Interkulturelle Bildungsforschung

Department Erziehungs- und Sozialwissenschaften

H3 Kontakt zum Thema

Max Musterman
Dr. Tim Wolfgarten
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

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Promotionsprojekt (angenommen, Juli 2018)

Zur Repräsentation des Anderen. Eine bildbasierte Analyse von Ausstellungen zum Thema Migration anhand von Katalogen sowie weiteren Begleitmaterialien

Ausstellungen als außerschulische Bildungsformate sind populär; so auch konkrete Themenausstellungen zu Einwanderung, Flucht oder weiteren Formen von Migration, wie beispielsweise Pendel- oder Transmigration. Als politisches Bildungsangebot, welches auf ein ästhetisches Erleben seitens der Betrachter*innen setzt, lassen sich seit Ende des 20. Jahrhunderts Ausstellungen finden, die Migration und gesellschaftliche Heterogenität explizit zum Thema machen. Diese bilden den äußeren Rahmen für das Dissertationsprojekt.

In bisheriger Forschung zu diesem zunehmend populären Bildungsformat stellt die Institution Museum oftmals den zentralen Kontext dar. Demgegenüber finden Ausstellungsprojekte aus der Institution Schule oder der Sparkasse "um's Eck" als weitere etablierte Ausstellungsorte weitaus seltener Berücksichtigung. Über eine Online-Recherche zu Ausstellungen, die Migration nach Deutschland thematisieren, wurden mit Einbezug auch nicht musealer Angebote insgesamt 814 Ausstellungen zwischen den Jahren 1974 und 2013 erhoben, die mit den dazugehörigen Dokumenten den Untersuchungskorpus des Dissertationsvorhabens darstellen.

Der Analysefokus liegt neben der Betrachtung der didaktischen Konzepte insbesondere auf dem prominentesten Medium innerhalb der Ausstellungen: dem Bild. Diesbezüglich liegt die Vorannahme zu Grunde, dass zum einen unter sozialgesellschaftlichen Gesichtspunkten, Bilder vorherrschende Diskursenicht nur "abbilden", sondern auch mitschreiben und zum anderen, hinsichtlich bildungswissenschaftlich pädagogischen Aspekten, Bilder unmittelbare Affekte seitens der betrachtenden Person hervorrufen.

Mit dem Aufgreifen des kunsthistorischen bzw. kulturwissenschaftlichen Ansatzes von Aby Warburg können Bildbeziehungen im Sinne von Bild-Bild-Bezügen aufgedeckt und verwendete Darstellungsweisen und Formen der Gebärdensprache systematisiert werden. Die ausgestellten Repräsentationsformen sind dabei in einem über das einzelne Ausstellungsstück hinausweisenden Funktionszusammenhang von Sehen und Verstehen zu betrachten: Sie sind eingebettet in alltägliche Rezeptionsgewohnheiten sowie daran anknüpfende Affektstrukturen erlebter Bildwelten. Die Analyse migrationsgesellschaftlicher Diskurse erfolgt durch die Auseinandersetzung mit vornehmlich fotografischen Exponaten. Es wird davon ausgegangen, dass nicht nur über die Inhalts-, sondern gerade auch über die Formebene des Bildlichen, diskursive Affekte im Kontext von Migration aufgegriffen und verhandelt werden. Der methodische Ansatz Aby Warburgs kann so für eine migrationsgesellschaftliche Ikonologie adaptiert werden, um das vielfältige Ausstellungsangebot zu Migration nach Deutschland aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive zu erforschen.

 

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Rezension auf DISSkursiv-Blog des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung