätigung noch aussteht. Schriftliche Abhandlungen, die lediglich einen Überblick über die Literatur zu einem bestimmten Thema geben, kommen nicht in Frage (systematische Literatur-Reviews oder Meta-Analysen sind damit nicht gemeint). Masterarbeiten ähneln im Hinblick auf ihr Anliegen und ihre Struktur weniger Büchern bzw. Buchaufsätzen als vielmehr Forschungsbeiträgen in qualitativ hochwertigen Fachjournalen (wie z. B. "Empirische Sonderpädagogik", "Insights into Learning Disabilities", "Journal of Learning Disabilities", "Learning Disabilities: A Contemporary Journal", "Learning Disabilities: A Multidisciplinary Journal" , "Learning Disabilities Research & Practice" oder "Learning Disability Quarterly"). Eine wichtige Voraussetzung für das Anfertigen einer gelungenen Masterarbeit ist es somit, mit dem distanzierten und objektiven Sprachstil, der stringenten Argumentation und dem logischen Aufbau in wissenschaftlichen Zeitschriftenartikeln gut vertraut zu sein.

 

Themenwahl

Die Themen für Masterarbeiten werden an unserem Lehrstuhl normalerweise durch uns vergeben. Wir stellen in aller Regel eine Auswahl an Optionen zur Verfügung, die zur Denomination unseres Lehrstuhls und zur jeweiligen Expertise der betreuenden Person passen. Unter bestimmten Umständen ist es jedoch nicht ausgeschlossen, auch eigene Ideen umzusetzen.

 

Betreuung

Die Erstellung einer Masterarbeit vollzieht sich in folgenden vier Schritten:

1. Vorbereitung

2. Durchführung

3. Auswertung

4. Verschriftlichung

In der Vorbereitungsphase stellen wir ein Thema zur Verfügung oder helfen dabei, die Fragestellung so einzugrenzen, dass sie innerhalb der festgelegten Frist bearbeitet werden kann, wir korrigieren eingereichte Exposés und Gliederungen, wir geben Tipps im Hinblick auf wesentliche Literatur und wir helfen ggf, dabei, notwendige Genehmigungen für die Erhebung von Daten zu erhalten. Nach der Absprache des Themas ist ein (ca. fünfseitiges) Exposé einzureichen, das eine detaillierte Zeitplanung enthält und in dem der Forschungshintergrund und die Fragestellung beschrieben werden. Während der Durchführung beraten wir insbesondere bei auftretenden Schwierigkeiten. Im Zuge der Auswertung geben wir Tipps im Hinblick auf die Analyse des Datenmaterials, bieten kurze Einführungen in spezielle Verfahren an und beraten bei rechentechnischen Problemen. Während der letztendlichen Verschriftlichung der Arbeit helfen wir bei speziellen Fragen.

Mit einer Masterarbeit soll der Nachweis erbracht werden, dass jemand in der Lage ist, innerhalb eines begrenzten Zeitrahmens unter Anleitung eigenständig wissenschaftlich zu arbeiten. Es wird vorausgesetzt, dass man über die hierfür notwendigen Fertigkeiten bereits verfügt. Damit ist u. a. gemeint, dass man in Fachdatenbanken nach einschlägiger Literatur recherchieren, wissenschaftliche Texte (auch englischsprachige) verstehen und einordnen, nach gängigen APA-Richtlinien zitieren, einen Text gemäß den üblichen Gepflogenheiten gliedern und die wichtigsten Methoden der quantitativen und qualitativen Forschung anwenden kann. Natürlich müssen diese Fertigkeiten nicht in Perfektion beherrscht werden. Viele davon vertieft man erst im Laufe einer intensiven Auseinandersetzung. Allerdings ist es nicht der Sinn einer Betreuung von Masterarbeiten, in die systematische Literaturrecherche oder das Wesen der statistischen Datenanalyse einzuführen. Auch können wir ein Gesamtwerk vor seiner Abgabe nicht Korrektur lesen.

 

Formale Merkmale

Eine Masterarbeit umfasst in aller Regel 45 bis 50 DIN A 4-Seiten (110.000 bis 125.000 Zeichen, inklusive Leerzeichen). Starre Richtlinien existieren hier nicht. Im Hinblick auf Vorgaben zu Rändern, zu Schriftarten, zu Deckblättern, zur Zählart der Seiten, zu eidesstattlichen Erklärungen und zu Lebensläufen sind - soweit vorhanden - die Regelungen des Zentrums für LehrerInnenbildung (ZfL) zu beachten. Sofern hier keine Richtlinien vorliegen, können Sie Ihre Arbeit so gestalten, wie Sie es für sinnvoll erachten. Die Umstände, unter denen ein Werk auch von mehreren Studierenden verfasst werden kann, bestimmt das ZfL.

