Adaptive Lehrkompetenz als Grundlage lernwirksamen und diversitätssensiblen Unterrichts (AdamS)
Projektleitung: Prof. Dr. René Schroeder (Verbundkoordination, Universität zu Köln), Prof. Dr. Susanne Miller (Universität Bielefeld), Prof. Dr. Eva Blumberg (Universität Paderborn), Prof. Dr. Kottmann (Universität Paderborn), Dr. Anne Reh (Universität zu Köln)
Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen: Dr. Alessa Schuldt, Max Thevißen, Annika Ruholl, Dr. Katja Franzen, Jil Ruckgaber
Studentische Mitarbeiter:innen: Franca Frech, Josefine Marschner, Maite Daniel-Martinez, Dana Heib
Projektbeschreibung
In von Diversität geprägten Klassenzimmern ist Unterricht durch die Notwendigkeit fortlaufender situativer Anpassung gekennzeichnet. Lehrkräfte sind gefordert, Wahrnehmungen und Einschätzungen unmittelbar in Entscheidungen und adaptive Handlungen zu überführen. Besonders in inklusiven Lernsettings sind solche Anpassungen eine zentrale Voraussetzung für Teilhabe und gelingendes Lernen aller Schüler:innen.
Im Zentrum von AdamS steht die Frage, wie Grundschullehrkräfte im Sachunterricht spontan auf unterschiedliche Lernvoraussetzungen, Bedürfnisse und Entwicklungsstände der Schüler:innen reagieren. Der Sachunterricht bietet mit seiner vielperspektivischen Ausrichtung, der thematischen Auseinandersetzung mit Vielfalt und Gemeinschaft und seiner starken Lebensweltorientierung eine besonders geeignete Grundlage für diversitätssensibles Unterrichtshandeln. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer Adaptionsmatrix, die adaptive Unterrichtsstrategien systematisiert und Lehrkräfte dabei unterstützt, adaptive Entscheidungen im inklusiven Unterricht gezielt zu treffen.
Ein interdisziplinäres Forscher:innenteam aus der Grundschul-, Inklusions- und Sonderpädagogik sowie der Sachunterrichtsdidaktik der Universitäten zu Köln, Bielefeld und Paderborn arbeitet daran, mikroadaptive Unterrichtsstrategien systematisch zu identifizieren, theoretisch zu strukturieren und empirisch zugänglich zu machen. Methodisch setzt das Projekt unmittelbar an der Schulpraxis an. In enger Wissenschafts-Praxis-Kooperation arbeiten die Universitäten mit Grundschulen und Zentren für schulpraktische Lehrer:innenausbildung im Rahmen des Design-Based-Research-Ansatzes zusammen. Dabei werden theoretische Perspektiven mit praxisbezogener Expertise verschränkt, um eine für die Grundschulpraxis anschlussfähige Adaptionsmatrix zu erarbeiten.
AdamS baut konzeptionell und empirisch auf das im Jahr 2024 erfolgreich abgeschlossene Verbundprojekt DiPoSa („Didaktisch-diagnostische Potenziale des inklusionsorientierten Sachunterrichts“) auf. Im Sinne der Datennachhaltigkeit wird das dort erhobene umfangreiche Videomaterial erneut aufgegriffen und weiterführend analysiert.
Zur nachhaltigen Nutzung in Forschung sowie in der Aus- und Fortbildung wird die Adaptionsmatrix in Zusammenarbeit mit QUA-LiS NRW abschließend als Open Educational Resource (OER) digital bereitgestellt. Das entwickelte Rahmenmodell macht adaptive Handlungsmöglichkeiten sichtbar und vergleichbar und erschließt sie für Forschung und schulische Praxis. Auf diese Weise leistet das Projekt einen Beitrag zur Reduktion von Bildungsungerechtigkeit und unterstützt Lehrkräfte bei der Bewältigung konkreter Herausforderungen des Grundschulunterrichts.
Projektlaufzeit: 10/2025 – 09/2028
Förderung: