Noemi Weber stellt mit ihrer künstlerischen Praxis die Frage, wie Malerei vor dem Hintergrund ihrer historischen Entwicklung seit der Renaissance neu codiert werden kann. Sie untersucht Malerei als kulturelle und materielle Struktur, in der sich hegemoniale Machtverhältnisse fortschreiben, die zugleich jedoch Möglichkeiten für Hybridisierung, Neuverhandlung und Transformation eröffnet. Ihre Arbeiten hinterfragen dominante Erzählungen der westlichen Kunstgeschichte und schaffen Raum für alternative historische Perspektiven. Dabei untersucht sie die Verflechtungen gestischer Malerei mit Ornament, Tanz und performativen Praktiken und hinterfragt tradierte Grenzziehungen zwischen Folklore und Hochkunst ebenso wie zwischen individuellen und kollektiven Formen künstlerischer Produktion. Ihre Praxis verbindet Reflexionen über die Bedingungen und Prozesse der Malerei mit Fragen nach Körperlichkeit sowie sozialen, persönlichen und räumlichen Dimensionen künstlerischer Erfahrung.