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Unsere Forschungsschwerpunkte sind:

  • Bewegung und Körperlichkeit als Schnittstelle zur Entwicklung und Bildung von Kindern mit individuellen Förderbedarf;
  • Untersuchung der Beteiligungskultur von Kindern mit risikoreichen Hintergrund und die entwicklungsförderliche Wirkung von (Spiel)Räumen;
  •  Feldforschung und Transferforschung: Konzeptionen von bewegungs- und körperbezogenen Zugängen an der Schnittstelle frühpädagogischer und schulischer Handlungsfeldern;
  • Bewegungsraum als Forschungsraum;
  • Wahrnehmung - Bewegung - als ästhetische Erfahrungsräume.

Dabei steht übergeordnet die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie über die Arbeit mit  Körperlichkeit und Bewegung Kinder in ihrer Entwicklung unterstützt werden können.

 

Projekt mutig+ Inklusive Diagnostik (02/2026-12/2026)

Projekt mutig+ Inklusive Frühförderung (01/2025-01/2026)

 

Dissertationsprojekte

Marlen Dambach

Arbeitstitel: Die (unausgeschöpften) Potentiale des erlebenden Körpers. Eine Bestandsaufnahme des (nicht) erlebenden Körpers in verschiedenen Lebensbereichen der westlich-technischen Zivilgesellschaft über die Lebensspanne.

Das gesellschaftliche System der westlich technischen Zivilgesellschaft ist noch immer auf kognitive Prozesse fixiert. Obwohl der Körper-Bezug im Sinne von Leiblichkeit in einigen wissenschaftlichen Kreisen vermehrt theoretisch diskutiert wird, scheinen diese Überlegungen in der Praxis und bei der Umsetzung in alltägliche Lebenskontexte bei weitem nicht angekommen, geschweige denn umsetzbar. Vielmehr ergibt sich im Zeitalter der Postmoderne und des Neoliberalismus durch immer neue technisch-digitale und naturwissenschaftliche Errungenschaften sowohl auf physiologischer, psychologischer, wie auf zwischenmenschlicher Ebene der Eindruck, dass die durch Innovationen suggerierten „Verbesserung“ der Verhältnisse, zu erheblichen Mehrbelastungen, Komplexitäten und erhöhten Ansprüchen führt, die es im Alltagsleben, wiederum ausschließlich verlagert auf die Verantwortlichkeit des Individuums, alleine zu handhaben gilt. Schneller, besser, mehr. Immer! Körper, Körperlichkeit und gesundheitliches Wohlbefinden werden, verlagert in die Verantwortung eines Einzelnen, im Alltagshandeln zu zweckdienlichen Mitteln, um wiederum den gesellschaftlichen Leistungserwartungen zu entsprechen und mithalten zu können (Schönheit, Fitness, Figur, Resilienz, Arbeitskraft, Flexibilität, Schnelllebigkeit, Gesundheit, Fuckability usw.) und stärken darüber wiederum das Kollektiv der narzisstischen Leistungsgesellschaften mit all ihren Problemen. Der Bezug zum erlebenden Körper, verstanden als Leib-Bezug, wird im System unserer westlich technischen Zivilgesellschaft nur marginal in einer Vielzahl von Lebensbereichen und über die Lebensspanne im Alltagshandeln berücksichtigt und gewürdigt. Es gibt zu wenig (öffentliche) Räume in denen das Erleben des Körpers möglich, erwünscht oder gefördert wird. Manche schon bestehenden Räume werden verkleinert oder laufen Gefahr dem Leistungssystem untertänig zu nutzen. Der Leibbezug in Sinne von Selbsterfahrung, leiblicher Intelligenz, Leibspüren wie er z.B. in der pragmatischen Leibphilosophie wie z.B. von Böhme angeregt, bleibt aus oder findet sich in kleinen Inseln abseits des Mainstreams, worüber die Differenz zwischen „Körper haben“ und „Körper sein“ sowie der weiterhin bestehende Cartesianismus in ein kollektiv gefährliches ad absurdum überführt wird, welches mit der Idee erlebender Körperlichkeit wenig in Einklang zu bringen ist. Wo die Potentiale des erlebenden Körpers innerhalb unserer Gesellschaft über die Lebensspanne eines Menschen noch brach liegen und Raum benötigen, um Leib-Bezug / Leib-Sein (wieder) herstellen zu können, sollen in dieser Arbeit aufgezeigt werden, um erste Ableitungen, Impulse und Diskussionsgrundlage für Veränderungen in der (nahen?) Zukunft anzustoßen.

 

Anne Katz

Arbeitstitel: Zur Bedeutung von Leiblichkeit für die Förderung entwicklungs- und gesundheitsbezogener Teilkompetenzen in der Lehrkräfteausbildung.

Das Dissertationsprojekt befasst sich mit der Frage, inwiefern ein bewusster, reflektierter Umgang mit Bewegungs- und Körpererfahrungen – unter Berücksichtigung der Doppeldeutigkeit des Erfahrungsbegriffs – der Entfremdung des eigenen Leibes begegnen und Lehramtsstudierende im Kontext von Professionalisierung darin unterstützen kann, Krisensituationen zu analysieren und in lösungsorientiertes Handeln umzusetzen.
Ein zentraler Ausgangspunkt hierbei sind Studien, die einerseits zeigen, dass Lehrkräfte grundsätzlich über ein hohes Maß an fachlichen Kompetenzen und persönlichem Engagement verfügen, andererseits liefert die Lehrkräftebelastungsforschung in Hinblick auf psychosoziale Belastungen besorgniserregende Ergebnisse (Kuhl et al. 2020). Insbesondere im Referendariat sinken Selbstwirksamkeitserwartung und die Fähigkeiten, überfachliche Kompetenzen einschätzen sowie bewusste Entscheidungen treffen zu können. „Das Gefühl der Bewältigungsmöglichkeit lässt nach und somit auch die Wahrnehmung für die eigene Person“ (Kosinar 2010). Die Annahme, der Mensch sei ein zur reflexiven Leiblichkeit fähiges Lebewesen - sei also „in der Lage mit sich selbst im Gespräch zu sein und das augenblickliche Befinden zu fühlen und zu wissen“ (Haas et al. 2014) – ist für fortführende Überlegungen grundlegend. Doch die entsprechenden Rahmenbedingungen, leibliche Regungen zu spüren, wahrzunehmen und ihnen Bedeutungen zuzuschreiben, sind im erwachsenen Alltag häufig nicht vorhanden (Haas et al. 2014; Seewald 2007).
Das qualitativ angelegte Forschungsdesign setzt auf Interviews mit Studierenden mit vielfältigen Bewegungs- und Körpererfahrungen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen können Implikationen für die Lehrkräfteausbildung und Professionalisierungsprozesse abgeleitet werden, inwiefern neben den bereits verankerten kognitiven Reflexionsräumen im Ausbildungsprozess auch (Bewegungs-)Räume des leiblichen Spürens eine Möglichkeit zur Selbstreflexion und Förderung entwicklungs- und gesundheitsbezogener Teilkompetenzen darstellen.