Laufende Promotionsprojekte
Exzessivität – Krisen – (Um-)Brüche. Eine rekonstruktive Analyse biografischer Transformationen im Kontext exzessiver Medienpraktiken Jugendlicher
Betreuungskommission: Jun.-Prof. Dr. Michaela Kramer (UzK); Prof. Dr. Patrick Bettinger (Otto-von-Guericke Universität Magdeburg) & Dr. Marco Rüth (UzK)
Das Dissertationsprojekt, das im Kontext des von der DFG geförderten Projekts „Exzessivität digitaler Praktiken in der späten Jugendphase“ entsteht, bewegt sich im Feld bildungstheoretisch orientierter Biografieforschung und beleuchtet das Phänomen aus einer medienpädagogischen Perspektive. Die rekonstruktive Arbeit fokussiert das gesamte digitale Medienrepertoire der Biografieträger:innen und untersucht mit Blick auf relationale Ansätze, wie menschliche und nicht-menschliche Akteure biografische Transformationen formen. Darüber hinaus wird analysiert, welche Rolle exzessive digitale Praktiken in Krisensituationen einnehmen und welche Faktoren zu einem Rückgang exzessiver Episoden beitragen. Neben biografischen Interviews werden Medientagebücher und visuelle Legetechniken in die Analyse einbezogen. Die Auswertung der multimodalen Daten erfolgt im Rahmen der Dokumentarischen Methode.
Selbstdarstellung und Beziehungsanbahnung im Kontext von Online-Dating. Eine qualitative Studie zu exzessiven Online-Dating-Praktiken in der späten Jugendphase
Nina Schäfer
Betreuungskommission: Jun.-Prof. Dr. Michaela Kramer (UzK); Prof. Dr. Karla Verlinden (Katholische Hochschule NRW) & Prof. Dr. Annette Müller (Katholische Hochschule NRW)
Das Dissertationsprojekt ist im Feld medienpädagogischer Jugendforschung verortet und untersucht Online-Dating als mediatisierten Erfahrungsraum. Im Fokus steht die späte Jugendphase, in der unter digitalen Bedingungen Selbstdarstellung erprobt und Beziehungen aufgebaut werden. Die Studie richtet den Blick auf exzessive Online-Dating-Praktiken, die bislang kaum erforscht sind, und analysiert deren Verschränkung mit Selbstdarstellung, sozialen Interaktionen und Beziehungsanbahnung. Theoretisch knüpft die Studie an praxistheoretische und interaktionistische Ansätze, an die Mediatisierungsforschung sowie an geschlechtertheoretische Perspektiven an. Methodisch basiert die Arbeit auf einem qualitativen Design mit leitfadengestützten Interviews mit 19- bis 22-Jährigen, die über Selbstauskunft eine exzessive Nutzung von Online-Dating-Apps berichten, sowie einer ergänzenden Feldphase auf den Dating-Plattformen Bumble und Tinder. Die Auswertung erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse, die Daten der Feldphase werden ergänzend im Rahmen einer thematischen Analyse nach Braun und Clarke ausgewertet.