Dissertationsprojekte

Aktuelle Promotionsvorhaben am Lehrstuhl Prof'in Dr. Kerstin Ziemen.

 

Christin Kupitz

Arbeitstitel: Der mediale Habitus von SonderpädagogInnen im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung

Abstract: Bildung mit, über und durch Medien spielt in unserer mediatisierten Gesellschaft (vgl. Krotz 2007) eine essenzielle Rolle für gesellschaftliche Teilhabe (vgl. Zorn et al. 2019, 23). Menschen mit Behinderungen wird die digitale Teilhabe jedoch durch verschiedene (z.B. ökonomische, technische, soziale) Barrieren erschwert. Das zeigt die Digital (Disabilty) Divide Forschung (vgl. u.a. Sachdeva et al. 2015) sowie die 2016 erschiene bundesweite Stichprobe zur „Mediennutzung von Menschen mit Behinderungen“ (Bosse, Hasebrink). Als zentrales Ergebnis wird herausgestellt, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten, verglichen mit der Gesamtbevölkerung und der Vergleichsgruppe, am stärksten vom Digital Disability Divide betroffen sind. Dabei sind (digitale) Medien „[…] ein wichtiger Promotor von Prozessen der Selbstbestimmung, Partizipation und Inklusion“ (Freese, Mayerle 2015, 382), sodass ihnen auch in der UN-BRK (2008) eine Querschnittsaufgabe zukommt. Zwar sind auf schulpolitischer Ebene Maßnahmen (z.B. Digitalpakt (2019), KMK-Strategiepapier „Bildung in der digitalen Welt“ (2016)) ergriffen worden, es zeigt sich allerdings, dass die technische Ausstattung und bloße Indoktrination neuer Medien nicht zur Verbesserung der Medienkompetenz (Baacke 1997) führen. Dies belegen Studien (u.a. ICILS), welche jedoch Förderschulen in ihren Erhebungen nicht berücksichtigen.
Ein vielversprechender Ansatz zur weiteren Ursachenforschung bietet das Habituskonzept nach Bourdieu (1987) (vgl. Kommer 2010). Die Frage nach den Dispositionen – mithin also dem medialen Habitus – der SonderpädagogInnen stellt einen relevanten Faktor dar, denn als „gatekeeper“ sind sie maßgeblich mitverantwortlich für die digitale Teilhabe ihrer SchülerInnen. In diesem Forschungsvorhaben sollen daher die habituell verankerten Dispositionen von SonderpädagogInnen im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung in Bezug zu digitalen Medien mithilfe der Grounded Theory offengelegt werden, um mit dem Ursachenwissen entsprechende Handlungskonzepte für die Praxis (der LehrerInnenbildung) zu eruieren.

 

Pia Schwarzenberg

Arbeitstitel: Möglichkeitsräume in Transitionssituationen durch eine Diagnostik als Rehistorisierung im Kontext sogenannter geistiger Behinderung und zugeschriebenen herausfordernden Verhaltensweisen.

Abstract: Die menschliche Ontogenese vollzieht sich durch Tätigkeit in einer phylogenetisch geprägten Lebensumwelt. Jede Entwicklung bedarf Möglichkeitsräume, die durch Dialog und Kommunikation in Kooperation geschaffen werden müssen. Diese kulturhistorische Sichtweise schließt alle Menschen unabhängig von individuellen Entwicklungsdispositionen ein. Jedes beobachtbare und demnach bewertbare Verhalten einer erlebenden und handelnden Person ist in Tätigkeit eingebettet und für sie in diesem Moment subjektiv sinnvoll und zweckhaft. Gerade Transitionssituationen können durch als herausfordernd bewertetes Verhalten bewältigt werden, wenn sie als krisenhafter Umbruch erlebt werden und keine alternativen Handlungsstrategien zur Verfügung stehen.
Dies (an-) zu erkennen, erfordert im pädagogischen Kontext Beobachtungs-, Handlungs- und Reflexionskompetenzen der beteiligten Akteur*innen. Eine Diagnostik als Rehistorisierung als eine verstehende Diagnostik bietet hierzu vielseitige Ansatzpunkte. Sie kann dazu beitragen Möglichkeitsräume für alle am Prozess beteiligten Personen zu eröffnen.
Daraus ergibt sich die Fragestellung: Wie kann der Theorie-Praxis-Transfer in Transitionssituationen durch eine Diagnostik als Rehistorisierung im Kontext sogenannter geistiger Behinderung und zugeschriebenen herausfordernden Verhaltensweisen unterstützt werden, um Möglichkeitsräume für Entwicklung zu schaffen?
In einem qualitativen Forschungsansatz soll hinsichtlich des Theorie-Praxis-Transfers kritisch untersucht werden, wie Leitgedanken einer Diagnostik als Rehistorisierung und der kulturhistorischen Theorie entlang der oben genannten Fragestellung umgesetzt werden (können).

