Wann: 16:00 - 17:30 Uhr
Wo: THEATER (Raum 2.212) Gronewaldstr. 2, Köln, 50931 Deutschland
Eine eigentümliche Spannung prägt kunstpädagogische Professionalisierung: Lehrpersonen werden als diejenigen adressiert, die etwas wissen sowie das Wissen auch begründen und pädagogisch verantworten sollen. Zugleich lassen sich jedoch weder künstlerische Prozesse noch ästhetische Wirkungen kunstpädagogischer Interventionen vollständig vorausplanen. Was geschieht also in diesem Spannungsfeld? Wann wird jene Wissenszuschreibung zur Belastung und wann und wem gibt sie Orientierung?
Ausgehend von Jacques Lacans Figur des sujet supposé savoir[1] fragt der Vortrag nach affektiven und symptomatischen Antworten auf diese Spannung. An autobiografischen und verdichteten kunstpädagogischen Szenen wird untersucht, wie sich ein Wunsch nach Sicherheit teils begleitet von moralischen Souveränitätsfantasien im Anhäufen von Fachwissen, in Unterrichtsplanungen oder in der Suche nach der „richtigen“ pädagogischen Intervention artikulieren kann. Wie lässt sich auf eine Wissenszuschreibung antworten, die sich nicht vollständig einlösen lässt? Wie lässt sich Wissen verantworten, ohne die Grenzen seiner Verfügbarkeit zu leugnen? Und wie lässt sich Bildung unter diesen Bedingungen denken?
Die Veranstaltung ist öffentlich, alle Studierenden, Lehrenden, Mitarbeitenden, externen Interessierten etc. sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie in Ilias. (Externe Interessierte melden sich bitte per mail bei Nabi Wenke: nwenke1@uni-koeln.de
Das Semesterprogramm der Ringvorlesung Kunstpädagogische Positionen findet sich hier.