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08.07.2026

Kunst | Niklas Washausen (Potsdam): „Wenn man das so schnell macht, ist das dann so wupp!“ Von potenzieller Kontingenz zu reflektierter Interferenz mit glitch-didaktischen Impulsen

Unartig, unverschämt, unbequem, unbehaust, unbekümmert; gefürchtet, ausgegrenzt, abgestraft, aber auch bewundert und gefeiert. So beschreibt Dieter Thomä den puer robustus bzw. Störenfried. Eine Figur, die in der Ordnung Schule sicherlich direkt entsprechende Stereotypen hervorruft. Gedacht jedoch als didaktisches Konzept oder technologisiertes Phänomen findet sich der Störenfried als ein Moment des Glitches oder, mit agency ausgedrückt, Glitchens wieder. Gemeinhin verstanden als Bruch innerhalb eines funktionierenden Bedeutungsflusses bzw. (technologischen) Systems kann er, auch wenn er als unkontrolliert, schemenhaft und zeitungebunden charakterisiert wird, hinweisende, Erkenntnis evozierende und sichtbarmachende Funktion haben.

Die Herausforderung, der wir uns im Saloon stellen wollen, besteht nun darin, dem Glitch gut zuzureden und ihn davon zu überzeugen, im Sinne eines demokratischen Störenfrieds zu agieren und technologisch motivierte Irritationsmomente in Unterrichtssystemen zu provozieren, um Erkenntnis-/Einsichtsanlässe bei Lernenden zu ermöglichen. Denn am Ende steht die Frage der Lernintensität im Raum – ist eine angedachte Förderung von Fähigkeiten zum kritischen, systemischen und problemlösungsorientierten Denken größer, wenn ich den Glitch kontrollieren kann oder ihn ungewollt hervorrufe?

Beide Szenarien wollen wir ganz praktisch ausprobieren. Und dazu gibt es ein paar Einblicke in Interviewstudien mit SuS zu „Glitch in der Matrix“-Workshops, die in Berlin, Brandenburg, M-V und Neu-Delhi durchgeführt wurden.
PLEASE DISTURB!