 

Tim Rosemann

Arbeitstitel: Inklusiver Mathematikunterricht am Beispiel des Stellenwertsystems – Impulse zur Gestaltung des mathematischen Anfangsunterrichts.

Abstract: Eine der didaktischen Kernherausforderungen für die inklusive Unterrichtsgestaltung ist die Notwendigkeit, die Antinomie von Individualisierung und Gemeinschaft gewinnbringend aufzulösen. Dabei ist eine hochdifferenzierte und vom basalsten Niveau ausgehende Analyse der Sache vonnöten, damit Chancen der Kooperation am gemeinsamen Gegenstand auf individuellen Niveaus erkenntlich werden können. Besonders bezüglich des Kulturgutes Zahl ist dies innerhalb der Mathematikdidaktik bisher unzureichend geleistet worden (vgl. Rosemann & Schwarzenberg 2019). Innerhalb des Dissertationsvorhabens wird daher den Fragen nachgegangen, wie (I.) eine solche Analyse auf Basis kulturhistorischer Überlegungen vollzogen werden kann und wie (II.) ein potentialentfaltender inklusiver (Anfangs-)Unterricht bzgl. der Zahl und des Rechnens für alle Schülerinnen und Schüler möglich wird. Dementsprechend wird das Ziel verfolgt nicht allein das Verhältnis von unterschiedlichen Zahlabstraktionsstufen zu klären, sondern korrespondierend damit auch konkrete didaktische Vorgehensweisen zum stufenweisen Erwerb dieser Abstraktionen zu beschreiben. Dabei ist die These tragend, dass diese im Stellenwertsystem realisierten Abstraktionen so vielschichtig sind, dass sie ähnlich ihrer Phylogenese auch in der Ontogenese schrittweise entwickelt werden sollten. Demzufolge muss eine schöpferische Einsicht in die durch die Innovationen hin zur Entwicklung des Stellenwertsystems gelösten mathematischen Probleme angestrebt werden.

Hendrik Lux

Arbeitstitel: Inklusion und Exklusion von Schüler/innen mit geistigen Behinderungen im ägyptischen Schulsystem
 
Abstract: Ägypten hat seit Unterzeichnung der UN-BRK im Jahr 2008 politische und rechtliche Schritte zur schulischen Inklusion von Menschen mit Behinderungen unternommen. Dennoch besuchten im Jahr 2013 nur 1,8% aller Menschen mit Behinderungen im schulpflichtigen Alter eine Schule. Die Dissertation fragt, welche Prozesse und Strukturen Inklusion und Exklusion in Ägypten begünstigen und welche Entwicklungen die beteiligten Akteure (insbesondere Schulleitungen, Lehrpersonen und Eltern) wahrnehmen.
Die Daten werden zum größten Teil durch qualitative Methoden wie Interviews und Beobachtungen erhoben und durch statistische Auswertungen ergänzt. Die Analyse gründet auf einer konstruktivistischen Auslegung der Grounded Theory, um anhand der Daten (Kern-)Kategorien zu generieren und eine Theoriebildung zu Inklusions- und Exklusionsprozessen in Ägypten anzustreben. Die Arbeit reiht sich in eine steigende Anzahl an Untersuchungen zur Inklusion im sogenannten "Global South" ein. Durch diese Verortung werden (post-)koloniale Zusammenhänge und eventuelle Fehlrepräsentationen der Menschen durch Forschung aus dem globalen Norden im Forschungsvorhaben sichtbar. 

