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TranslaPed: Translanguaging Pedagogy in mehrsprachigen Kitas und Schulen in NRW | Translanguaging Pedagogy in Multilingual Day-care Centers and Schools in NRW

Filme

Verantwortlich

Prof. Dr. Julie A. Panagiotopoulou a.panagiotopoulou[uk]uni-koeln.de

Weiter verantwortlich

Dr. Eleni Louloudi eleni.louloudi[uk]uni-bielefeld.de

Zeitraum

01.01.2019-31.12.2029

Beschreibung

Für Kinder, die Bildungseinrichtungen der deutschen Migrationsgesellschaft besuchen, ist mehrsprachiges Aufwachsen zunehmend Realität und Normalität, wie der Bildungsbericht immer wieder belegt (vgl. Autorengruppe Bildungsberichterstattung, 2020; Autor:innengruppe Bildungsberichterstattung, 2022; 2024). Dennoch fehlen im Zusammenhang mit der Professionalisierung von pädagogischen Fachkräften inklusive, mehrsprachige (früh-)pädagogische Konzepte, die sich auf das Sprachrepertoire aller Kinder beziehen (zur Kritik Jahreiß, 2018) und Professionalisierungsforschung, die auf eine „Reflexion der migrationsgesellschaftlichen Struktur der Gegenwart“ (Ohm, Karakaşoğlu & Mecheril 2022, 292) ausgerichtet ist. Im Rahmen des Forschungs- und Fortbildungsprojekts TranslaPed („Translanguaging Pedagogy in mehrsprachigen Kitas und Schulen in NRW“), werden seit 2018 ausgewählte Kindertageseinrichtungen und Grundschulen in Nordrhein-Westfalen bei der Implementierung bzw. bei der Inklusion von Familiensprachen, die zum Teil als ‚Migrationssprachen‘ gesellschaftlich marginalisiert sind, in den pädagogischen Alltag ethnographisch begleitet. Hierbei hat sich gezeigt, dass Translanguaging einerseits als Methode zur Förderung von Mehrsprachigkeit und andererseits als umfassendes pädagogisches Konzept im Sinne einer „Translanguaging Pedagogy“ (García, Ibarra Johnson & Seltzer, 2017) zur Ermöglichung der Teilhabe aller Kinder an (sprachlicher) Bildung verstanden wird (Panagiotopoulou & Hammel, 2020; 2023).

Die am TranslaPed-Projekt beteiligten Bildungseinrichtungen erhalten Unterstützung in Form von Fortbildungen auf der Grundlage ethnographischer Beobachtungen, die studentische Forscher*innen der Universität zu Köln im pädagogischen Alltag im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten durchführen (siehe Kamphuis 2019, Farace 2020, Borne 2023, Schnitzler i. V.). Um die sprachpolitischen Bedingungen in den jeweiligen (u.a. bilingualen) Bildungseinrichtungen sowie die Sichtweisen (u.a. Sprachideologien) der beteiligten (u.a. mehrsprachigen) pädagogischen Fachkräfte auch vergleichend zu beleuchten, beschäftigt sich die Dissertation von Maria J. Hammel mit der Rekonstruktion von Perspektiven pädagogischer Fachkräfte auf Translanguaging als Frühpädagogik. Hierzu werden vor und nach den Workshops theoriegenerierende Expert*inneninterviews, in Anlehnung an Bogner, Littig und Menz (2014), mit den beteiligten Fachkräften durchgeführt und mithilfe der konstruktivistisch informierten Grounded Theory (Charmaz 2014) entlang folgender Leitfragen analysiert:

Welche Sprachideologien und bisherigen ‚(sprach-)pädagogischen‘ Praktiken reproduzieren und/oder hinterfragen die am Projekt beteiligten Fachkräfte?
Welche Verbindungen lassen sich zwischen zentralen Aspekten einer Translanguaging Pedagogy (stance, design, shifts) und dem (Selbst-)Verständnis von pädagogischer Professionalität rekonstruieren?
Welche Bedeutung messen die Fachkräfte dem Translanguaging Konzept in ihrem, von (potenziell) marginalisierten Migrationssprachen geprägten, Kita-Alltag im Rahmen ihrer (sprach-)pädagogischen Professionalisierung bei?
Darüber hinaus wird ein besonderer Schwerpunkt auf das Verständnis mehrsprachiger Praktiken gelegt, die als integraler Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts, insbesondere des Englischunterrichts, betrachtet werden (sollten) (Tian et al. 2020). Für den Englischunterricht bedeutet dies auch, den kolonialen Realitäten der englischen Sprache besondere Aufmerksamkeit zu widmen (z.B. which English, whose English, why English, or English by whom? Louloudi 2024: 19). In diesem Rahmen untersucht das Habilitationsprojekt von Dr. Eleni Louloudi die Besonderheiten von Translanguaging für den Englischunterricht in der Grundschule, um dieses als eine Form von inklusiver, kritischer Fremdsprachendidaktik zu verstehen (Gerlach 2020; Louloudi 2024). Dabei sind folgende Fragen relevant:

Welche Formen nehmen Mehrsprachigkeit und Translanguaging im Englischunterricht der Primarstufe an?
Welche dieser Formen sind spezifisch für den Englischunterricht (als eine globale und koloniale Sprache?)
Und in welcher Beziehung stehen sie zu inklusiven Praktiken der Bildungseinrichtung?