Professur Ecarius

Summer School 2017
"Qualitative Forschung"

 Ort der Verstaltung:
Seminargebäude der Universität zu Köln / Universitätsstraße 35, 50931 Köln

 

Achtung: Es sind alle AG's ausgebucht!!!

Den Flyer können Sie hier herunterladen .

 

Programmablauf, Dienstag 01. August 2017

09.30 Eröffnungsplenum:

Organisation,Themen und Strukturen

Prof. Dr. Jutta Ecarius (Köln)

 

10.00 Einführungsvortrag (+ Diskussion):

Empirische Felder der qualitativen Forschung

Prof. Dr. Heinz-Hermann Krüger (Halle/Saale)

 

11.30 Mittagspause

 

12.30 Parallele Arbeitsgruppen / 1.Sitzung

 

14.30 Pause

 

15.00 Parallele Arbeitsgruppen / 2. Sitzung

 

17.00 Pause

 

17.15 Abendvortrag (+ Diskussion):

Praxeologische qualitative Forschung - Theoretische Annahmen und empirische Vorgehensweise

  Prof. Dr. Sabine Reh (Berlin)

 

Programmablauf, Mittwoch 02. August 2017

09.00 Morgenvortrag (+ Diskussion):

Forschungsethik in der qualitativen Bildungsforschung. Aktuelle Entwicklungen und Kontroversen"

Prof. Dr. Ingrid Miethe (Gießen)

 

10.15 Parallele Arbeitsgruppen / 3. Sitzung

 

12.15 Mittagspause

 

12.45 Parallele Arbeitsgruppen / 4. Sitzung

 

   14.45 Ende der Summer School
 

Arbeitsgruppen

AG 1 / Dokumentarische Methode (Prof. Dr. Sina-Mareen Köhler; RWTH Aachen University)
AUSGEBUCHT!
Unter den Verfahren der rekonstruktiven Sozialforschung hat sich die Dokumentarische Methode nach Ralf Bohnsack im Anschluss an die Wissenssoziologie von Karl Mannheim fest etabliert. In der angebotenen Veranstaltung soll die Auseinandersetzung mit der Forschungspraxis jedoch aufnarrative Interviews und Gruppendiskussionen beschränkt werden, um vertiefendauf die Auswertungsweise eingehen zu können. Dazu werden Basiskenntnissevorausgesetzt. Im Zentrum steht die Diskussion der Fragestellungen, empirischen Designs und Daten der jeweiligen Qualifikationsprojekte. Um eine umfassende Rückmeldung zur Interpretationsweise geben zu können, wird darum gebeten nichtnur Transkripte, sondern auch deren formulierende wie reflektierende Interpretation einzureichen. Der zeitliche Schwerpunkt wird allerdings auf diedirekte Arbeit mit den Transkripten gelegt. Mitsamt Kurzexposé sollten nicht mehr als 15 Seiten eingereicht werden.
Literaturempfehlung:

Bohnsack, R. (2014): Habitus, Norm und Identität. In: Werner, H./Kramer,R.-T./Thiersch, S. (Hrsg.): Schülerhabitus. Theoretische und empirische Analysen zum Bourdieuschen Theorem der kulturellen Passung. Wiesbaden, 33-55.

Bohnsack, R. (2003): Rekonstruktive Sozialforschung. Einführung in qualitative Methoden. 5. Auflage. Opladen.

Przyborski, A. (2004): Gesprächsanalyse und dokumentarische Methode. Qualitative Auswertung von Gesprächen, Gruppendiskussionen und anderen Diskursen. Wiesbaden.

Köhler, S.-M./Zschach, M. (2009): Kinder und ihre Freunde. Mehrdimensionale Typenbildung zum Verhältnis von Bildungsbiographien und Peergroup-Einbindung.Ecarius, J./Schäffer , B. (Hrsg.): Typenbildung und Theoriegenerierung: Methoden und Methodologien qualitativer Biographie- und Bildungsforschung. Opladen; S. 187-205
 
