Kommunizieren (in) der Krise [Communicating (in) the Crisis]

Gesundheitskompetenz und (besondere) Vulnerabilitäten von Menschen mit komplexen Behinderungen in der Corona-Pandemie

 

FörderungVolkswagenStiftung

Zeitraum:  April 2021 – September 2022

 

Hintergrund: Gesundheitsbezogene Informationen werden immer wichtiger!

Um gesund zu bleiben, Krankheiten zu vermeiden oder gut auszukurieren, ist es hilfreich, sich mit gesundheitsbezogenen Themen auseinanderzusetzen. Insbesondere in der Corona-Pandemie wurde und wird immer wieder deutlich, wie wichtig aber auch wie herausfordernd das sein kann: Die Informationslage ändert sich zum Teil täglich: manche Erkenntnisse und Verhaltensgebote bleiben erhalten, viele werden angepasst und erweitert, manche auch verworfen (z.B. die Empfehlung, Alltagsmasken zu tragen). Häufig werden diese gesundheits- und pandemie-bezogenen Informationen so aufgearbeitet, dass sie von einem großen Teil der Bevölkerung verstanden werden. Doch was ist mit Menschen mit komplexen Behinderungen? Werden sie von gesundheitsbezogenen Informationsangeboten angesprochen? Das möchte unser Forschungsprojekt genauer untersuchen.

Wen meinen wir mit Menschen mit komplexen Behinderungen?

Zielgruppe unserer Forschung ist der Personenkreis der Menschen mit komplexen Behinderungen. Darunter verstehen wir Menschen mit einer meist schweren geistigen Behinderung, bei denen die Kommunikation sowie das Verstehen und Verständigen oft eine alltägliche Herausforderung darstellt. Häufig teilen sich diese Menschen nicht in gewohnter (z.B. verbalsprachlicher) Weise mit. Darüber hinaus liegen oft weitere Beeinträchtigungen vor (z.B. der Motorik, der Wahrnehmung oder der sozial-emotionalen Entwicklung). Aufgrund komplexer und miteinander verwobener Beeinträchtigungen sind Menschen mit komplexen Behinderungen auf umfassende, meist lebenslange Unterstützung bei allen alltäglichen Aktivitäten und Aufgaben angewiesen.

Was meinen wir mit gesundheitsbezogenen Informationen?

Wie deutlich wurde, sind Menschen mit komplexen Behinderungen häufig mit zusätzlichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen konfrontiert, z.B. infolge körperlicher Beeinträchtigungen, chronischer Erkrankungen oder belastender Lebensumstände. In unserem Forschungsprojekt gehen wir davon aus, dass gesundheitsbezogene Informationen daher in der Unterstützung und Versorgung von Menschen mit komplexen Behinderungen besonders wichtig sind. Zu diesen gesundheitsbezogenen Informationen gehören u.a.:

  • Allgemeine gesundheitsbezogene Informationen (z.B. über chronische oder akute Erkrankungen, Zusammenhänge zwischen Umwelteinflüssen und gesundheitlichem Wohlbefinden)
  • Spezifische gesundheitsbezogene Informationen über diejenigen Menschen mit komplexen Behinderungen, die Sie unterstützen (z.B. individuelle medizinische oder psychologische Diagnosen)
  • Therapeutische sowie pflegerische Informationen (z.B. Behandlungspläne, Informationen zum Schmerzmanagement oder zur Förderung und zum Erhalt der Mundgesundheit)

Was wollen wir genau wissen?

Von übergeordnetem Interesse ist für uns die Frage:

Welchen Stellenwert nehmen gesundheitsbezogene Informationen im Leben von Menschen mit komplexen Behinderungen ein?

