FiSt-Kolloquium im WiSe 2026/2027:
„Migration anders erzählen – Identität, Herkunft und Flucht im Spiegel neuer Migrationsliteratur“
Die Gesprächsreihe „Migration anders erzählen – Identität, Herkunft und Flucht im Spiegel neuer Migrationsliteratur“ rückt eine gegenwärtige Generation von Autor*innen mit Zuwanderungsgeschichte, die mit ihren literarischen Werken neue Perspektiven und Motive, aber auch neue Sprach- und Schreibpraktiken in die Diskussion um Migration einbringen, in den Vordergrund. Auch wenn die meisten der Autor*innen hier geboren und aufgewachsen sind, sind die Schwierigkeiten der Integration, die Enttäuschungen ebenso wie die Träume und Suche nach Heimat und Identität im Gedächtnis von Migrationsfamilien sehr präsent. Daneben werden auch neue Motive wie etwa Bildungsungleichheit und Klassismus, Rassismus und kulturelle Zugehörigkeiten, Elternschaft oder Geschlechterverhältnisse von den Erzähler*innen aufgegriffen, nicht wenige in autobiographischer Manier. Die neue Migrationsliteratur ist damit hoch emotional und persönlich, aber auch politisch, denn es geht nicht nur darum, wie das emotionale Erbe der (eigenen) Migration erinnert und literarisch vermittelt wird, sondern auch, wie mit diesen anderen Erzählweisen und -perspektiven Alternativen zu mehrheitsgesellschaftliche Debatten über Migration im Allgemeinen und bestimmte Migrant*innengruppen in Besonderem geschaffen werden können.
Zu Beginn jeder Sitzung werden zunächst die eingeladenen Schriftsteller*innen gebeten, aus ihren Werken Ausschnitte vorzulesen; anschließend treten wir in eine (moderierte) Diskussion ein. Neben Studierende unterschiedlicher Studiengänge und Interessierte aus der Hochschule ist vor allem auch die Stadtgesellschaft herzlich eingeladen (Third Mission). Die Lese- und Gesprächsreihe ist öffentlich und kostenfrei! Alle dürfen ohne Voranmeldung teilnehmen. Durch die interdisziplinäre Konzeption bietet die Reihe sowohl eine sozial- und erziehungswissenschaftliche als auch literaturwissenschaftlich-ästhetische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Dimensionen von Diversität (Klasse, Geschlecht, Migration u.a.) anhand auto(sozio)biographischer und fiktionaler Formen des Erzählens an.
