Seit 2021 entwickelt sich das TMD Theatermuseum Hofgartenhaus Düsseldorf zu einem Begegnungsort einer vielfältigen Stadtgesellschaft mit Darstellender Kultur weiter. Zum Aufgabengebiet des Museums zählt daher nicht mehr nur das institutionalisierte Kunsttheater, sondern hierzu zählen ebenso Kulturen, die sich über performative Verfahren ausdrücken. Ein Fokus in dieser Erweiterung des Blicks liegt auf der queeren Communities Düsseldorfs, mit denen das TMD Allianzen eingegangen ist. Dazu zählen Drag-Performer*innen mit Migrationserfahrung und Ballroom-Performer*innen, die im Hofgartenhaus trainieren oder eigene Projekte umsetzen. Queerness wird also bewusst intersektional gedacht. In der Veranstaltungsreihe „Pink Palace“ programmiert das TMD zudem eigene Abende, die Verbindungen zwischen den Communities und den Inhalten der Ausstellungen betonen. Das Museum zu queeren, wirft nicht nur den Blick nach vorne, sondern ebenso zurück. Denn die Mitbegründerin des Schauspielhauses Düsseldorf, Louise Dumont, war offen bisexuell. Das Archiv dieses Schauspielhauses bildet das Fundament des TMD. Der Vortrag stellt Projekte und Perspektiven vor und sortiert die Beobachtungen im Sinne einer diversitätssensiblen kuratorischen Arbeit.
Sascha Förster leitet seit 2021 das TMD Theatermuseum Hofgartenhaus Düsseldorf und Dumont-Lindemann-Archiv. Zuvor hat er von 2012 bis 2021 an der Universität zu Köln sein Promotionsprojekt „Zeitgeist und die Szenen der Imagination“ als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Theaterwissenschaftlichen Sammlung und am Institut für Medienkultur und Theater abgeschlossen. In Köln hat er unter anderem die internationale Sommer Schule koordiniert und Ausstellungen am MAKK mitkuratiert. In Berlin hat er an der Freien Universität Berlin von 2005 bis 2011 Theaterwissenschaft studiert und als studentische Hilfskraft an den Theaterhistorischen Sammlungen der FU gearbeitet. Von 2005 bis 2014 hat er an einer Vielzahl an Theaterperformances mitgewirkt.
Uhrzeit: 18:00 - 19:30 Uhr