DFG-Projekt: Europareisen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Bildungsprozesse und die Konstruktion nationaler Identitäten in Reiseberichten kreolischer Reisender

Verantwortlich

Prof. Dr. Elke Kleinau ekleinau[uk]uni-koeln.de

Weiter verantwortlich

Dr. Lilli Riettiens L.Riettiens[uk]uni-koeln.de

Zeitraum

01.04.2018-31.03.2021

Förderung

Beschreibung

Ziel des Projektes ist es, aus einer historisch und transnational, d.h. nationale Grenzen überschreitenden, vergleichenden Perspektive Bildungsprozesse sowie die Konstruktion nationaler Identitäten in (autobiografischen) Reiseberichten kreolischer Reisender zu beleuchten. Zugehörigkeiten und Nicht-Zugehörigkeiten wurden, so die Annahme, auf Reisen ausgehandelt und konstruiert, individuelle und kollektive Identitäten stetig hergestellt, wobei neben der Nationalität auch das Geschlecht - der Reisenden als auch der 'Bereisten' - als Differenzzuschreibung eine tragende Rolle einnahm. Dabei wird angenommen, dass sich die Kreol_innen bei der Beschreibung der eigenen nationalen Zugehörigkeit in einer oszillierenden Bewegung stetig neu zwischen 'Mutterland' und ehemaliger Kolonie verorteten, wodurch ihre Konzepte von 'Eigen- und Fremdheit' von Uneindeutigkeit geprägt sind. Fremdheits- und Differenzerfahrungen können wiederum Bildungsprozesse initiieren, die durch die Analyse einer speziellen Unterart der Quellengattung Reiseberichte, den Reisetagebüchern, herausgearbeitet werden sollen.

Description

The aim of the project is to analyse from a historical and transnational perspective processes of education as well as the construction of national identities in (autobiographical) travel reports of Creole travellers. On the basis of their relationship to Europe and Latin America, the planned research project is to examine the extent to which affiliations and non-affiliations were negotiated and constructed by nationality and gender. It is assumed that during the description of their own national affiliation, Creole men and women were continually re-establishing themselves between an 'utter motherland' and a former colony in an oscillating movement, whereby their concepts of 'self and foreignness' are characterized by ambiguity. Experiences of foreignness and difference can in turn initiate educational processes, which are to be worked out by analysing a special subspecies of the source category travel reports: travel diaries.