Translationsforschung: Wirksame Förderung im Unterrichtsalltag
Viele Förderansätze sind in kontrollierten Studien gut belegt, kommen im Schulalltag aber nicht oder nur verändert an. Wir untersuchen, wie Lehrkräfte wirksame Verfahren im regulären Unterricht umsetzen, unter welchen Bedingungen das gelingt und warum dieselben Materialien in verschiedenen Klassen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können. Damit verbinden wir Interventionsforschung mit Implementationsforschung.
Aktuelles Projekt: Leseverstehen im dritten Schuljahr
In einer Studie mit Wartekontrollgruppe an zwei Kölner Grundschulen im Startchancen-Programm setzen die Lehrkräfte eine Lesestrategie (RAP: Lies – Frage – Schreibe) samt Geschichtenkarte für Erzähltexte selbst im Unterricht um. Neben den Lernzuwächsen erfassen wir über Unterrichtsbeobachtungen und Interviews, wie die Lehrkräfte die Förderung gestalten. Die Studie läuft im Schuljahr 2026/27 in zwei Förderphasen mit fünf Messzeitpunkten. Masterstudierende begleiten sie wissenschaftlich.
Status: laufend (2026–2027)
Leitung: Dr. Susanne Hoff
Vorarbeiten
In einer Vorstudie an einer Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen haben wir dieselbe Strategie im Peer-Tutoring in zwei fünften Klassen erprobt. Trotz identischer Materialien und gleicher Begleitung unterschieden sich die Lernzuwächse deutlich. Ausschlaggebend war offenbar, wie die Lehrkräfte die Förderung im Unterricht umsetzten. Diese Frage greift das aktuelle Projekt auf.
- Hoff, S., Grünke, M., & Barwasser, A. (2026). When identical instructional materials lead to different outcomes: A comparative classroom case study of instructional enactment in Grade 5 reading comprehension. Learning Disabilities: A Contemporary Journal, 24(1), 1–27.