TrEdBio: Transnationale Bildungsbiographien von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen zwischen Griechenland und Deutschland

Verantwortlich
Prof. Dr. Julie A. Panagiotopoulou a.panagiotopoulou[uk]uni-koeln.deWeiter verantwortlich
Dr. Matthias Wagner matthias.wagner[uk]uni-koeln.deZeitraum
01.01.2019-31.12.2029Beschreibung
Die internationale Finanzkrise der letzten Jahre hat eine „Transnationalisierung sozialer Ungleichheiten“ (Nowicka 2019: 118) und eine „ökonomisch erzwungene (Trans-)Migration innerhalb Europas“ verursacht (Wischmann/Liesner 2020: 196). So kamen im Zuge der EU-Freizügigkeit aufgrund der Finanzkrise in Griechenland (potentiell) sozioökonomisch marginalisierte ‚griechische‘ und ‚nicht-griechische‘ Familien – teilweise mit bereits vorhandener Migrationsgeschichte – nach Deutschland (Panagiotopoulou et al. 2019). Besonders relevant ist hierbei die neue familiale Migration von Angehörigen der albanien- und griechenlandstämmigen albanisch-griechischsprachigen Community, die – als größte migrantische bzw. migrantisierte Gruppe in Griechenland – im Zuge ihrer „Onward Migration“ (Ahrens/King 2023) bereits Diskriminierungs- und Marginalisierungserfahrungen gemacht hat (Gemi 2014).Vergleichende Analysen haben gezeigt, dass insbesondere die in Deutschland/NRW lebenden Eltern dieser Familien von einer fortbestehenden Bildungsbenachteiligung und insbesondere von Sprach- und Bildungsbarrieren im Kontext deutscher Schulen berichten, die sie bzw. ihre Kinder durch den Wechsel an eine griechische Ergänzungsschule (GES) in NRW zu überwinden versuchten (Gkolfinopoulos/Panagiotopoulou 2019; Wagner/Panagiotopoulou 2023). Diese Ergänzungsschulen wurden in den 1980er Jahren auf Initiative griechischer Arbeitsmigrant*innen aufgrund ihrer Erfahrungen mit schulischer Selektion in Deutschland gegründet (vgl. Siouti 2013: 63) und sind – so unsere ersten Ergebnisse – bis heute mit familialen Bemühungen um transnationale und soziale Mobilität verbunden. Das Forschungsprojekt TrEdBio rekonstruiert daher (bildungs-)biographische Erfahrungen und insbesondere Inklusions-/Exklusionserfahrungen von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in Deutschland, ihre damit verbundenen Biographisierungs- und Subjektivierungspraktiken sowie ihre Zugehörigkeitskonstruktionen im Zusammenhang mit:
Ihrem mitgebrachten bildungs- und sprachbiographischen Kapital und ihrer eigenen (familialen) „Bildungsentscheidung“ (Dausien 2014) für eine (Re-)Integration in das griechische Bildungssystem in Deutschland.
Ihrem eigenen (familialen) Bestreben, transnationale und soziale Mobilität mittels einer akademischen (Bildungs-)Biographie herzustellen.
Im Rahmen des Projektes werden aktuell – im Sinne einer ‚decolonizing methodology‘ sensu Ofelia García und Li Wei (2022) – unterschiedliche (translinguale) Erhebungsmethoden (vgl. Uçan 2020) zur Erforschung transnationaler Bildungsbiographien erprobt und deren Implikationen für die erziehungswissenschaftliche Migrationsforschung kritisch reflektiert (vgl. Panagiotopoulou/Wagner/Gashi 2025).