Willkommen im Arbeitsbereich des Lehrstuhls für Soziale Arbeit und Erziehungshilfe


(Prof.'in Dr. Nadia Kutscher)

 

 

Nachrichten aus dem Bereich Lehrstuhl für Erziehungshilfe und Soziale Arbeit :

Werden Wahlen heute im Internet entschieden?
Wie groß ist der Einfluss von Online-Medien auf die Meinungsbildung und somit auch auf das Wahlverhalten? Welche Chancen und Gefahren entstehen durch die zunehmende digitale Kommunikation für unsere Demokratie? Das und vieles mehr möchten wir mit Ihnen diskutieren.

Forumsprofessur: Dr. Damian Tambini
Wir freuen uns auf den Besuch des britischen Forschers Dr. Damian Tambini. Er ist ausgewiesener Experte für Medien in Demokratien, Medienpolitik, Plattformregulierung und öffentliche Kommunikation.
Damian Tambini ist "Distinguished Policy Fellow" und Professor an der London School of Economics. Er hatte Gastprofessuren an der Central European University in Wien, an der Universität von Perugia in Italien. Zuvor war er Direktor des Programms für vergleichendes Medienrecht und -politik an der Universität Oxford.
Tambini arbeitete als Berater für die britische Regierung, die Europäische Kommission und den Europarat. Weitehin ist er Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher und Artikel über Medien, Regierungsführung und demokratische Kommunikation. Tambini engaierte sich in den Beiräten zahlreicher zivilgesellschaftlicher Kampagnen tätig, darunter das Forum on Information and Democracy, der Digital Freedom Fund, die Open Rights Group und die Media Reform Coalition.

Weitere Informationen:
https://ub.uni-koeln.de/kulturprogramm/dialogformate/dialog-2024/internet-politik
Jugendliche und junge Erwachsene sind ebenso wie andere Gruppen davon abhängig, dass sie in der Digitalpolitik mit ihren Interessen und Bedürfnissen wahrgenommen und berücksichtigt werden. Die Arbeitsstelle Eigenständige Jugendpolitik – jugendgerecht.de hat Expert*innen aus Jugend- und Digitalpolitik eingeladen, um gemeinsam zu beraten, wie eine jugendgerechte Entwicklung in der Digitalpolitik aussehen sollte. Thematischer Schwerpunkt war der Übergang von der Schule in den Beruf. Die Denkwerkstatt hat sich, unter Mitwirkung von Professorin Dr. Nadia Kutscher mit den konkreten Handlungsbedarfen für eine Digitalpolitik im Übergangsbereich auseinandergesetzt und in 10 Punkten benannt, was politisch geschehen muss: Digitalpolitik jugendgerecht ausgestalten! 10 Eckpunkte zur Digitalisierung im Bereich „Übergänge Schule zu Beruf“ .
Weitere Informationen zur Denkwerkstatt und den Mitwirkenden finden sich hier https://www.jugendgerecht.de/eigenstaendige-jugendpolitik/denkwerkstaetten/jugendgerechte-digitalpolitik/
Der nächste Jugendbericht des EU-Landes Luxemburg adressiert das Thema Digitalisierung im Kontext des Aufwachsens von Jugendlichen. Ein wissenschaftlicher Beirat, in den Professorin Dr. Nadia Kutscher berufen wurde, begleitet die Erstellung des Jugendberichts bis zu seiner Fertigstellung im Jahr 2026.

Weitere Informationen zum Jugendbericht Luxemburg: https://www.jugend-in-luxemburg.lu/projekt/jugendbericht-2025/
Das seit Jahren am Lehrstuhl für Erziehungshilfe und Soziale Arbeit angesiedelte Fachzentrum Erziehungshilfen traf sich nach mehrjähriger Pause am 24. April und nahm seine Arbeit als Denkraum zwischen Praxis, Wissenschaft und Politik wieder auf. Im Zentrum stand ein spannender Austausch zum aktuellen Thema Fachkräftemangel in der Kinder- und Jugendhilfe, an dem sich Trägervertreter*innen von Organisationen der Kinder- und Jugendhilfe aus der Region, des LVR-Landesjugendamts sowie der beim Staatssekretär im Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKJFGFI NRW) verorteten Koordinationsstelle Fachkräfteoffensive beteiligten.
Das Fachzentrum Erziehungshilfen versteht sich als Plattform für die Diskussion aktueller Themen in der Kinder- und Jugendhilfe und damit verbundenen institutionellen Feldern, für fachlichen Austausch sowie die Planung von fachöffentlichen Veranstaltungen und weiteren Anlässen.
Von 6.-8. Mai besuchte eine Abordnung des Lehrstuhls für Erziehungshilfe und Soziale Arbeit das Department of Social Work and Social Pedagogy an der Universität Gent, um gemeinsame Forschungsperspektiven und Möglichkeiten des Austauschs im Kontext von Lehre zu beraten. Künftig ist geplant, weitere Kooperationen im Kontext von Schnittstellenthemen wie Soziale Arbeit in der Transformationsgesellschaft, institutionelle Settings im Kontext von Delinquenz und Devianz an der Grenze von Jugendhilfe und Jugendstrafvollzug sowie Theorieentwicklung Sozialer Arbeit auszuloten und weiter zu verfolgen.
Am 10. Mai 2024 wurde Annika Dedy mit ihrer Dissertation zum Thema "Zwischen Normalitätsanspruch und Behinderungsbedingungen. Annäherung an die Perspektive(n) jugendlicher ‚Grenzgänger*innen‘" nach erfolgreicher Disputation promoviert.

