Digitale Technologie hat sowohl die Produktion und Rezeption als auch die Distribution von visuellen und audiovisuellen Medien in den vergangenen Jahrzehnten sehr grundlegend verändert. Davon sind auch die Künste betroffen. Lehrkräfte für das Fach Kunst müssen als Expert:innen digitale Produktionsmittel nicht nur technisch beherrschen und Schüler:innen darin unterstützen können, zu selbständigen Produzent:innen zu werden, sondern darüber hinaus müssen sie tief reflektiert haben, was die aus den technologischen Entwicklungen resultierenden Transformationsprozesse im Kontext der Alltagskulturen und insbesondere auch im Kontext der Künste bewirken und wie und welche fachliche(n) Grundverständnisse sich entsprechend wandeln und damit auch den Fachunterricht verändern. Dazu zählt insbesondere, verkürzte dualistische Perspektiven (digital/analog, virtuell/real etc.) im Hinblick auf eine Normalisierung im Sinne einer post-digitalen Kunstpädagogik kritisch zu reflektieren.
Ausgehend von den Arbeiten der Forscher:innengruppe an der Universität zu Köln (Klein, 2019; Zahn, 2019; Schütze, 2020; Noll, 2022), die sich den Herausforderungen der Digitalisierung für die Fachdidaktik Kunst anhand der Formulierungen einer Next Art Education (Meyer, 2013) und später Post-Internet Art Education (Olson, 2012; Meyer et al., 2019) bzw. des Begriffes der Postdigitalität (Cramer, 2015; Klein, 2021) widmen, wurden im Rahmen des Projekts COMeARTS diversitätssensible, digitalisierungs- und digitalitätsbezogene Fortbildungsmodule und Vernetzungsformate entwickelt und die Gelingensbedingungen im Hinblick auf den Transfer in die pädagogische Praxis erforscht. Im Vortrag werden theoretische Grundzüge, organisatorische Herausforderungen und konkrete Fortbildungsmodule vorgestellt und vor dem Hintergrund aktueller Kunstpädagogischer Positionen reflektiert.