Diskriminierungssensible Psychotherapie

Menschen bringen unterschiedliche Erfahrungen, Identitäten und Lebensgeschichten mit in die Psychotherapie. Dazu gehören auch Erfahrungen mit Diskriminierung, Ausgrenzung oder Benachteiligung – beispielsweise aufgrund der Herkunft, Hautfarbe, Religion, sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität, Behinderung, sozialen Herkunft oder anderer Merkmale.
Diese Erfahrungen können die psychische Gesundheit beeinflussen und mit Belastungen wie Stress, Angst, Depressionen oder einem verminderten Wohlbefinden verbunden sein. Gleichzeitig berichten viele Betroffene von Hürden im Gesundheitssystem oder davon, dass ihre Lebensrealitäten in therapeutischen Kontexten nicht ausreichend berücksichtigt werden.
In unserer psychotherapeutischen Hochschulambulanz legen wir deshalb Wert auf eine diskriminierungssensible Therapie. Das bedeutet, dass wir unterschiedliche Lebensrealitäten und gesellschaftliche Rahmenbedingungen in der psychotherapeutischen Arbeit berücksichtigen und einen respektvollen, wertschätzenden und reflektierten Umgang mit Vielfalt fördern.
Was bedeutet diskriminierungssensible Psychotherapie?
Diskriminierungssensible Psychotherapie geht davon aus, dass psychische Belastungen nicht ausschließlich individuell entstehen, sondern auch durch soziale und gesellschaftliche Erfahrungen geprägt sein können. Therapeutische Arbeit berücksichtigt daher mögliche Auswirkungen von Diskriminierung, Vorurteilen und strukturellen Benachteiligungen auf das Erleben und Verhalten von Patient*innen.
Dabei geht es nicht darum, Menschen auf einzelne Merkmale oder Zugehörigkeiten zu reduzieren. Vielmehr möchten wir einen Raum schaffen, in dem individuelle Erfahrungen ernst genommen werden und unterschiedliche Perspektiven Platz haben.
Forschung zu diskriminierungssensibler Psychotherapie
Als psychotherapeutische Hochschulambulanz verbinden wir klinische Praxis und Forschung. Einer unserer Forschungsschwerpunkte liegt in der diskriminierungssensiblen Gestaltung psychotherapeutischer Versorgung.
Dabei beschäftigen wir uns unter anderem mit folgenden Fragen:
- Welche Erfahrungen machen minorisierte Patient*innen im psychotherapeutischen Versorgungssystem?
- Welche Kompetenzen, Kenntnisse und Rahmenbedingungen benötigen Therapeut*innen, um diskriminierungssensibel arbeiten zu können?
- Wie können psychotherapeutische Angebote weiterentwickelt werden, um den Bedürfnissen unterschiedlicher Patient*innengruppen besser gerecht zu werden?
Auf Grundlage unserer Forschung entwickeln und evaluieren wir Konzepte, Schulungsangebote und Behandlungsansätze, die zu einer diskriminierungssensiblen und qualitativ hochwertigen psychotherapeutischen Versorgung beitragen sollen.