Erziehungswissenschaft im Kontext von Medien und Digitalisierung

Prof. Dr. Kai Hugger

 

Profil

Der Forschungsschwerpunkt untersucht die sozialen, politischen und kulturellen Implikationen von Medien und Digitalisierungsprozessen im Hinblick auf Erziehung, Lernen und Bildung. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Mediensozialisation von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, zum Erwerb bzw. zur Aneignung von Medienkompetenz und Prozessen der Medienbildung sowie Aspekte der Gestaltung von Lehr- und Lernszenarien (Mediendidaktik). Der Forschungsschwerpunkt betrachtet mediale Entwicklungen immer im gesellschaftlich-kulturellen Kontext und im Zusammenhang mit dem gesamten Spektrum formaler, non-formaler wie informeller Bildungskontexte im Lebenslauf. Die Gegenstandsbereiche des Forschungsschwerpunkts werden aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive untersucht. Dabei werden Ansätze aus anderen Disziplinen (Kommunikationswissenschaft, Medienwissenschaft, Psychologie etc.) berücksichtigt und in eigene Fragestellungen und Konzepte integriert. Hierbei wird ein breites methodisches Repertoire genutzt (z.B. Befragungen, Beobachtungen, rekonstruktive und interpretative Verfahren, kritisches Data-Mining), um die Phänomene, die in den empirisch wie auch theoretisch-konzeptionell ausgerichteten Forschungsprojekten fokussiert werden, zu beschreiben und/oder zu erklären. 
In organisatorischer Hinsicht stellt der Forschungsschwerpunkt ein Netzwerk verschiedener Professuren und Arbeitsbereiche des Departments Erziehungs- und Sozialwissenschaften dar, die projektbezogen und interdisziplinär mit Professuren und Arbeitsbereichen anderer Departments der Humanwissenschaftlichen Fakultät zusammenarbeiten. 

 

Schlüsselfragen

  • Wie hängen Phänomene in den Bereichen Medien und Digitalisierung mit Strukturen, Diskursen und Praktiken formaler, non-formaler und informeller Bildung zusammen?
  • Inwiefern müssen angesichts des medialen Wandels zentrale medienpädagogische Begriffe und Konzepte modifiziert oder gänzlich neu gedacht werden?
    Wie entwickeln sich (Spezial-)Diskurse um Medienkompetenz und Medienbildung unter Bedingungen der Digitalisierung?
    Welche Gestaltungsfragen schließen sich im didaktischen Sinne an?

 

Ausgewählte Publikationen 

  • Hugger, K.-U./Tillmann, A. (2021). Kindheit und Jugend im Wandel: Veränderte Medienumgebung und Mediennutzung. In H.-H. Krüger, C. Grunert & K. Ludwig (Hrsg.), Handbuch Kindheits- und Jugendforschung [3. Auflage]. Wiesbaden: Springer VS.
  • Bettinger, P./Hugger, K.-U. (2020). Praxistheoretische Perspektiven in der Medienpädagogik. Wiesbaden: Springer VS.
  • Hugger, K.-U. (Hrsg.) (2014): Digitale Jugendkulturen. 2. Auflage. Wiesbaden: Springer VS.
  • Hugger, K.-U./Tillmann, A. (2016): Methodenworkshop: Mobile Methoden. In: Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation. 36. Jg. H. 2. Beltz Juventa: Weinheim, S. 213-220.
  • Hugger, K.-U./Braun, L. M./Noll, C./Nowak, T./Gräßer, L./Zimmermann, D./Kaspar, K. (2019). Zwischen Authentizität und Inszenierung: Zur medienkritischen Einschätzung informationsorientierter YouTuber*innen-Videos durch Jugendliche. In: von Gross, F. & Röllecke, R. (Hrsg.), Instagram und YouTube der Teens und Tweens – Inspiration, Beeinflussung, Teilhabe. (Schriftenreihe Dieter Baacke Preis Handbuch 14). München: kopaed.

 

Ausgewählte Forschungsprojekte 

  • Ganztag-digital - Digitale Medien und Medienbildung in der sozialen Welt der Ganztagsschule (BMBF-Projekt 2019-2022). Leitung: Prof. Dr. Kai-Uwe Hugger (zus. mit Prof. Dr. Angela Tillmann, Prof. Dr. Dr. Kai Kaspar, Prof. Dr. Ivo Züchner, Dr. Harald Gapski)
    Youtuber-Videos, Peers und politische Orientierung von Jugendlichen (Grimme-Forschungskolleg, 2017-2018). Leitung: Prof. Dr. Kai-Uwe Hugger (zus. mit Prof. Dr. Dr. Kai Kaspar, Lars Gräßer)
  • Heterogenität und Inklusion gestalten – Zukunftsstrategie Lehrer*innenbildung Köln (ZuS). 2. Förderphase: Schwerpunkte Kompetenzorientierung, inklusive, digitale und sprachliche Bildung, Nachwuchsförderung sowie Qualitätssicherung. (BMBF-Projekt, 2019-2023). Projektpartner: Prof. Dr. Kai-Uwe Hugger