AG 2 / Biografieforschung (Dr. Thorsten Fuchs; Universität Koblenz-Landau)
Die Biografieforschung erweist sich als ein Forschungszugang, der sich inzwischen ungemein breit aufgestellt hat. Es wird unter Berufung auf die Kategorie  der Biografie sozialisations-, erziehungs- und bildungstheoretisch geforscht, darüber hinaus aber etwa auch bezugnehmend auf generationstheoretische Konzepte sowie unter Verwendung von kommunikationstheoretischen, psychoanalytischen oder konstruktivistischen Denkstilen. Die Biografieforschung trägt also das Signum interner Differenzierung und Pluralisierung. Und ihr Facettenreichtum scheint dabei unbegrenzt, was deutlich macht, dass dieser Forschungszugang seinen anfänglichen ‚Kinderschuhen‘ längst entwachsen ist: in beinahe allen wissenschaftlichen Feldern ist die Biografieforschung gegenwärtig anerkannt und gilt als respektables Reflexions- und Forschungsformat.
In der Arbeitsgruppe Biografieforschung werden sowohl methodologische Prinzipien als auch methodische Vorgehensweisen der (erziehungswissenschaftlichen) Biografieforschung thematisiert. Neben einer Einführung in das narrationsstrukturelle Verfahren von Fritz Schütze, das auch und gerade in der Erziehungswissenschaft rege rezipiert und forschungspraktisch aufgenommen wird, sowie die pädagogische Toposanalyse von Theodor Schulze werden in erster Linie Materialien der aktiv Teilnehmenden sowie Fragen zu biografischen Forschungsdesigns erörtert. Es ist hierbei das Anliegen, Planung und Verlauf der Arbeitsgruppe an den Fragen und Forschungserfahrungen aller Teilnehmenden auszurichten. In der Auseinandersetzung mit den eingebrachten empirischen Materialien können so die Analyseschritte dieses Forschungszugangs (z.B. der Schritt der formalen Textanalyse oder der strukturell-inhaltlichen Beschreibung) und die damit verbundenen Erkenntnismöglichkeiten besonders anschaulich und mit den eigenen Forschungsprojekten in Verbindung gebracht werden. Vor dem Treffen werden die gemeinsam zu bearbeitenden Materialien verschickt (bei aktiver Teilnahme bitte neben einem max. drei- bis vierseitigen Abstract mit Forschungsfrage(n) und -design auch Transkriptionen von narrativen Interviews mit nicht mehr als acht Seiten insgesamt einreichen) – voraussichtlich werden drei Projekte von aktiven Teilnehmenden besprochen.
 
AG 3 / Feldarbeit (Prof. Dr. Claudia Peter; Goethe-Universität Frankfurt am Main)
AUSGEBUCHT!
Diese AG konzentriert sich auf zwei Themen des ethnografischen Arbeitens, die auf die Forschenden warten, wenn sie die Zugangsprobleme (siehe AG 5) gemeistert haben:
1. die verschiedenen Möglichkeiten der Notation, d.h. der schrittweisen Verschriftlichung des Beobachteten, samt der Reflexion der damit einhergehenden Übersetzungsleistungen und
2. das Problem der Perspektivität von Beobachtung, das zum einen mit der Frage der Dauer des Feldaufenthaltes und zum anderen mit der Pluralität an Feld- oder Akteursrollen verbunden ist.
Es ist eine lange Methodendiskussion unter Ethnographen, welche Vor- und Nachteile die synchrone, schon im Feld erfolgende Notation gegenüber der nachträglich aus dem Gedächtnis erfolgenden Notation hat. Diese Feldnotizen sind aber genaugenommen nur die erste Phase des Verschriftlichens. Ihnen folgt die Ausarbeitung zu einem ausführlichen aussagestarken Beobachtungsprotokoll,  dessen Inhalt später wiederum so in Publikationen dargestellt, so übersetzt werden muss, das sich die Leser das Feldgeschehen vorstellen können. Hinter dieser schrittweisen Bearbeitung steht ein Transformationsprozess, in dem beobachtete Daten, die oft gerade im Original zumeist nicht sprachlich vorlagen, vollständig in Text umgewandelt werden. Den möglichen Fallstricken dieser Transformation bzw. sukzessiven Übersetzung wollen wir uns zuwenden.
Vereinfacht gesagt, kann man behaupten, dass mit der Dauerdes Feldaufenthaltes die Chancen steigen, die eigene Feldrolle auszuweiten. Mit einer intensivierten Partizipation kann schlicht nicht nur mehr Wissen, sondern können v.a. auch versteckte oder schwerer zugängliche Wissensbestände, die im Feld akkumuliert sind, erreicht werden. Wir besprechen hierbei, welche Teilnehmerrollen und welche ‚erhobenen’ Wissensbestände unterschieden werden können, welchen Einfluss die Forscherperson als Subjekt spielt und wie diese Aspekte reflektiert und angemessen dargestellt werden können.
Literaturempfehlung:

Zu 1.: Hirschauer, Stefan, 2001, Ethnographisches Schreiben und die Schweigsamkeit des Sozialen. Zu einer Methodologie der Beschreibung. Zeitschrift für Soziologie 30, S. 429-451.
Zu 2.: Hitzler, Ronald/Eisewicht, Paul, 2016, Feldarbeit, in: diess.: Lebensweltanalytische Ethnographie im Anschluss an Anne Honer, Beltz Juventa; Weinheim und Basel, S. 45-58.
 
