Netzwerk für Nachwuchswissenschaftler_innen

Seit 2010 hat sich in Kooperation mit dem Lehrbereich Methoden der Bildungs- und Sozialforschung unter besonderer Berücksichtigung der Genderforschung und dem Institut für Medien und Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ein Netzwerk für Nachwuchswissenschaftler_innen gegründet, das sich mit innovativen Methoden und kultur- und sozialwissenschaftlichen Theorieansätzen im Bereich der Prekarisierungsforschung und der Queertheorie beschäftigt.

Zentrale Ausgangspunkte für Forschungsvorhaben und Qualifizierungsarbeiten sind prekäre Formen von Positionierungen und Praktiken, die nicht aufgehen in den uns zur Verfügung stehenden Klassifikationen der herrschenden Ordnung (bspw. als 'Arbeitslose_r', 'Illegale_r', 'Perverse_r') und Erfahrungen der Des-Identifikation mit dem als 'normal' Anerkannten greifbar machen. Dieses Prekäre wird in den Mittelpunkt der empirischen Arbeit gerückt und zum Ausgangspunkt von theoretischen Interventionen gemacht. Das Netzwerk trifft sich einmal jährlich zu einem gemeinsamen Workshop und ist für Interessierte offen.

 

  • Praktiken der Unbestimmtheit: Kolloquium für den wissenschaftlichen Nachwuchs - Promotionsprojekte in den Gender Studies, 20.09. - 22.09.2013 Universität zu Köln

Den Flyer mit dem Programm und allen wichtigen Informationen finden sie hier.

Dazu ein kurzer Bericht von Stephan Trinkaus und Susanne Völker hier.

 

  • Das Prekäre (be-)schreiben: Workshop 27.09.2011 - 28.09.2011 Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Das Prekäre ist das von allen Geteilte und dennoch nicht Bestimmbare. Er verlangt nach Anerkennung, ist aber nicht anerkennbar, da es gerade jene Dimensionen unserer Existenz bezeichnet, die sich der Anerkennung entziehen. Es weist auf keinen Zustand hin, es ist nicht fixierbar, sondern immer auf (ein) Andere(s) und damit auch auf ein Anders-Werden geöffnet. In diesem Sinne bedeutet Prekär sein nichts anderes als relational sein, bezogen sein, unabgeschlossen, 'außer sich sein', wie Judith Butler im Anschluss an Hegel und Lévinass schreibt. Es bezeichnet die Erschütterung dessen, was ist, und viel mehr noch die Erschütterbarkeit selbst. Im Prekären beziehen sich Relationalität und Alterität aufeinander und zwar als ein Aufbrechen: als Singularität der Relationen und als prekäre Gemeinschaft. Isabell Lorey hat diese Doppelheit des Begriffs als den Zusammenhang von Prekär-Sein und Gemeinsam-Werden gefasst. Demnach wäre das Prekäre ein Aufbrechen des 'Mit': also ein Teilen des Mit in der Instabilität, dem Ungesicherten: "Es geht nicht um ein ANDERES als der Welt, es geht um Alterität - oder Alteration - der Welt." (Jean-Luc Nancy)

Im Anschluss an den im letzten Jahr an der Universität zu Köln veranstalteten Workshop "(An-)Erkennen von Prekären Leben" soll der diesjährige Workshop "Das Prekäre (be-)schreiben" unterschiedlichste Wege im Umgang mit dem Prekären zur Diskussion stellen. Dabei greift er den methodischen Schwerpunkt des letzten Workshops auf, versucht aber sowohl der empirischen Dimension, als auch dem Ereignishaften des Schreibens und Beschreibens Rechnung zu tragen. Der Workshop soll so Gelegenheit bieten, eigene empirische und theoretische Versuche des Schreibens und Beschreibens des Prekären vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. 

 

Nähere Informationen zum Ablauf und zur Anmeldung finden Sie hier.  

 

  • (An-)Erkennen von Prekären Leben - Methodologische Verknüpfungen von praxeologischen und queeren Forschungsstrategien

Methoden Workshop 13.09.2010 - 14.09.2010Universität zu Köln

Der Workshop soll eine methodologische Perspektive eröffnen, die die vielfältigen Praktiken der Lebensführung, der Selbstrepräsentationen, der Bindung und Entbindung unter den Bedingungen eines prekären/prekarisierten Lebens in den Mittelpunkt rückt. Die grundlegende Frage für den Workshop lautet dabei, wie es methodisch möglich werden kann, Prozesse der Prekarisierung nicht nur als Ausschließung oder Devianz, sondern auch als Erscheinen von Übergängigkeit, von Neuem analysierbar, bzw. überhaupt erst wahrnehmbar zu machen. Also gewissermaßen gerade das sichtbar zu machen, was sich nicht nur der Anerkennung sondern der Wahrnehmbarkeit selbst entzieht. Es geht gleichzeitig um aktuelle soziale und kulturelle Prozesse als auch um die Bedingungen dieser Prozessualität selbst: um die medialen und kategorialen Rahmungen unserer Wahrnehmung. Wir wollen deshalb eine möglichst breite interdisziplinäre Perspektive ermöglichen, in der auch die jeweils eigenen disziplinären Rahmungen auf dem  Spiel stehen können. So sollen unterschiedliche methodologische Zugänge, etwa die Praxeologie Pierre Bourdieus oder kategorienkritische, dekonstruktivistische Impulse wie sie bspw. von Seiten der Queer Theory formuliert wurden, nach ihrem Ertrag für Forschungsstrategien befragt werden, die insbesondere des Des-Identifikationen prekarisierter Leben mit institutionellen und intelligiblen Subjektivierungsformaten nachgehen. 

Den Flyer zum Workshop finden sie hier .

"(An-)Erkennen von prekären Leben" - Präsentation Susanne Völker

"Prekarisierung als soziale Praxis - methodologische Konsequenzen einer praxeologischen Forschungsperspektive" - Vortrag von Irene Dölling