Im Hinblick auf das Anfertigen von Tabellen und Abbildungen, auf die Verwendung von Fußnoten, auf die Art der Zitierung im Text und auf die Zitierweise im Literaturverzeichnis gelten die in der Sonderpädagogik üblichen APA-Richtlinien. Eine Zusammenfassung, ein Abkürzungsverzeichnis und eine Erklärung über die Verwendung der weiblichen und männlichen Schreibweise können mit aufgenommen werden, müssen es aber nicht. Ausführliche Tabellen, die mehr als eine Seite umfassen, sind normalerweise in einen Anhang zu verschieben. Hier können darüber hinaus auch Materialien sowie Test- oder Protokollbögen angeführt werden. Der Anhang zählt bei der Bemessung der Gesamtseitenzahl nicht mit.

 

Bewertung

Die Beurteilung von Masterarbeiten geschieht unter inhaltlichen und formalen Gesichtspunkten. Außerdem fließt in die Benotung ein, wie selbstständig ein Projekt durchgeführt wurde. Mit „sehr gut“ benotete Werke weisen inhaltlich gesehen folgende Merkmale auf:

  • Die Gliederung folgt einem in den empirischen Sozialwissenschaften allgemein üblichen Schema und ist in sich stimmig. Hierbei stehen die einzelnen Kapitel und Unterkapitel bezüglich ihrer Ausführlichkeit in einem angemessenen Verhältnis zueinander.
  • Die Einleitung führt von einem allgemeinen theoretischen und empirischen Hintergrund in stimmiger Weise zu einer konkreten Fragestellung. Hierbei werden die notwendigen Begriffe geklärt und die relevanten Modelle in angemessener Präzision referiert. Zentrale und aktuelle Studien in deutscher und englischer Sprache, die für die spezifische Thematik von Bedeutung sind, finden Berücksichtigung. Alle wesentlichen Aussagen werden durch seriöse Quellen belegt.
  • Das Vorgehen zur Bearbeitung der Fragestellung wird umfassend beschrieben. Alle wesentlichen Informationen (z. B. über die Stichprobe, die Erhebungsinstrumente, das Design der Studie, den Untersuchungsverlauf, …) sind enthalten. Darüber hinaus ist das Vorgehen für die Bearbeitung der Fragestellung geeignet.
  • Die Auswertung geschieht mittels angemessener Verfahren und in korrekter Weise. Alle Tabellen und Abbildungen, die zur Ergebnisdarstellung verwendet werden, sind klar und verständlich.
  • Nach der Präsentation der Befunde wird die am Ende der Einleitung formulierte Fragestellung explizit beantwortet. Die Interpretation geschieht in nüchterner und realitätsbezogener Weise. Es folgt eine kritische Reflexion des eigenen methodischen Vorgehens und eine Auseinandersetzung mit möglichen praktischen Implikationen der Ergebnisse. Schließlich wird darüber resümiert, wie sich die eigenen Resultate in die momentane Befundlage einordnen lassen, welche Fragen offen geblieben sind und wo Ansatzpunkte für zukünftige wissenschaftliche Arbeiten bestehen.

Unter formaler Perspektive erfüllen die mit „sehr gut“ bewerteten Arbeiten folgende Kriterien:

  • Alle Bestandteile einer Masterarbeit sind vorhanden.
  • Sofern das ZfL Hinweise zur Erstellung von Masterarbeiten formuliert, werden diese berücksichtigt.
  • Die Gliederung erfüllt alle Vorgaben, die in den gängigen Richtlinien zur Manuskriptgestaltung dargelegt sind.
  • Die Zitierweise im Text und die Zitierweise im Literaturverzeichnis sind einheitlich und entsprechen ebenfalls den üblichen Standards.
  • Die Ausführungen sind leicht lesbar und verständlich, der Sprachstil ist präzise und wissenschaftlich neutral.
  • Der Text enthält wenig oder keine Rechtschreib-, Grammatik- oder Kommafehler.

Bezogen auf den Grad der Selbstständigkeit zeichnet sich ein Betreuungsverhältnis bei sehr guten Arbeiten durch folgende Eigenschaften aus:

  • Die Kandidatin bzw. der Kandidat meldet sich aus eigenem Antrieb bei uns, um die Weichenstellungen der Arbeit (Präzisierung der Fragestellung, Festlegung der Gliederung, Wahl des Untersuchungsvorgehens und der Auswertungsmethoden, …) zu besprechen und uns über den jeweils aktuellen Stand der Dinge zu informieren.
  • Es gibt keine Fragen zu klären, die auf mangelnde Grundfertigkeiten der Kandidatin bzw. des Kandidaten zurückzuführen sind.
  • Die Kandidatin bzw. der Kandidat arbeitet sich schnell und eigenständig in spezielle Theorien, Erhebungsinstrumente, Fördermethoden, Auswertungsverfahren usw. ein und benötigt hierbei durch uns nur wenig Hilfestellungen.
  • Die Kandidatin bzw. der Kandidat ist bemüht, für auftretende Probleme selbst Lösungen zu finden und sie erst danach mit uns zu diskutieren.
  • Die Kandidatin bzw. der Kandidat bringt eigene Ideen in die Arbeit mit ein.
  • Die Kandidatin bzw. der Kandidat präsentiert die eigene Arbeit im Rahmen unseres lehrstuhlinternen Kolloquiums und stellt sich hierbei kritischen Fragen.
  • Der Betreuungsaufwand umfasst insgesamt nicht mehr als sieben Einzeltermine.