AG 4 / Grounded Theory (Dr. Claudia Equit; Technische Universität Dortmund)
AUSGEBUCHT!
Im Rahmen qualitativer Sozialforschung lässt sich die Grounded Theoryeinerseits als flexible Methode charakterisieren, die es erlaubt unterschiedliches Datenmaterial, wie etwa Interviews oder Beobachtungsprotokolle auszuwerten. Andererseits wird die Grounded Theory im Fachdiskurs explizit als Methodologie charakterisiert. Ihre theoretischen Annahmen zum qualitativen Forschungsprozess bilden inzwischen die Grundlage für viele unterschiedliche Verfahren in der qualitativen Sozialforschung.
Der Workshop versteht sich als Einführung in die methodologischen Grundlagen der Grounded Theory und in das forschungspraktische Arbeiten mit der Grounded Theory beispielhaft am Datenmaterial eingereichter Forschungsarbeiten der Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmer. Daher richtet sich der Workshop sowohl an interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich einen grundlegenden Einblick in die Forschungsmethode verschaffen möchten als auch an Forscherinnen und Forscher, die bereits mit der Grounded Theory arbeiten und ihre Erhebung/Auswertung methodisch/methodologisch reflektieren möchten.

Anmeldungen für Aktive Teilnehmerinnen und Teilnehmer:
Bitte reichen Sie ein Exposé ein, aus dem die Forschungsfragestellung, Forschungsdesign und bisheriger Stand der empirischen Untersuchung hervorgeht. Sie sollten darüber hinaus auch ihre konkreten methodischen Problem- resp. Fragestellungen benennen, auf die im Workshop aus Ihrer Perspektive eingegangen werden sollte. Zudem reichen Sie bitte ausgewähltes Datenmaterial ein – bitte nur in anonymisierter Form (z.B. ein anonymisiertes vollständiges Interview oder ein anonymisiertes vollständiges Beobachtungsprotokoll).
Literaturempfehlung:

Claudia Equit und Christoph Hohage (2016): Ausgewählte Entwicklungen und Konfliktlinien der Grounded Theory Methodologie. In: Dies. (Hrsg.): Handbuch Grounded Theory. Von der Methodologie zur Forschungspraxis. Weinheim und Basel: Beltz Juventa. S. 9-46.

Udo Kelle: "Emergence" vs. "Forcing"? Ein grundlegendes Problem der Methodologie der "Grounded Theory" – neu überdacht. In: Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, [S.l.],v. 6, n. 2, mai 2005. ISSN 1438-5627. Verfügbar unter:
http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/view/467
 
AG 5 / Wege ins Feld (Dr. Anja Schierbaum; Universität zu Köln)
Die Forschungswerkstatt »Wege ins Feld« stellt die Grundlagen qualitativer Sozialforschung und damit die Grundsätze qualitativ-interpretativen Forschens vor und behandelt in der Abfolge des Forschungsprozesses den Feldzugang (1) und die Erhebung sensibler Daten. Vorgestellt und diskutiert werden, wie Forschende das Feld finden und erschließen (2), wie das Feld beobachtend, handelnd und nachfragend erkundet werden kann (3) und wie Forschende über qualitative Interviews (4) das Alltagshandeln und die Sozialwelt von Subjekten erkunden können.
Die Forschungswerkstatt zielt auf die Vermittlung von Grundlagen qualitativer Forschung und die Erarbeitung konkreter Arbeitsschritte zur Gestaltung des Ablaufs des Forschungsprozesses (5). Dies erfordert die Formulierung einer offenen Forschungsfrage, die Sichtung des theoretischen Rahmens und des spezifischen Forschungsstands. Von hier aus kann die Feldarbeit organisiert werden: Ausgehend von der Problemstellung des geplanten Forschungsvorhabens ist eine Auswahl zu treffen und festzulegen, wie der Zugang zum Feld vorbereitet und erschlossen werden kann, ob und mit welcher Interviewtechnik befragt werden soll und wie erzählgenerierende Stimuli zur Datenerhebung gestaltet werden können. Darüber hinaus werden einzelne Arbeitsschritte wie die Durchführung der Interviews, Teilnehmende Beobachtung sowie Möglichkeiten der Datenauswertung skizziert. Die Teilnehmer_innen an der Forschungswerkstatt haben die Möglichkeit, die von ihnen vorgestellten Forschungsvorhaben zu diskutieren, Fragen zum Feldzugang und zur Interviewführung zu thematisieren sowie mögliche Problemstellungen anzusprechen.

