Jump to main content

Vom Wasser aus: Bildung nachhaltig verändern


© Foto: Miriam Eble

Wasser ist Lebensgrundlage, kulturelles Sinnbild und Teil verletzlicher planetarer Kreisläufe. In Bildungsprozessen wird seine Bedeutung jedoch häufig auf ein einzelnes Umwelt- oder Nachhaltigkeitsthema begrenzt. Das Projekt „Vom Wasser aus: Bildung nachhaltig verändern“ fragt deshalb, wie sich (frühkindliche) Bildung verändert, wenn Wasser nicht nur als Bildungsgegenstand behandelt wird, sondern zum Ausgangspunkt pädagogischen Denkens und Handelns wird.

In Zusammenarbeit mit zwei Kindertageseinrichtungen untersucht das Projekt Beziehungen zwischen Kindern, pädagogischen Fachkräften, Wasser, anderen Lebewesen, Dingen und Orten. Wie ist Wasser im pädagogischen Alltag präsent? Welche Erfahrungen, Geschichten, Gefühle und Wissensformen entstehen in der Begegnung mit Wasser? Und wie können solche Begegnungen neue Zugänge zu nachhaltiger Bildung eröffnen?

Theoretisch knüpft das Projekt an posthumanistische und hydrofeministische Ansätze an. Als Bodies of Water werden menschliche Körper als Teil umfassender Wasserkreisläufe und wässriger Beziehungen verstanden (Neimanis 2017). Thinking with Water richtet die Aufmerksamkeit auf die lebensstiftende und verbindende Kraft des Wassers (Chen, MacLeod & Neimanis 2013). Internationale Forschungen zu Wasserbeziehungen in der frühen Kindheit zeigen zudem, wie pädagogische Praktiken beeinflussen, auf welche Weise Wasser erfahren, genutzt und kontrolliert wird und welche nachhaltigen Kulture hieraus entstehen können (Pacini-Ketchabaw & Clark 2016; Ødegaard, Birkeland & Oropilla 2024)

Das Projekt ist postqualitativ gerahmt. Experimentelle Forschungspraktiken wie Wassermappings, Video-, Foto- und Audioaufnahmen, Mitschriften und Gespräche entstehen im Mitgehen mit Kindern, Fachkräften, Wasser und Orten. Walking-with wird dabei als aufmerksame und affektive Forschungspraxis verstanden, nicht als Forschung über einen Ort, sondern mit ihm (Malone, Blenkinsop, Jickling, & Morse 2024).

Erkenntnisse fließen in wissenschaftliche Qualifikationsarbeiten, in die Weiterentwicklung der Hochschullehre sowie in die Aus- und Weiterbildung pädagogischer Fachkräfte ein.

Projektteam: Prof. Dr. Ursula Stenger, Miriam Eble, M. A., und Sümeyye-Beyza Sarikaya
Förderung: Das Projekt wurde durch den Aktionsfonds Nachhaltigkeit der Universität zu Köln gefördert.

 

Chen, C./ Macleod, J./ Neimanis, A. (2013). Thinking with water. Montreal & Kingston: McGill-Queen’s University Press. 
Malone, K., Blenkinsop, S., Jickling, B., & Morse, M. (2024). Wilding Ecologies, Walking-with Glacier: An Educational Novella. Springer Nature.
Neimanis, A. (2017). Bodies of water: Posthuman feminist phenomenology. Bloomsbury academic.
Ødegaard, E.E., Birkeland, A., Oropilla. C. T. (2024): A Pedagogy of Emergent Ocean Literacy – Narrative accounts of children’s explorations in the coastal landscapes of Western Norway. KINDknow. Kindergarten knowledge centre for systemic research on diversity and sustainable futures. Western Norway University.
Pacini-Ketchabaw, V., & Clark, V. (2016). Following watery relations in early childhood pedagogies. Journal of Early Childhood Research, 14(1), 98–111.