Die von Frau Annika Stefanie Dedy vorgelegte Dissertation befasst sich mit einem in der Sonderpädagogik vielfach thematisierten ‚Phänomen‘: den sogenannten ‚Grenzgänger*innen‘. Hierbei handelt es sich um Kinder bzw. Jugendliche, die im Laufe ihrer Schullaufbahn im Rahmen der Diagnostikverfahren mit dem Ziel der Zuordnung zu einem Förderschwerpunkt (FSP) für eine passgenaue sonderpädagogische Förderung unterschiedliche förderschwerpunktbezogene Zuweisungen – hier vor allem: letztlich eine Zuweisung zum FSP „Geistige Entwicklung“ – erhalten. Im Diskurs werden diese Schüler*innen als ‚Grenzgänger*innen‘ bezeichnet, da im Zusammenhang dieser Begutachtungen die Eindeutigkeit sonderpädagogischer Diagnostik entlang der Grenzen verschiedener Förderschwerpunkte in Frage gestellt wird. Frau Dedy fokussiert damit ein in der Praxis häufig vorkommendes und viel diskutiertes Problem, das im Kontext von Qualitätsfragen der (in Nordrhein-Westfalen: AO-SF-)Diagnostik, als praktisches Problem seitens der Lehrkräfte im Förderschulalltag sowie insbesondere als folgenreiche Erfahrung mit Wirkungen für die Zukunft auf Seiten der Schüler*innen relevant wird. Während sich die Bezeichnung 'Grenzgänger*innen' in der Praxis etabliert hat, verweist die Arbeit von Frau Dedy auf die Fragwürdigkeit dieser Bezeichnung, die auf ein strukturelles Problem im Kontext sonderpädagogischer Diagnostik hinweist.
Fujii, Michi S./Kutscher, Nadia/Friedrichs-Liesenkötter, Henrike/Hüttmann, Jana (Hrsg.) (2024): Bildungsteilhabe - Flucht - Digitalisierung. Eine multilokale Ethnografie im (digitalen) Alltag junger Geflüchteter. Weinheim: Beltz. (in Vorbereitung)

Fujii, Michi S./Rink, Konstantin/Weber, Joshua (2023): Digitale Artefakte in der Situation: Impulse situationsanalytisch ausgerichteter Arbeiten zum Status von Materialität. In: FQS. Forum Qualitative Sozialforschung. Schwerpunktheft Soziale Welten, Arenen und Situationsanalysen, 24 (2), Art. 8. URL: https://dx.doi.org/10.17169/fqs-24.2.4060

Kutscher, N. (2024): Digitalität und Digitalisierung als Gegenstand der Sozialen Arbeit. In: Kurtz, T./Meister, Dorothee M./Sander, U. (Hrsg.).: Digitale Medien und die Produktion von Wissenschaft. Wissenschaftliches Forschen, Schreiben und Publizieren in den Geistes- und Sozialwissenschaften unter den Bedingungen des digitalen Wandels. S. 121-144.

Lobbe, L./Gitzel, S./Horn, S. (2024): Kinderarmut und Digitalisierung. Ein Interview mit Nadia Kutscher. In: Rahn, P./Zimmerman, S. (Hrsg.): Kinderarmut verstehen und bekämpfen. Opladen & Toronto: utb/Verlag Barbara Budrich, S. 125-137.

Fujii, Michi S./Kutscher, Nadia/Niermann, Klara-Marie (2022a): Grenzen pädagogischen Handelns: Medienbildung zwischen Anerkennung und Handlungsbefähigung. In: Damberger, Thomas/Schell Kiehl, Ines/Wahl, Johannes (Hrsg.): Pädagogik, Soziale Arbeit und Digitalität. Beltz (im Erscheinen).

Fujii, Michi S./Kutscher, Nadia/Niermann, Klara-Marie (2022b):Limitations of Pedagogical Interventions: Recognition and Agency in the Context of Digital Media-Related Bildung. In: Kergel, David/Garsdahl, Jesper/Paulsen, Michael /Heidkamp-Kergel, Birte (Hrsg.): Bildung in the Digital Age. Exploring Bildung through Digital Media in Education. Routledge.

Kutscher, N./Niermann, K.-M. (2022): Digitalisierung als Herausforderung für die Profession. In: Jugendhilfe 4/2022, S. 330-335

Schneider, L., Zimmermann, R. (2021): "EXIT – EnterLife e.V. – Von einer Studierendeninitiative zum freien Jugendhilfeträger - Entstehungsgeschichte, Arbeitsgrundlagen, Irrwege und Ausblick. In: Kaplan, A. & Roos, S. (Hrsg.). Delinquenz bei jungen Menschen – Ein genuines Handlungs- und Forschungsfeld der Sonderpädagogik emotionaler und sozialer Entwicklung. Festschrift zur Emeritierung von Prof. Dr. Philipp Walkenhorst. SpringerVS: Wiesbaden.

Beloch, F. (2022): Alles eine Frage der Kompetenzen? Faktoren für eine gelingende Digitalisierung der sozialarbeiterischen Praxis. FORUM sozialarbeit + gesundheit, 02/2022, S. 42-44.