Sprechen über Unterricht im Kontext videobasierter Unterrichtsseminare: Analysen zur sozialen Praxis der Lehrerbildung (Kooperationsprojekt mit Prof. Dr. Petra Herzmann)

In der Professionsforschung besteht Konsens darüber, dass die in der Lehrerbildung angebotenen Lerngelegenheiten das professionelle Wissen zukünftiger Lehrerinnen und Lehrer beeinflussen. Unbeantwortet ist jedoch die Frage, wie diese Beeinflussung präzise zu beschreiben ist, insofern die Lehrerbildungsforschung bislang um die empirische Untersuchung der sozialen Praxis der Lehrerbildung einen weiten Bogen gemacht hat. Die Lehrerbildungspraxis im universitären Seminarraum, im Besprechungszimmer in den Praktikumsschulen oder am Schreibtisch im eigenen Arbeitszimmer ist in der Lehrerbildungsforschung weitgehend eine Black Box geblieben.
Vor dem Hintergrund dieser Forschungslücke untersucht das Projekt einen bestimmten Seminartypus auf die darin stattfindenden kommunikativen Prozesse der Vermittlung und Aneignung professionellen Wissens. Kennzeichen des Seminares ist die theoriegeleitete Auseinandersetzung mit Unterrichtsvideographien, d.h. Videovignetten, die bestimmte Aspekte des Unterrichts oder spezifische Handlungsherausforderungen von Lehrpersonen in multimodaler Weise anschaulich werden lassen.
Auf der Basis von Seminarvideographien und Seminarprotokollen der Studierenden rekonstruieren wir, wie über Unterricht gesprochen und geschrieben wird, wenn erziehungswissenschaftliche Texte über die soziale und pädagogische Konstitution des Unterrichts und die professionellen Anforderungen des Lehrerhandelns gelesen und erarbeitet und dann mit der Analyse von Unterrichtsvideographien verknüpft werden. Analysiert werden die diskursiven Praktiken zwischen Lehrenden und Studierenden sowie unter den Studierenden selbst, die durch das hochschuldidaktische Setting kommunikativ erzeugt werden.

Projektmitarbeiter/in: Dr. Markus Hoffmann, Dr. Michaela Artmann

Publikationen aus dem Projektzusammenhang:

Herzmann, P./Proske, M. (2014): Unterrichtsvideographien als Medium der Beobachtung und Reflexion von Unterricht im Lehramtsstudium. Ein Forschungsbericht. In: Journal für Lehrerinnen- und Lehrerbildung 14, 1, 33-38.

Artmann, M./Hoffman, M./Herzmann, P./Proske, M. (2013): Wissen über Unterricht. Zur Reflexionskompetenz von Studierenden in der ersten Phase der Lehrerbildung. In: Gehrmann, A./Kranz, B./Perlzmann, S./Reinartz, A. (Hrsg.): Formation und Transformation der Lehrerbildung. Entwicklungstrends und Forschungsbefunde. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, S.134-150.

 

Die Thematisierung von Religion in der öffentlichen Erziehung. Eine Pilotstudie zu den Voraussetzungen von Reflexivität in religionsbezogenen Dialogprogrammen (gefördert mit den Mitteln der Udo-Keller-Stiftung und von SINTER )

Die Pilotstudie zielt darauf, Voraussetzungen und Herausforderungen religionsbezogener Diskurse im Kontext der Schule empirisch untersuchbar zu machen. Sie ist ein „Test-Case“ für die gesellschafts- und religionspolitisch zentrale Frage, wie sich auf der Basis fundierter empirischer Kenntnisse über die Verlaufsmodalitäten solcher Diskurse, Reflexionswissen zu den Möglichkeiten und zu den Grenzen von Dialogprogrammen generieren lässt. Gerade auf dieses Reflexionswissen sind zivilgesellschaftliche Akteure (Runde Tische, Foren und Stiftungen) zunehmend angewiesen, die in den letzten Jahren mit öffentlichen Dialogen gesellschaftliche Verständigung im Sinne von Respekt und Toleranz zu initiieren und festigen suchen. In diesem Sinne versteht sich die Pilotuntersuchung als Vehikel für eine reflexiv erweiterte Perspektive auf die Bedeutung von Religion unter Bedingung zunehmender Pluralisierung einerseits, voranschreitender Entkirchlichung andererseits und machtvoller Bewegung einer Gegensäkularisierung, die sowohl von christlichen wie islamischen Fundamentalismen ausgeht. Die öffentliche Erziehung in der Schule ist eine wichtige Arena für die zu beobachtenden religionsbezogenen Diskurse und Kontroversen und deren normative wie pragmatische Prämissen. 

Projektmitarbeiterinnen: Verena Gietler, Dina Mimun Abdel-Lah (SHK)

 

Die Unterrichtsvideographie in der universitäre LehrerInnenbildung

Eine Kooperation des Instituts Allgemeine Didaktik und Schulforschung - Abteilung Empirische Schulforschung mit dem Schwerpunkt qualitative Methoden unter der Leitung von Prof´in Dr. Petra Herzmann und der Abteilung Allgemeine Didaktik und Pädagogik der Sekundarstufe I unter der Leitung von Prof.Dr. Matthias Proske im Rahmen des Projektes  Forschendes Lernen in der LehrerInnenbildung.

Kamera, Schnitt, Ton, Umsetzung, Musik: Christin Feldmann

Archivmaterial: Netzwerk Medien 

Der gezeigte Unterricht wurde von Studierenden im Rahmen der Seminare der Unterrichtsvideographie aufgezeichnet.