Linguistic Risk-Taking (LRT)
Linguistic Risk-Taking (LRT) bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörung (SES)

Verantwortliche: Prof. Dr. Andreas Rohde, Dr. Kim Schick, Dr. Stephanie Riehemann, Dr. Melanie Eberhardt-Juchem, Natascha Mizelle, Aline Willems
Kooperationspartner: Englisches Seminar II, Universität zu Köln & Linguistic Risk-Taking Initiative unter der Leitung von Prof. Dr. Nikolay Slavkov am Official Languages and Bilingualism Institute der Universität Ottawa, Kanada.
Laufzeit: laufend
Hintergrund: Linguistic Risk-Taking (LRT) bezeichnet die Ermutigung von Lernenden, ihre Komfortzone zu verlassen und in herausfordernden kommunikativen Situationen eine bestimmte Zielsprache zu verwenden (d. h. in Situationen, in denen sie normalerweise zögern oder die Verwendung der Sprache, die sie lernen, vermeiden würden). Solche Erfahrungen können nicht nur zu persönlichem Wachstum führen, sondern auch dazu beitragen, Ängste abzubauen sowie Freude und ein Gefühl der Selbstwirksamkeit beim Sprachenlernen zu vermitteln. Die Auseinandersetzung mit LRT ist von zentraler Bedeutung. Sie kann eine höhere Kompetenz und ein zunehmendes Selbstvertrauen in der Zielsprache fördern, den Sprachkontakt erhöhen und mehr Möglichkeiten zum Üben schaffen (Slavkov & Séror, 2019, S. 259–260; Griffiths & Slavkov, 2021, S. 128–129, 132). LRT kann des Weiteren sowohl als Instrument zur Bewusstseinsbildung als auch zur Steuerung von Übungsmöglichkeiten und Emotionen im Sprachenlernen dienen (Slavkov, 2023, S. 38–39, 52). Linguistische Risiken können sowohl in der Erst- als auch in weiteren Sprachen sowie in allen vier Sprachfertigkeiten auftreten – Lesen, Schreiben, Sprechen und Hören. LRT ergänzt den Sprachunterricht durch Sprachgebrauch außerhalb des Klassenraums (Slavkov & Séror, 2019, S. 257; Slavkov, 2023, S. 34–35, 37; Schick & Rohde, 2025).
Ziel: Stärkung des Bewusstseins über die Wichtigkeit von LRT unter Lehrkräften, insbesondere Sprachheilpädagog*innen, da diese LRT in (zukünftigen) Unterrichtskontexten beeinflussen können. Das Projekt verfolgt das Ziel, die kanadische LRT-Initiative für den Einsatz in der Sprachlehrkräftebildung anzupassen und zu erweitern, indem der LRT passport sowie die dazugehörige App individuell angepasst begleitende didaktische Leitlinien entwickelt werden, um die LRT-Erfahrung zu unterstützen.
Outcome:
Publikationen
Riehemann, S. & Eberhardt-Juchem, M. (2026.). Healthy linguistic risk-taking and communicative resilience in children with DLD: two sides of the same coin. Kölner Online Journal für Lehrer:innenbildung (K:ON), Sonderheft 6, S.109-127.
Schick, K., & Rohde, A. (2025). Linguistic risk-taking in inclusive contexts: The case of Developmental Language Disorder (DLD). Cahiers de l’ILOB/ OLBI Journal, 14, 251–275. https://doi.org/10.18192/olbij.v14i1.6938
Riehemann, S. (2024). Kommunikative Resilienz als zentrales Förderziel bei Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen. In W. Schönauer-Schneider, A. Theisel und M. Spreer (Hrsg.), Mit Sprache Brücken bauen – in Kita, Schule und Beruf. (S. 215-221). Schulz Kirchner Verlag.
Vorträge
Riehemann. S., Schick, K., Rohde, A., Eberhardt-Juchem, M. (2026). Linguistic-Risk-Taking (LRT) von Kindern mit Sprachentwicklungsstörung aus der Perspektive von Lehrkräften. Forschungsposter. Interdisziplinäre Tagung über Sprachentwicklungsstörungen (ISES), Gießen.
Rohde, A., Riehemann, S., Eberhardt-Juchem, M. (2026). The Power of Linguistic Risk-Taking: Strengthening Well-Being in Children with Developmental Language Disorder. Vortrag. Transatlantic Conference der European University for Well-Being und der Columbia University, New York (USA).
Schick, K., Rohde, A., Riehemann, S., Eberhardt-Juchem, M. (2025). Well-being and Resilience through Linguistic Risk-Taking for young learners with Developmental Language Disorder. Vortrag. Canadian Centre for Studies and Research on Bilingualism and Language Planning (CCERBAL), Ottawa (Kanada).
Riehemann, S. (2024). Kommunikative Resilienz als zentrales Förderziel von Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen. Bundeskongress der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik (dgs), Heidelberg.