 

Maria Kreilinger

Arbeitstitel: Inklusiver Unterricht als Herausforderung. Inklusive Bildung für Kinder mit schwerer geistiger Behinderung und/oder sozial-emotionaler Benachteiligung?
Gelingende Faktoren aus Sicht der Lehrerinnen.



Abstract: Sozial und emotional benachteiligte Kinder sowie Kinder mit der Diagnose schwere geistige Behinderung gelten nach wie vor als größte Herausforderung in sogenannten Integrationsklassen und werden überwiegend in Sonderschulklassen unterrichtet.
Durch die wissenschaftliche Arbeit sollen Bedingungen sichtbar gemacht werden, unter denen inklusiver Unterricht mit Kindern mit SPF (Sonderpädagogischem Förderbedarf) aufgrund des Verhaltens bzw. aufgrund schwerer geistiger Behinderung gelingen kann.
Durch internationale Vergleiche (Bsp.: Kanada) soll ein Referenzrahmen geschaffen werden, wie inklusive Bildung auch für oben beschriebene Kinder möglich gemacht werden kann.
Wege für eine optimale Bildung innerhalb der allgemeinen Schule werden durch Interviews mit LehrerInnen im Bundesland Salzburg (Österreich) erforscht. Unterstützungssysteme und belastende Faktoren werden aufgezeigt.



Mara Wittenhorst

Arbeitstitel: Vorstellungen, Bilder und Modelle von geistiger Behinderung in der Heil-, Sonder- und Behindertenpädagogik unter dem Einfluss der Medizin

Abstract: Betrachtet man die Heil-, Sonder- und Behindertenpädagogik aushistorischer Perspektive und nimmt dabei insbesondere den Behinderungsbegriff und das Denken über Behinderung in den Blick, erscheint die Medizin als so bedeutend, dass zum Teil bis heute eine untrennbare Verknüpfung von Krankheits- und Behinderungsbegriffen sowie von medizinischem und pädagogischem Denken und Handeln konstatiert wird.
In dem Promotionsvorhaben werden gezielt Artikel aus Fachzeitschriften der wissenschaftlichen Heil‑, Sonder- und Behindertenpädagogik der letzten 65 Jahre untersucht. Anhand dieser Analyse soll geklärt werden, inwieweit latenter oder manifester Einfluss auf die Sprache der genannten pädagogischen Disziplinen durch die Medizin erkennbar ist. Da Denkprozesse sich in Sprache vollziehen, führt die Analyse von Sprache auch zu Erkenntnissen über das Denken. Das Denken der Heil-, Sonder- undBehindertenpädagogik umfasst unter anderem Vorstellungen, Bilder und Modelle von geistiger Behinderung. Diese prägen bis heute die gesellschaftliche und wissenschaftliche Hervorbringungen von geistiger Behinderung. Besonders im Zuge der Inklusionsbestrebungen gilt es, die vorherrschenden Vorstellungen, Bilder und Modelle von geistiger Behinderung kritisch zu hinterfragen und herauszufinden, inwiefern diesebis heute tatsächlich durch die Medizin geprägt werden. Denn durch die Medizin beeinflusste Vorstellungen, Bilder und Modelle können zu einem zentralen Exklusionsrisiko für Menschen mit geistiger Behinderung werden. Nur durch die Rekonstruktion der gesellschaftlich-historischen und wissenschaftlichen Hervorbringung von geistiger Behinderung und Kritik an dieser, wird eine Überwindung bzw. grundlegende Neugestaltung der gegenwärtigen Exklusionsrisiken möglich. Die Analyse der Sprache in Fachzeitschriften kann zur Rekonstruktion der wissenschaftlichen Hervorbringung von geistiger Behinderung in der Heil-, Sonder- und Behindertenpädagogik beitragen und hat so besondere Relevanz für die kritische Betrachtung und Überwindung dieses Prozesses.