Für passive Teilnehmer_innen…

…organisieren die AG-Sitzungen sowohl als Workshop eine Einführung die Vermittlung von Grundlagen qualitativer (Interview-) Forschung und der Feldarbeit als auch als Werkstattsitzungen die gemeinsame Arbeit am `Material´.

Für aktive Teilnehmer_innen…

…werden in den AG-Sitzungen gemeinsam mit den „passiven Teilnehmer_innen“ ihre Forschungsvorhaben besprochen und Fragen zum Forschungsanliegen und dem Ablauf des geplanten Forschungsprozesses erörtert. Zur Vorbereitung auf und als Einführung in die Werkstattsitzungen bitte ich die aktiven Teilnehmer_innen ihr »Forschungsprojekt« in einem Kurzvortrag (max. 15 Minuten) zu skizzieren, der die Fragestellung und Zielsetzung des Forschungsvorhabens, den derzeitigenArbeitsstand und den Arbeitsauftrag für die Werkstattsitzung enthält.

Literaturempfehlung:

(1) Stephan Wolff (2000): Wege ins Feld und ihre Varianten. In: Flick, von Kardorff, Steinke (2006): Qualitative Forschung. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt,S. 334-349.

(2) Angelika Poferl und Jo Reichertz (2015) Wege ins Feld – Methodologische Aspekte des Feldzugangs. Essen: Idib Verlag, S. 9-12; 12-30; 45-57.

(3) Jörg Strübing (2013): Qualitative Sozialforschung. München: Oldenbourg, S. 53-77.

(4) Cornelia Helfferich (2011): Die Qualität qualitativer Daten. Wiesbaden: VS Verlag, S. 35-51.

(5) Jo Reichertz (2016): Qualitative und interpretative Sozialforschung. Wiesbaden: Springer VS, S. 175-224.
 
AG 6 / Qualitative Forschung (Prof. Dr. Jutta Ecarius; Universität zu Köln)
Ausschließlich für Studierende der Universität zu Köln (hier keine Anmeldung möglich!)

 

Zur Anmeldung

An den Arbeitsgruppen können Sie entweder als "aktiveR TeilnehmerIn" teilnehmen und dazu eigenes empirisches Material aus Ihrem Forschungsvrohaben einbringen. Als "passiveR TeilnehmerIn" arbeiten Sie im Gegensatz dazu am Datenmaterial der "aktiven TeilnehmerInnen" und erhalten dadurch hilfreiche Einblicke in die qualitativ-empirische Forschungspraxis.
Die Teilnahmegebühren für NachwuchswissenschaftlerInnen (mit Abschluss) betragen 30 Euro und für Studierende (ohne Abschluss) 20 Euro.
 
Wenn Sie sich anmelden wollen, senden Sie bitte eine E-Mail an summerschool.qualitativeforschung@hf.uni-koeln.de
Geben Sie bitte Folgendes an:

1. Ihren AG-Wunsch (Erst- und wenn vorhanden einen Zweitwunsch)
2. ob Sie AKTIV oder PASSIV teilnehmen wollen
 
Wenn Sie als "AktiveR" teilnehmen wollen, mailen Sie uns bitte bis spätestens zum 16.06.2017 die von den AG-LeiterInnen gewünschten Materialien zu (bitte ausschließlich im PDF-Format und am besten in einer einzigen Datei)
Da meist mehr Projekte eingereicht werden, als in vier AG-Sitzungen bearbeitet werden können, geben Sie bitte zusätzlich an, ob Sie auch als "PassiveR" an der AG teilnehmen wollen würden oder nicht. (Die Auswahl der Projekte obliegt den AG-LeiterInnen.)

Für "Passive" ist Anmeldeschluss am 30.06.2017.
Nach Ihrer Anmeldung per Mail, erhalten Sie innerhalb von ca. zwei Wochen Rückmeldung bzgl. Ihrer Teilnahme.
 
WIR FREUEN UNS ÜBER IHRE ANMELDUNG!
 
 Kontaktmöglichkeit: summerschool.qualitativeforschung@hf.uni-koeln.de