Ambulante parenterale Antibiotikatherapie in der Kölner Metropolregion (K-APAT)

Verantwortlich

Dr. Nadine Scholten

Zeitraum

01.04.2019-31.03.2022

Förderung

Konsortialführung Prof. Dr. Clara Lehmann, Prof. Dr. Fätkenheuer, Klinische Infektiologie, Klinik I für Innere Medizin, Uniklinik Köln Konsortialpartner Prof. Dr. Holger Pfaff & Dr. Nadine Scholten, Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft, Universität zu Köln, Uniklinik Köln Prof. Dr. Martin Hellmich, Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie, Universität zu Köln Peter Ihle, PMV forschungsgruppe, Universität zu Köln Kooperationspartner AOK Rheinland/Hamburg BARMER pronova BKK DAK-Gesundheit Dr. Gillor, MVZ Innere Medizin Drs. Stechel und Juretzko Drs. Kümmerle, Voigt und Wyen, Praxis am Ebertplatz Dr. Scholten, Praxis Hohenstaufenring Drs. Isernhagen, Qurishi und Römer, Gemeinschaftspraxis Gotenring Prof. Dr. Holtmeier, Krankenhaus Porz am Rhein gGmbH Prof. Dr. Reuter, Klinikum Leverkusen gGmbH Prof. Dr. Oette, Krankenhaus der Augustinerinnen gGmbH Prof. Dr. Seifert, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene, Uniklinik Köln

Beschreibung

Bei zahlreichen Infektionen werden Antibiotika als Infusion direkt in den Blutkreislauf gespritzt. Das geschieht in Deutschland klassischerweise im Krankenhaus. Bei der sogenannten APAT hingegen werden Antibiotika zu Hause durch die Patient*innen selbst oder eine Betreuungsperson verabreicht. So können die Patient*innen in der vertrauten Umgebung bleiben und ihren Alltag wie gewohnt leben. Trotz dieser und weiterer Vorteile wird die APAT in Deutschland bisher nur selten durchgeführt. In diesem Projekt sollen die Durchführung und Praktikabilität einer APAT systematisch überprüft werden – und zwar modellhaft am Beispiel der Kölner Metropolregion. Im ersten Teil der Studie sollen Patient*innen mit einer Infektion durch eine APAT versorgt und beobachtet werden. Die dabei erfassten Daten sollen Aufschluss insbesondere über den Behandlungserfolg sowie die Zufriedenheit von Patient*innen und behandelnden Ärzt*innen geben. Den niedergelassenen Ärzt*innen kommt bei der APAT eine Schlüsselrolle zu. Ihre gegenwärtige Einstellung zu dieser Therapieform soll daher im zweiten Teil der Studie durch eine umfängliche Befragung erfasst werden. In einem weiteren Arbeitspaket soll schließlich die aktuelle Versorgungssituation und somit die Relevanz der APAT untersucht werden. Daten von Versicherten aus der Kölner Metropolregion werden über die CoRe-Net Datenbank unter medizinischen, epidemiologischen und ökonomischen Gesichtspunkten ausgewertet und analysiert. Das IMVR übernimmt die Evaluation der APAT sowie die Befragung der niedergelassenen Hausärzt*innen in Köln. Die Patientenzufriedenheit wird zunächst mithilfe einer quantitativen Befragung erhoben, an die sich im Nachgang eine qualitative Ergründung von Aussagen anschließt. Die Zufriedenheit der Versorger*innen wird mithilfe von Fokusgruppen erfasst. Auf Basis der Ergebnisse wird ein Fragebogen entwickelt, mit dem niedergelassene Hausärzt*innen hinsichtlich ihrer Bereitschaft an der Teilnahme von APAT und der Implementierungshürden befragt werden. Im Erfolgsfall soll das Projekt helfen, das Potential der APAT für Deutschland zu identifizieren. Lassen sich in der Kölner Metropolregion positive Effekte wie auch die Machbarkeit zeigen, könnte die APAT für bestimmte Patienten eine wichtige Therapieoption mit vielen Vorteilen werden. Die Erkenntnisse aus dieser Studie sowie entwickelte Konzepte und Strukturen können später bundesweit übertragen werden.

Description

Many infections necessitate the use of intravenous antibiotics, sometimes over the course of several weeks. In case of an outpatient parenteral antibiotic therapy (OPAT), these antibiotics are administered at home by the patient or a caregiver. This allows patients to remain in a familiar environment and avoids a hospital stay. Despite these advantages, OPAT is rarely used in German patient populations. In this project, the execution and practicability of an OPAT will be evaluated systematically using the Cologne metropolitan region as a model. There are three main work packages in the project. As a part of the first work package, patients with an infection will receive OPAT followed by an evaluation of the OPAT effectiveness. The data that is gathered will provide information about the success of OPAT and about the satisfaction of patients and treating physicians. The second work package includes a survey of established physicians in Cologne. In the third work package, the current care situation and the relevance of OPAT will be examined using an analysis of Statutory Health Insurance (SHI) data. For this secondary data analysis, the CoRe-Net database will be used. The Institute of Medical Sociology, Health Services Research, and Rehabilitation Science (IMVR) are involved in the evaluation of OPAT and will conduct the survey with established physicians. As a part of the evaluation, the satisfaction of patients will be conducted with a quantitative survey. To gather more in-depth information, we will also conduct interviews with selected patients based on the survey data. Furthermore, the IMVR will conduct two focus groups to identify the reasons why an implementation was successful to better inform the clinical providers. Based on the results of the focus groups, a quantitative questionnaire will be developed to identify the current attitude of established physicians in Cologne and possible barriers of OPAT implementation. If successful, the project should help to identify the potential of the OPAT for Germany. If positive effects and feasibility can be demonstrated in the Cologne metropolitan area, the OPAT could become an important treatment option that is beneficial for many patients. The findings from this study, as well as developed concepts and structures, can later be transferred nationwide.