 

Benjamin Badstieber (abgeschlossen)


Arbeitstitel:Inklusive Schulentwicklungsprozesse nachhaltig und wirksam gestalten - Bedeutung für das Leitungshandeln von Schulleiter/-innen (Arbeitstitel)

Abstract: Spätestens seit der Ratifizierung der UN-BRK ist die Ausgestaltung eines „inclusive school systems at all levels" in Deutschland zu einem bedeutenden, umfassenden und tiefgreifenden Reformauftrag geworden. Die Umsetzung der Menschenrechte ist nicht mit kurzfristigen, zusätzlichen Maßnahmen zu realisieren. Vielmehr macht Inklusion einen Paradigmenwechsel notwendig, der die derzeitige Gestaltung schulischer Kulturen, Praktiken und Strukturen grundsätzlich in Frage stellt. (vgl. Wernstedt 2010)
Die Forschung zur Schulentwicklung und Steuerung hat dabei früh zeigen können, dass trotz der Notwendigkeit zentralisierter Steuerungs- und Reformprozesse sich die Qualität und Wirkungsweise der schulpolitischer Reformen auf Ebene der Einzelschule entscheidet. (vgl. u.a. Rolff 2007, 13) Schulleitungen nehmen in diesen tiefgreifenden Schulentwicklungsprozessen grundsätzlich eine zentrale Rolle ein. Qualität, Wirksamkeit und Erfolg von schulpolitischen Reformen hängen in hohem Maße von den Leistungen der Schulleitungen ab. (vgl. u.a. Huber 2009) Dies gilt insbesondere auch für die Umsetzung der Inklusion (vgl. u.a. Amrhein 2011).
Empirisch gesicherte Erkenntnisse, wie Schulleitungen und Schulleiter Inklusion wirksam und nachhaltig an ihrer Schule umsetzen können, fehlen bis heute weitestgehend. Tatsächlich existiert eine massive Forschungslücke für den Bereich „Leitungshandeln in inklusiven Schulentwicklungsprozessen".
Das geplante Promotionsvorhaben rückt daher den Schulentwicklungsprozesse zur Umsetzung der Inklusion aus der Perspektive von Schulleiterinnen und Schulleitern in den Blick. Es ist in ein dreijähriges (2014-2017) von der Deutschen Gesellschaft Unfallversicherung (DGUV) gefördertes und in Kooperation mit Frau Vertr.- Prof. Dr. Amrhein und Frau Prof. Dr. Ziemen konzipiertes Projekt eingebunden. Übergeordnetes Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Schulleitungen zukünftig die Umsetzung inklusiver Schulentwicklungsprozesse wirksam und nachhaltig auf der Ebene ihrer jeweiligen Einzelschule steuern und gestalten können.
Das Forschungsdesign sieht eine Kombination aus mehreren Erhebungsverfahren vor. Es werden quantitativ ausgerichtete, schriftlich standardisierte Befragung mit einem Fragebogen, qualitativ ausgerichtete Fallstudien an Einzelschulen anhand von leitfadengestützten Interviews und Gruppendiskussionen durchgeführt werden.

 

Hannah Nitschmann (Zweitbegutachtung)

Arbeitstitel: Inklusion und Anerkennung – Eine qualitative Untersuchung zu Praktiken des (un)doing difference im Zuge des unterrichtlichen Anerkennungsgeschehens unter besonderer Berücksichtigung von Körperlichkeit‘

