Bildungs- und Forschungsprojekte

Politikwissenschaft, Bildungspolitik und politische Bildung

Exkursionen und Internationalisierung

In den vergangenen Jahren fanden am Lehr- und Forschungsbereich zahlreiche studentische Exkursionen statt, die einen Beitrag zur Internationalisierung von Forschung und Lehre geleistet haben. Somit wurden nicht nur internationale Kontakte zu Studierenden, Wissenschaftler:innen und politischen Bildner:innen geknüpft, sondern es entstanden auch gemeinsame Bildungs- und Forschungsprojekte.

2017: Eine Berlin-Exkursion fand statt in Kooperation mit Prof. Dov Shinar, Universität Haifa & Ben Gurion University of the Negev. In Berlin trafen wir auf eine Gruppe israelischer Student:innen des Hadassah Academic College, Jerusalem, mit denen wir eine gemeinsame Woche verbrachten. Vorträge und Diskussionen drehten sich um das Themenfeld 'Cultural Diplomacy'.

2018: Eine weitere Exkursion (in Kooperation mit 'School is open') stand unter dem Motto 'Views on and of the Israeli Society' und führte uns nach Israel.

2019: Auf Einladung der 'Internationalen Jugendbegegnungsstätte Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung' (IJBS Kreisau) verbrachten wir eine Woche in Polen und befassten uns dort mit dem Themenfeld "Hate Speech und Fake News". Neben zahlreichen Workshops und Diskussionen besuchten wir an einem Tag die Gedenkstätte Auschwitz.

2020: Eine weitere Exkursion (in Kooperation mit Prof. Nelly Elias, Ben Gurion University of the Negev, und zahlreichen weiteren Kolleg:innen der University zu Köln, u.a. Dr. Monica van der Haagen-Wulff und Georg Gläser) fokussierte "(Flucht)Migration, Rassismus und Antisemitismus". Coronabedingt konnte diese Exkursion leider nicht stattfinden. Ein Workshop im virtuellen Raum gemeinsam mit Doktorand:innen der Ben Gurion University of the Negev war inspirierend und führte zu einer gemeinsamen deutsch-israelischen Publikation (Sophia Solomon / Jakob Andrae / Felix Kirchhof: Postmodern Pandemics and Civic Protests: The Cases of Germany and Israel during COVID 19, in: Gudrun Hentges, Georg Gläser, Julia Lingenfelder (eds.), Demokratie im Zeichen von Corona, Berlin 2021).

Diese Exkursionen nach Berlin, Israel und Polen fanden statt im Rahmen der Cologne Summer School.

Da der Lehr- und Forschungsbereich mit dem Aladdin-Projekt der UNESCO kooperiert, nehmen jedes Jahr zwei Student innen an der 'International Summer University for intercultural leadership' teil.

 

Graduiertenkolleg

2018 gründeten wir (Prof. Dr. Oliver Decker / Prof. Dr. Gudrun Hentges) ein Graduiertenkolleg zum Thema "Autoritäre Entwicklungen, extrem-rechte Diskurse und demokratische Resonanzen", welches an der Universität zu Köln und der Universität Leipzig angesiedelt ist. Die Themen der Doktorand innen und Post docs werden in regelmäßig stattfindenden Kolloquien zur Diskussion gestellt. Ein geplanter Sammelband soll die Vielfalt an Themen und Debatten dokumentieren.

 

Zeitschrift

An der neu gegründeten Zeitschrift für Rechtsextremismusforschung (peer review und open access) ist Gudrun Hentges aktiv als Mitherausgeberin beteiligt. Das erste Heft dieser Zeitschrift wurde im Sommer 2021 öffentlich präsentiert. Hier gelangen Sie zu der Präsentation.

 

Forschungsprojekte

"Digitale Politische Bildung in Zeiten von Corona. Kritische Reflexion von Verschwörungsideologien und Antisemitismus in der schulischen und außerschulischen (digitalen) politischen Bildung" lautet der Titel eines Drittmittelprojekts, das am 1. Mai 2022 starten wird.

Dieses Projekt wird gefördert von der RheinenergieStiftung (Schwerpunktthema 2021: Gesellschaft und digitale Transformation); eine Kofinanzierung erfolgt durch die Bundeszentrale für politische Bildung.

Bei dem Projekt, welches einen aktiven Beitrag zur Demokratisierung von Schulen und Gesellschaft leisten will, handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen der Universität zu Köln, der Technischen Hochschule Köln (Prof. Dr. Birgit Jagusch) und der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit (Dr. Marcus Meier).

 

Studentische Projekte

2002 veröffentlichte die Kölner Gruppe des Netzwerkes "kanak attak" das folgende Video "Kanak TV legendary - Weisses Ghetto". Angeregt durch diesen Clip kamen Studierende des Seminars "Sprache - Macht - Rassismus" (WS 2021/22) auf die Idee, ein Remake zu produzieren: Weißes Ghetto (Remake). 21 Jahre später.

 

Ausstellung zum Lischka-Prozess

Die 'Kölnische Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit' beauftragte Anne Klein mit einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt (2001 bis 2004) zum Thema "Gerichtsverfahren zu NS-Verbrechen an den Jüdinnen und Juden im Kölner Raum". Gemeinsam mit Studierenden konzipierte und realisierte Anne Klein eine Ausstellung zum Lischka-Prozess. Die von ihr kuratierte Ausstellung wurde 2006 im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln eröffnet und in weiteren Städten gezeigt, so im Stadtmuseum Dinslaken (2008) und im Oberlandesgericht Hamm (2010).

