Kurs 8/2014:
ICF in aller Munde - Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) und ihr möglicher Beitrag für inklusive Bildung
Die ICF ist seit ihrer Veröffentlichung durch die WHO (2001) in vielen Gesundheitsfeldern zunehmend in aller Munde. Als neues Klassifikationssystem stellt sie eine länder- und fachübergreifende einheitliche Sprache zur Beschreibung von Behinderung, der sozialen Beeinträchtigung und der relevanten Umgebungsfaktoren zur Verfügung. Als ein übergeordnetes Ziel strebt die ICF eine Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung an. Die ICF klassifiziert so - entgegen häufiger Vorurteile - weder Personen, noch fokussiert sie einseitig auf Krankheiten und Defizite, sondern bezieht in der Beschreibung der „Funktionsfähigkeit" einer Person explizit unterstützende oder hemmende Umweltfaktoren mit ein, welche im besonderen Maße über die Möglichkeit zur Aktivität und Teilhabe von Menschen mit Behinderung mitbestimmen (z.B. Wohnsituation, psychosoziales, häusliches Umfeld uvm.). Während die ICF im Bereich der medizinischen sowie beruflichen Rehabilitation bereits erfolgreich angewandt wird, ist diese im pädagogisch-schulischen Umfeld in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Nicht selten schwanken professionelle Gruppen in der Begegnung mit der ICF zwischen Heilserwartungen („Jetzt machen wir alles neu und besser!") und Befürchtungen („Was kommt jetzt schon wieder Neues auf uns zu?!") hin und her. Im Workshop werden die Grundzüge der ICF sowie das Potential der ICF für den schulischen Alltag vorgestellt und anschließend kritisch diskutiert. Folgende Fragen stehen dabei im Fokus:
Lässt sich mit Hilfe der ICF die Grenzziehung zwischen „Behinderungsarten" überwinden?
Inwieweit kann die ICF im schulischen Kontext eine gemeinsame disziplinenübergreifende Sprache zur Beschreibung von „Behinderung" zur Verfügung stellen und so in der Schule die „Teamkommunikation/-Koordinierung" verbessern?
Wird mit Hilfe der ICF im schulischen Umfeld besser erkennbar, aus welchen personenbezogenen und äußeren Faktoren individuelle Behinderung erwächst? Welche Möglichkeiten lassen sich hieraus zur Verbesserung von Förderdiagnostik und Förderplanung ableiten?
Kann man mit Hilfe der ICF beeinträchtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in bestimmten Lebensbereichen bzw. den Bedarf an Teilhabe genauer erkennen und Maßnahmen zur Verbesserung der Teilhabe gezielter formulieren und anbieten?
Kann man aus einer ICF-basierten Diagnostik unmittelbare Anforderungen an Schule in Zeiten der Inklusion ableiten (z.B. bauliche und sonstige Anforderungen etc.), so dass gemeinsames Lernen erfolgreicher möglich wird? Lässt sich auf diesem Weg die Inklusion bedarfsgerecht organisieren?
Datum/Termine: 06. 12. 2014, 10.00h-16.00h
Teilnehmerzahl: 15
Anmeldung: über zedif-fortbildung@uni-koeln.de (bitte beachten Sie die Hinweise unter Anmeldung)
Teilnahmegebühr: 50 Euro
Anmeldefrist: 15.11.2014
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