Jump to main content

multimo5-7: Gestufte Förderung für gelingende Übergänge und nachhaltige Bildungsteilhabe im Grundschulalter

 

Der Übergang in die Grundschule stellt für viele Kinder und ihre Familien eine bedeutsame Entwicklungschance dar, kann jedoch zugleich erhebliche Herausforderungen mit sich bringen. Ein erfolgreicher Schulstart erfordert neben grundlegenden sprachlichen und numerischen Vorläuferfertigkeiten insbesondere ausgeprägte selbstregulative Fähigkeit, wie sozio-emotionale Kompetenzen. Kinder, die psychosozialen Risikofaktoren ausgesetzt sind, weisen in diesem Zusammenhang ein erhöhtes Gefährdungsrisiko für Anpassungs- und Entwicklungsprobleme auf.

Vor diesem Hintergrund wurde auf Basis der erfolgreichen Evaluation des Projekts multimo im Jahr 2023 im Kreis Mettmann das erweiterte Konzept multimo5-7 entwickelt. Das Projekt richtet sich an Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahren und verfolgt das Ziel, den Übergang von der Schulanmeldung bis in die Schuleingangsphase systematisch, evidenzbasiert und nachhaltig zu gestalten. Theoretische Grundlage bildet der Ansatz der Multi-Tiered Systems of Support (MTSS), ein international etabliertes, mehrstufiges Fördersystem, das adaptive und datenbasierte Unterstützung auf unterschiedlichen Intensitätsstufen vorsieht. Zentrale Merkmale dieses Ansatzes sind die frühe Identifikation von Unterstützungsbedarfen, ein systematisches Screening, gestufte Fördermaßnahmen mit unterschiedlicher Intensität, fortlaufendes Monitoring der Entwicklung sowie datenbasierte Förderentscheidungen. Gleichzeitig werden Lehr- und Fachkräfte durch strukturierte Fortbildungen und Coachings in der Umsetzung unterstützt, um eine pädagogisch geschlossene und nachhaltige Praxis sicherzustellen.

multimo5-7 umfasst einen vorschulischen sowie einen schulischen Bereich, in denen jeweils spezifische Fortbildungs- und Interventionsmaßnahmen umgesetzt werden. Im vorschulischen Bereich wird unter anderem das Eltern-Kind-Interventionsprogramm Inselraum zur Förderung der Schulbereitschaft von Kindern mit erhöhtem Risiko für Verhaltensauffälligkeiten durchgeführt. In diesem Zuge wurden auch Anpassungen am Schulanmeldeprozess vorgenommen. Nach der Einschulung wird die Förderung im Sinne der MTSS-Logik fortgeführt. Grundlage der Implementierung ist eine schulindividuelle Bedarfsanalyse, die diagnostische Praxis, bestehende Förderstrukturen, Teamarbeit, schulisches Klima sowie vorhandene Ressourcen systematisch erfasst. Auf dieser Basis werden Fortbildungsinhalte, Coachingformate und Förderschwerpunkte passgenau für jede Schule entwickelt. 

Ziele der Studie sind zum einen die Prüfung der Implementationsqualität der Kombination aus vorschulischer und schulischer Intervention. Zum anderen soll die Wirksamkeit des Interventionsansatzes auf den Ebenen der Kinder, Eltern, Lehr- und Fachkräfte sowie der schulinternen Zusammenarbeit untersucht werden.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Erziehungshilfe und sozial-emotionale Entwicklungsförderung von Prof. Dr. Thomas Hennemann durchgeführt. Im Jahr 2025 erfolgte bereits die erste Implementierung des Projekts im Kreis Mettmann im vorschulischen Bereich an Schulen, die am bundesweiten Bildungsprogramm ‚Startchancen‘ teilnehmen.

Das Forschungsteam umfasst aus dem Arbeitsbereich Psychologie und Psychotherapie in Heilpädagogik und Rehabilitation: Prof.in Dr. Charlotte Hanisch, Dr.in Stefanie Richard, Katrin Eiben, Leona Mehl, Jana Rausch und Maxine Aigner; sowie aus dem Arbeitsbereich Erziehungshilfe und sozial-emotionale Entwicklungsförderung: Prof. Dr. Thomas Hennemann, Dr. Jannik Nitz, Dr.in Clara Schramm, Silena Müller; und aus dem Schulamt für den Kreis Mettmann: Birgit Behrendt.