Abstract: Das Promotionsvorhaben widmet sich der Frage, wie sich die im Zuge der Inklusion allerorts geforderte ‚Anerkennung von Vielfalt‘ konkret in Unterrichtssituationen gestaltet und welche ambivalenten Effekte hiermit möglicherweise verbunden sind. Unter Bezugnahme auf die Anerkennungstheorie Judith Butlers fokussiert die Arbeit insbesondere nonverbale Interaktionsprozesse zwischen Schülerinnen und Schülern im inklusionsorientierten Unterricht und untersucht deren Wechselspiel mit vorherrschenden ‚Normen der Anerkennbarkeit‘. Die komplexe und dem bloßen Auge in ihrer Flüchtigkeit kaum zugängliche Ebene der Körperlichkeit im Unterricht zu beleuchten sowie deren Wirkmächtigkeit für Anerkennungsprozesse im Kontext von Inklusion systematisch herauszuarbeiten ist Ziel dieser Arbeit. Der Fokus auf die körperlichen Interaktionsprozesse hat zudem insofern ein inklusives Potential, als dass auch jene Schüler_innen als Subjekte der Anerkennung in den Blick geraten, die nicht verbalsprachlich, sondern in erster Linie mit körpereigenen Mitteln kommunizieren. Das Promotionsvorhaben ist eingebunden in ein dreijähriges (2017-2019) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Projekt (KuBIn - Kulturelle Bildung und Inklusion) (vgl. https://www.hf.uni-koeln.de/39129). Die Datengrundlage des Promotionsvorhabens bilden Beobachtungsprotokolle und Videoaufzeichnungen an drei Kölner Grundschulen zu drei Erhebungszeitpunkten (Explorativ-, Haupt- und Nacherhebung). 

 

Christa Hölzl (abgeschlossen)

SonderpädagogInnen als GutachterInnen?
Gutachtenerstellung aus der Perspektive von SonderpädagogInnen als GutachterInnen


Abstract: Das „sonderpädagogische Gutachten" wird in Österreich von SonderpädagogInnen erstellt und  dient als Grundlage für einen „Sonderpädagogischen Förderbedarf" (SPF). Mittels Literaturanalyse findet eine kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff des Sonderpädagogischen Förderbedarfs hinsichtlich der (sonder)pädagogischen Diagnostik statt.  In der Studie werden durch einen internationalen Ländervergleich die Entwicklungen von (sonder)pädagogischen Diagnoseprozessen mit Blick auf inklusive Bildung erforscht.
Schwerpunkt der Dissertation ist die Untersuchung der Arbeit von GutachterInnen im Spannungsfeld zwischen Rechtsgrundlage, fachlicher Basis und menschlicher Dimension. Mit der methodischen Brille der Metaphernanalyse werden die zum Teil ambivalenten und widersprüchlichen Handlungsweisen der SonderpädagogInnen im (sonder)pädagogischen Diagnoseprozess analysiert. Aus der Perspektive der interviewten GutachterInnen wird deren sozialer Raum forschend betreten.



Andreas Köpfer (abgeschlossen)

Inclusion in Canada - Analyse inclusiver Unterrichtsprozesse, Unterstützungsstrukturen und Rollen am Beispiel kanadischer Schulen in den Provinzen New Brunswick, Prince Edward Island und Québec

Abstract: In diesem Promotionsvorhaben wird das kanadische inclusive Schulsystem exemplarisch und bezogen auf die drei Hauptaspekte Unterricht/Didaktik, Unterstützungsstrukturen und Rollenverhalten der entsprechenden Personen untersucht. Besondere Berücksichtigung finden hierbei Kinder und Jugendliche, denen eine geistige Behinderung zugeschrieben wird. Hier wird untersucht, wie die Provinzen New Brunswick, Prince Edward Island und Québec mit ihrer bis zu 20-jährigen Erfahrung mit Inclusion mit der Heterogenität der Schülerschaft umgehen und insbesondere Unterstützungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung implementiert haben. Das Forschungsdesign hält eine ethnographische Feldforschung bereit, in welcher mittels (Experten-) Interviews, Unterrichtsbeobachtungen und Forschungstagebuch qualitative Methoden angewandt werden. Als methodologische Basis dient die Grounded Theory Methodology. Wissenschaftstheoretische Bezugspunkte findet die Arbeit in der Sozialtheorie Bourdieus und in der Verhaltens- und Kommunikationstheorie Goffmans.