Wissenschaftlicher Nachwuchs

Abgeschlossene und laufende Promotionsvorhaben:

 

Oliver Berli
Die Liebe zur Musik als Mittel der Distinktion. Musikgeschmack als Distinktionsstrategie (abgeschlossen 9/2013), Zweitgutachterin

 

Felix  Bode
Beurteilung und Wertung richterlicher Entscheidungen durch Polizeibeamte. Eine empirische Untersuchung am Beispiel jugendlicher Mehrfach- und Intensivtäterkriminalität (abgeschlossen 9/2012), Zweitgutachterin

 

Tamara Breitbach
Freiräume, Sozialdienste und Gleichstellung. Neue Frauenbewegung und Wertewandel in der katholischen Provinz in den 1970er bis 1990er Jahren (seit 2011), Zweitgutachterin

 

Verena Eickhoff (Kontakt: v.eickhoffaett?smail.uni-koeln.de)
Umgang mit Heterogenität und Diversity in der Hochschulentwicklung. Eine diskursanalytische Untersuchung (Arbeitstitel) (seit 2/2013), Erstgutachterin

Abstract:
Für die vergangenen Jahren lässt sich in Deutschland eine Konjunktur des Redens über Heterogenität, Vielfalt, Diversity oder auch Diversität im Kontext Hochschule feststellen. Universitäten und Fachhochschulen werden als Raum konstruiert, der durch Heterogenität gekennzeichnet und in dem mit Diversity umzugehen sei. Doch wieso muss angesichts von Heterogenität gehandelt werden? Wodurch wird Diversity zum „Problem“ bzw. auf welche Weise wird sie problematisiert? Wie und welche Differenzen werden konstruiert und welcher ontologische Status wird Differenz zugeschrieben? Was gilt als richtiger und guter Umgang mit Heterogenität und wer wird gemäß welcher Rationalitäten zum Handeln aufgerufen? In welches Verhältnis werden Diversity, Chancengleichheit und soziale Ungleichheit gesetzt?
Diese Fragen interessieren mich insbesondere vor dem Hintergrund der Hochschultransformation der vergangenen Jahre (Stichworte: neue Steuerungsmodelle, Bologna, Internationalisierung, Übernahme von Methoden der Organisationsentwicklung) und aufgrund der Tatsache, dass im Kontext Hochschule eine besondere Nähe zwischen strategischen Überlegungen und praktischen Maßnahmen zu Diversity & Chancengleichheit auf der einen Seite sowie der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Heterogenität und Differenz auf der anderen Seite besteht. Der Fokus der Arbeit liegt auf dem diskursiven Umgang der Organisation Hochschule mit Diversity und Heterogenität und der Art, wie diese in der Organisationsentwicklung aufgegriffen werden. Die Untersuchung erfolgt mittels einer Diskursanalyse verschiedener Dokumente aus Hochschulen und  Hochschulpolitik.

 

Julia Elven
Sozialer Wandel als Wandel sozialer Praxis (seit 6/2012), Zweitgutachterin

 

Timo Galle
Ethnische Chirurgie im Spannungsfeld zwischen individuellem Lifestyle und globaler Schönheitsindustrie (seit 6/2012), Erstgutachterin

 

Markus Gamper
Islam in Bewegung. Netzwerke muslimischer Frauen in Deutschland (abgeschlossen 12/2009), Erstgutachterin

 

Diana Lengersdorf
Arbeitsalltag ordnen. Soziale Praktiken in einer Internetagentur (abgeschlossen 3/2011), Erstgutachterin

 

Thomas Lenz
Konsum und Modernisierung. Die Debatte um das Warenhaus als Diskurs um die Moderne (abgeschlossen 2/2009), Zweitgutachterin

 

Daniel März (Kontakt: danielmaerzaett?freenet.de)
Kinderarmut im Spiegel der politischen Interessenvertretung. Sozialverbände in der Bundesrepublik Deutschland (abgeschlossen 11/2016), Erstgutachterin

Abstract:
Die Frage nach Beteiligungschancen, Partizipationsmöglichkeiten und der Zugangsgerechtigkeit von Kindern in das politische System stellt sich meist nicht, da der Forschungsstand auf dem Feld der politischen Vertretung kindlicher Interessen „in der Breite wie in der Tiefe noch unzureichend" untersucht ist (Winter, 2000, S. 39). Dieser Forschungslücke widmet sich das Dissertationsprojekt. Zentrales Forschungsdesiderat ist die Besonderheit des Phänomens der Kinderarmut im Kontext theoretischer und empirischer Befunde und die daraus abzuleitende politische Steuerung und Repräsentation von Kinderarmut im Spiegel der verbandlichen Interessenvertretung. Im Mittelpunkt wird die Frage nach der advokatorischen Artikulation kindlicher Interessen durch ausgewählte Sozialverbände stehen. Welche Adressaten, Einflusstechniken, Strategien, Methoden und Zugangswege zum politischen Entscheidungsprozess lassen sich beispielsweise kategorisieren? Die Ergebnisse lassen empirische Schlussfolgerungen zu, aus denen sich wiederum Handlungsanweisungen ableiten lassen. Ganz im Stile der jüngeren sozialwissenschaftlichen Fallstudienforschung wird sich interdisziplinärer Forschungsansätze bedient. Dabei vertritt die Studie die These eines Wandels in der Interessenvertretung, welcher auf die Formel vom Lobbyismus zum Public Affairs Management gebracht werden kann. Um sich dem Untersuchungsgegenstand zu nähern, werden die zu analysierenden Themenfelder konzeptionell mittels einer Arena-Analyse untersucht. Aus der Verwendung der Arena-Analyse ergeben sich für das Projekt nützliche Synergieeffekte. Einerseits ermöglicht dieser Zugang die Darstellung und Beschreibung des Untersuchungsgegenstandes. Andererseits erlaubt dieses Instrument eine kritische Bewertung der Vorgehensweise der Stakeholder vorzunehmen, um somit aufzeigbare Handlungsalternativen zu identifizieren. Ergänzend zur Arena-Analyse wird in Kooperation ein Arena-Modell entworfen, das in Anlehnung an eine spieltheoretische Schachbrettsituation mögliche Handlungskorridore und Eintrittswahrscheinlichkeiten zu erklären vermag. 

