ProFInk: Professionalisierung zwischen Fachlichkeits- und Inklusionsorientierung im Kontext universitärer Mathematikdidaktik


Projektleitung: Prof. Dr. Petra Herzmann (Empirische Schulforschung), Prof. Dr. Benjamin Rott (Didaktik für das Unterrichtsfach Mathematik)

Projektbeteiligte: Lukas Baumanns, Laura Court, Tobias Dohmen

Projektlaufzeit: Seit 10/2018

Förderung: Teilantrag im Rahmen des Antrages für das Kölner Graduiertenkolleg der MINT-Fachdidaktiken 

 

Die Anforderung, Schulen auf Inklusion umzustellen, stellt gegenwärtig nur eine von vielfältigen bildungspolitischen Transformationserwartungen dar. Jenseits von Überlegungen zur Steuerung des schulischen Veränderungsgeschehens, ist für unser Vorhaben ist in diesem Zusammenhang relevant, dass die Lehrerschaft an den Schulen selbst in den Fokus dieser Erwartungen gerät. Wie sich angehende Lehrer*innen als künftige schulische Akteur*innen zur bildungspolitischen Forderung einer inklusiven Schule positionieren und was die Reformerwartung Inklusion für angehende Lehrer*innen im Kontext einer universitären Lehrerbildung bedeutet, die selbst Akteur im wissenschafts- bzw. bildungspolitischen Reformdiskurs ist, stellt eine wesentliche Ausgangsüberlegung des Forschungsprojekts ProFInk dar.

Im Rahmen der Rekonstruktionen habitueller Orientierungen gehen wir deshalb der Frage nach, wie sich angehende Mathematiklehrer*innen zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Studium - etwa vor und nach dem Praxissemester - hinsichtlich fach- und inklusionsspezifischer Erwartungen an einen inklusiven Mathematikunterricht positionieren und darüber ein Verständnis (zukünftiger) pädagogischer Professionalität entwerfen. So wird anhand querschnittlicher dokumentarischer Analysen von elf Gruppeninterviews mit jeweils zwei bis vier Teilnehmer*innen beispielsweise deutlich, dass die Lehramtsstudent*innen unterschiedliche Umgangsweisen mit der Reformerwartung Inklusion aufweisen: Einige Student*innen adressieren die universitäre Lehrer(aus)bildung in ihrer Rolle als Transformationsakteur und fordern zu konkreter Vorbereitung auf inklusiven Unterricht auf. Andere Befragte hingegen benennen sich selbst und alle anderen (angehenden) Lehrer*innen als hauptverantwortlich für die Umsetzung bildungspolitischer Reformen.

 

Publikation:


Court, L., Dohmen, T., Baumanns, L., Rott, B. & Herzmann, P. (i.E.): Das Bedürfnis nach Gewissheit und Konkretion. Rekonstruktionen der Orientierungen von Mathematikstudent*innen im Hinblick auf die Reformerwartung Inklusion. Zeitschrift für empirische Hochschulforschung, 5 (1).