Ergänzende Methoden in etablierten Untersuchungen in der Erkennung von Beeinträchtigungen der Wortfindung bei dementiellen Erkrankungen und Schizophrenie - eine klinisch-linguistische Aufarbeitung

Definition Schizophrenie

Definition Demenz

Förderlinie "Kleine Fächer - Große Potenziale" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektlaufzeit: 2018-2021

Projektleiterin: Dr. Anna Rosenkranz

Projektmitarbeiterinnen: Gianna Urbanczik, B.A. (Wissenschaftliche Hilfskraft), Gianna Lohbusch (Forschungspraktikantin), Paula Eischeid (Forschungspraktikantin)

Ehemalige Projektmitarbeiterin: Caroline Gerhards (Studentische Hilfskraft)

 

Überblick:

Projektbeschreibung

Kooperationspartner

Publikationen

Präsentationen


Projektbeschreibung:

Das Vorhaben richtet sich auf die klinisch-linguistische Aufarbeitung ergänzender Methoden in der Erkennung von Beeinträchtigungen der Wortfindung bei Kognitiven Kommunikationsstörungen, insbesondere bei dementiellen Erkrankungen und Schizophrenie. Störungen der Wortverarbeitung werden durch den Einsatz von Wortgenerierungsaufgaben, während derer innerhalb einer vorgegebenen Zeit möglichst viele Wörter genannt werden sollen, klinisch erfasst. Empirische Befunde zeigen, dass gesunde Sprecher in der semantischen Bedingung (z.B. Tiere) mehr Wörter generieren als in der formal-lexikalischen Bedingung (z.B. Anfangsbuchstabe S). Bei dementiellen Erkrankungen und Schizophrenie werden jedoch deutlich weniger Wörter in der semantischen Bedingung generiert. Neben der quantitativen Auswertung gibt es qualitativ ergänzende Auswertungsparameter, die bisher allerdings wenig Anwendung finden. Da die zugrundeliegende semantisch-lexikalische Störung der beiden Störungsbilder unterschiedlich verortet werden, ist anzunehmen, dass eine ergänzende qualitative Analyse mit klinisch-linguistischen Auswertungsparametern (z.B. die Berücksichtigung der Wortfrequenz), wichtige Erkenntnisse über die an der Wortgenerierung beteiligten sprachlichen Prozesse liefern.

Die Erarbeitung von Diagnostikstandards spielt sowohl für die Klinik als auch für die Forschung eine wichtige Rolle, da sie für eine fundierte Abklärung des Störungsschwerpunktes sowie als Basis für die Entwicklung neuer geeigneter Therapieansätze benötigt werden. Das Vorhaben ist zudem von gesellschaftlicher Relevanz, da es einen Beitrag zur Positionierung der aktuell diskutierten Zuständigkeit Klinischer LinguistInnen leistet. Die Ergebnisse sollen jüngste Überlegungen stützen, die Kognitive Kommunikationsstörungen als Folge gestörter kognitiv-sprachlicher Interaktion einordnen. Durch diesen neuen Aufgabenbereich der Klinischen Linguistik entstehen zukünftig wichtige wissenschaftliche Fragestellungen wie die Erarbeitung weiterer geeigneter Diagnostik- und Therapiemethoden bei Kognitiven Kommunikationsstörungen auf der pragmatisch-kommunikativen Ebene, der semantisch-lexikalischen Ebene sowie der Textebene.

 (zurück zum Seitenanfang)

 

Kooperationspartner: 

Kooperationspartner der Universität zu Köln:

Prof. Dr. Prisca Stenneken (DHR)

Dr. Kristina Jonas (DHR)

Jana Quinting, M.Sc. (DHR)

 

Externe Kooperationspartner:

Prof. Dr. Arne Nagels (Department of English and Linguistics, Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

Prof. Dr. Tilo Kircher (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsklinik Marburg)

Prof. Dr. Vlasta Erdeljac (Department of Linguistics, University of Zagreb)

Dr. Julia Büttner-Kunert (Institut für Deutsche Philologie, Ludwig-Maximilians-Universität München)

Dr. Arpita Bose (School of Clinical Language Sciences, University of Reading)

apl. Prof. Frank Domahs (AG Klinische Linguistik, Universität Marburg)

Yvonne Hergert, M.A. (Praxis für Sprachtherapie Mareike Müller)

(zurück zum Seitenanfang)

 

Publikationen:

Rosenkranz*, A., Quinting*, J., de Beer, C., Jaecks, P., Jonas, K., Rubi-Fessen, I., Hogrefe, K., & Hußmann, K. (angenommen). Komplexe semantische Verarbeitung bei Kognitiven Kommunikationsstörungen. Sprache - Stimme - Gehör. (*geteilte Erstautorenschaft)

Rosenkranz, A., Kircher, T., & Nagels, A. (im Druck). Neuropsychological correlates underlying verbal fluency deficits in schizophrenia: the role of attention and executive function. Interdisciplinary Linguistic and Psychiatric Research on Language Disorders.

 

Präsentationen:

Rosenkranz, A., Kircher, T., & Nagels, A. (2019, August). Performance on Word Generation in Schizophrenia: A Linguist's View. 11. Annual Meeting of the Society for the Neurobiology of Language, Helsinki (FIN). (Poster)

Rosenkranz, A. (2018, Dezember). Ergänzende Auswertungsparameter bei der Analyse der Wortgenerierungsleistung. Linguistisches Kolloquium (Lehrstuhl Prof. Dr. Arne Nagels), Johannes Gutenberg-Universität Mainz. (Vortrag)

Rosenkranz, A. (2018, November). Semantic and letter fluency performance in people with schizophrenia: Analysis of additional performance measures. Clinical Linguistics Workshop "Interdisciplinary Linguistic and Psychiatric Research on Language Disorders", Department of Linguistics, University of Zagreb (HRV). (Vortrag)

(zurück zum Seitenanfang)