… sowohl im Allgemeinen als auch in der besonderen Situation der Pandemie

Konkret wollen wir uns dann mit folgenden Fragen auseinandersetzen:

  • Um welche konkreten Inhalte geht es (für gewöhnlich oder in der Pandemie), wenn gesundheitsbezogene Informationen im Leben dieser Menschen relevant werden?
  • Inwiefern (und für wen) sind sie (nicht) zugänglich?
  • Auf welche konkreten gesundheitsbezogenen Informationsformate greifen Menschen mit komplexen Behinderungen und ihre Unterstützer*innen (für gewöhnlich oder in der Pandemie) zu?
  • Wie werden die Informationen von Unterstützer*innen kommuniziert und angepasst?
  • Welche Beispiele guter Praxis lassen sich hinsichtlich der (angepassten) Kommunikation von gesundheitsbezogenen Informationen (im Allgemeinen oder in der Pandemie) identifizieren?

Wie wollen wir das untersuchen?

Im Forschungsprojekt ComCri kommen drei verschiedene Erhebungsmethoden zum Einsatz:

  1. Mehrstufige schriftliche Befragung von Expert*innen aus Wissenschaft, Verbänden und Kostenträgern (genannt „Delphi-Studie“) [August 2021 bis August 2022]
  2. Online-Befragung von Expert*innen aus der Behindertenhilfe [Jan. / Feb. 2022]
  3. Feldstudie mit mindestens drei Einzelfallstudien in verschiedenen Bereichen der Behindertenhilfe (Wohn- und Arbeitssetting sowie bei Anbietern von Tagesstrukturmaßnahmen) [Feb. / März 2022]

Wie können Sie uns unterstützen?

Wenn Sie in der Unterstützung von Menschen mit komplexen Behinderungen tätig sind, würden wir uns über Ihre Beteiligung an der Online-Befragung freuen. In dieser Befragung interessieren uns Ihre Expertisen und Erfahrungen zum Stellenwert gesundheitsbezogener Informationen im Leben dieses Personenkreises. Die Fragen sind so gestaltet, dass Sie eine oder mehrere Antworten auswählen können (sogenannte single-choice- und multiple-choice-Fragen). Bei manchen Fragen haben Sie auch die Möglichkeit eigene Angaben zu hinterlassen oder zu ergänzen. Die geschätzte Bearbeitungsdauer beträgt etwa 20 Minuten.

Indem Sie Ihre Expertisen und Erfahrungen mit uns teilen, können wir von Ihnen lernen, wie eine wirksame Unterstützungspraxis in der Vermittlung gesundheitsbezogener Informationen aussehen kann und mit welchen Herausforderungen Sie in der Umsetzung konfrontiert sind bzw. welche Bedarfe sich in diesem Bereich zeigen. Sie unterstützen uns dadurch nicht nur bei der Untersuchung dieses noch wenig beforschten Themas, sondern auch bei der Ableitung und Entwicklung von Handlungsempfehlungen.

 

Wollen Sie mehr wissen? Haben Sie Fragen oder Anmerkungen?

Besuchen Sie unsere Website:                      https://blog.uni-koeln.de/comcri/

Oder schreiben Sie uns eine E-Mail:             comcri-koeln@uni.koeln.de

 

Vielen Dank für Ihr Interesse am Projekt!

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns auf unserem Erkenntnisweg begleiten!

Ihr ComCri-Projekt-Team

 

Projektleitung:

H3 Kontakt zum Thema

Dr. Caren Keeley
Dr. Caren Keeley
Akademische Rätin

Raum 21

Klosterstr. 79b
Brieffach: 2
50931 Köln

Telefon 0221 / 470-5577
(zur Zeit bitte nur per Email kontaktieren)
E-Mail ckeeley(at)uni-koeln.de
Sprechstunde 
mittwochs von 16.00 bis 17.00 Uhr
(vorherige Anmeldung per Email)


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Timo Dins
Timo Dins
M.A. Rehabilitationswissenschaften
Wissenschaftl. Mitarbeiter im Projekt ComCri

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(zur Zeit bitte nur per Email kontaktieren)
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Michaela Naumann
Michaela Naumann
Diplom Heilpädagogin
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Modulbeauftragte für das Modul AM4 im M.Ed. Sonderpädagogische Förderung

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Telefon 0221 / 470-5555
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Pia Mairhofer
Wissenschaftliche Hilfskraft

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