Der Titel der Ausstellung "Ich erinnere mich an diese Deutschen sehr genau" wurde dem Zeitzeug:innenbericht entnommen. Erna Schnarch, die Verfasserin des Berichts, wurde aus Frankreich nach Auschwitz deportiert und emigrierte nach 1945 nach Israel. Das Forschungsprojekt und die Ausstellung wurden gefördert von der Gerda Henkel Stiftung, der Friedrich Ebert Stiftung, der Bundeszentrale für politische Bildung, der Landeszentrale für politische Bildung NRW, dem Verein EL-DE-Haus und dem Leo Baeck Institute (London). Für ihre freundliche und kooperative Unterstützung bedanken wir uns bei Beate und Serge Klarsfeld (Paris) und Tamar und Harry Zvi Dreifuss (gest. 2020).

Im Kontext des Projekts entstanden die folgenden Publikationen:

  • 2022: Anne Klein & Birte Klarzyk: The Fils et Filles des Déportés Juifs de France and the Lischka trial in Cologne, 1971–1980, in: Eric Le Bourhis, Irina Tscherneva, Vanessa Voisin (eds.), That Justice be Done. Society and Accountability for Nazi and War Crimes in Central and Eastern Europe, 1940-1970s (i.E. 2022)
  • 2013: Anne Klein (Hg.): Der „Lischka-Prozess“ in Köln 1979/80. Eine jüdisch-französisch-deutsche Erinnerungsgeschichte, Berlin: Metropol Verlag 2013
  • 2008: Anne Klein: „Militants de la Mémoire“. Repräsentationen jüdischen Engagements in den 1970er Jahren, in: Katharina Stengel, Fritz Bauer Institut (Hg.), Opfer als Akteure. Jahrbuch zur Geschichte und Wirkung des Holocaust 12, Frankfurt a.M., New York: Campus 2008, S. 126-147.
  • 2006: Anne Klein: Mentalität-Massenmord-Moral: Rechts- und Geschichtsverständnis der bundesrepublikanischen Nachkriegsgesellschaft, in: Frank Neubacher / Anne Klein (Hg.), Vom Recht der Macht zur Macht des Rechts? Interdisziplinäre Beiträge zur Zukunft Internationaler Strafgerichte, Berlin: Duncker & Humblot 2006, S. 161-186.
  • 2003: Anne Klein / Jürgen Wilhelm (Hg.): NS-Unrecht vor Kölner Gerichten nach 1945, Köln: Greven Verlag 2003

Info-Broschüre
Gedenkstättenrundbrief
Neue Rheinische Zeitung über die Ausstellung 

 

Filmprojekt "Purane Korakori - Alte Schritte gehen"

Eine Gruppe mit Menschen ganz verschiedener Herkünfte und Hintergründe – Studierende aus Politik- und Erziehungswissenschaft der Humanwissenschaftlichen Fakuktät, Uni Köln, AktivistInnen vom Rom e.V, Angehörige der Roma-Community, Migrant*innen türkischer, kurdischer und griechischer Herkunft – suchen in Köln nach Spuren gemeinsamer Geschichte – machen sich auf den Weg und finden eine Gedenktafel am Bahnhof Messe-Deutz. Von dort wurden ab 1940 tausende Sinti und Roma nach Auschwitz deportiert; die meisten wurden dort wenig später von den Nazis ermordet. Die Gruppe beschließt, der Spur zu folgen. Es beginnt eine Reise mit Hindernissen, die am Ende nicht nur ihr Bild von der Geschichte, sondern auch ihre Gegenwart verändert.


Der Film „Purane Korakori – Alte Schritte gehen“ dokumentiert diese Spurensuche. Im Mittelpunkt des Films steht neben den Erinnerungsorten die Projektgruppe selbst mit ihren unterschiedlichen Perspektiven auf historische und aktuelle Beziehungsgeschichte. Fast programmatisch sagt eine Rednerin bei der Filmpremiere im Kölner Filmhaus 2006: "Es wurde kürzlich festgestellt, die ganze Welt braucht eine interkulturelle Therapie. Unser Projekt versteht sich jedenfalls als ein Teil davon."
Regie, Kamera und Drehbuchentwicklung sind eine Gemeinschaftsproduktion der 17 Mitglieder der Projektgruppe, die über mehr als zwei Jahre (2003-2006) zusammengearbeitet hat: Susanne Gannott, Janina Göttling, Cem Günhan, Murat Onur Gürgöz, Kasida und Mladen Ibisevic, Dragan Jovanovic, Jannis Keladis, Christine Mayer, Grit Morgenroth, Aysegül und Kemal Özipek, Onur Saylan, Jordan, Lalok und Sladjan Selimovic, Carolina Stoika und Cornelia Storch. Geleitet wurde das Projekt von Dogan Akhanli (Schriftsteller), Iris Biesewinkel (Sozialberaterin des Rom e.V.), Holger Kieß (Autor für Film und Fernsehen, Medienpädagoge) und Dr. Anne Klein (Historikerin, Hochschuldozentin).

Träger des Projektes: Kölner Appell gegen Rassismus e.V., Rom e.V. Köln und der Lehrstuhl Politikwissenschaft, Bildungspolitik und politische Bildung, Humanwissenschaflichen Fakultät, Universität zu Köln.

Förderung: Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft.

Hier geht es zum Film!