 

Corinne Neudorfer
Meet the Akha - help the Akha? Entwicklung, Minderheiten und Tourismus in Laos (abgeschlossen 10/2006), Zweitgutachterin

 

Sascha Regier (Kontakt: sascharegieraett?hotmail.com)
Erkenntnis oder Interesse? - Zu den gesellschaftstheoretischen Grundlagen kritischer sozialwissenschaftlicher Bildung (seit 2013), Zweitgutachterin

Abstract:
Im Rückgriff auf eine soziologisch fundierte kritische Gesellschaftsanalyse, die zeitgenössische sozialwissenschaftliche Theorien produktiv verarbeitet, Machtverhältnisse sowie gesellschaftlich generierte Kategorien fokussiert und dabei dialektisch, in Zusammenhängen-denkend, verfährt, soll in der Arbeit politische Bildung als Kritische sozialwissenschaftliche Bildung re-artikuliert werden. Die These, die ausgearbeitet wird, ist, dass Kritische sozialwissenschaftliche Bildung unbedingt soziologisch inspirierte Gesellschaftstheorien benötigt, soll politische Bildung nicht in Positivismus, funktionalistische Systemtheorie oder eine affirmative Problem-Lösungs-Theorie zerfallen, wie es in den gängigen Politik-Didaktik-Büchern geschieht.

 

Marén Schorch
Identity revisited. Selbstthematisierung und Positionierung in qualitativen Interviews. Fallanalysen von Personen mit transnationalen Biografien (abgeschlossen 08/2017), Zweitgutacherin

 

Henrike Terhart
Zum Verhältnis von Körper und Sozialität im Kontext von Migration. Eine qualitative Studie zu Körperinszenierungen junger Frauen (abgeschlossen 7/2013), Zweitgutachterin

 

Nora Warrach
Hochqualifizierte Transmigrantinnen zwischen Befremdung und Beheimatung. Eine empirische Untersuchung zu Bildungswegen und Migrationserfahrungen am Beispiel türkeistämmiger Akademikerinnen aus Deutschland und der Türkei (abgeschlossen 10/2018), Erstgutachterin

Abstract:
Nach jahrzehntelangem problemzentrierten Diskurs um die Integration der zumeist niedrig qualifizierten sogenannten „Gastarbeiter“ in der deutschen Ankunftsgesellschaft, zeichne ich die erfolgreichen Bildungs- und Migrationsbiographien türkeistämmiger Akademikerinnen nach, die Deutschland Richtung Türkei verlassen haben. Mittels biographisch-narrativen Interviews rekonstruiere ich den deutsch-türkischen transnationalen Raum, in dem sich die Interviewpartnerinnen bewegen. Die Lebenswelt der von mir interviewten Frauen steht dabei im Widerspruch zu den häufig problematisiert gefassten Biographien von „Türkinnen/ Muslima“ in Deutschland.

 

Sigune Wieland
Zum (Mehr-)Wert der Zwei-Elternteil-Familie. Ein figurationssoziologischer Vergleich von Alleinerziehenden und Zwei-Elternteil-Familien (abgeschlossen 4/2011), Erstgutachterin

 

Manuela Tischler
Karrieren unter Unsicherheit. Zur Rolle von Vertrauen auf dem wissenschaftlichen Karriereweg (abgeschlossen 10/2018), Erstgutachterin

Abstract:

Bisher fanden Vertrauenstheorien, wie auch die Vetrauenssemantik im Allgemeinen, eher in der Arbeits- und Organisationssoziologie sowie der Personal- und Managementforschung Anwendung. Jedoch können soziologische Theorien zum Vertrauen auch gewinnbringend für die Analyse von wissenschaftlichen Karrieren genutzt werden. Denn Karrieren in der Wissenschaft sind ein ,,Hasard“ wie schon Max Weber (1988, S.530) es formulierte, sie sind unsicher, nicht planbar und es gibt keine Erfolgsgarantie. Der Erfolg wird durch die ,,Strukturen des Feldes diktiert“ (Baier und Münch 2013, S.149). Vor diesem Hintergrund scheint es plausibel, dass man einen Blick auf die Mechanismen wirft, die den Nachwuchswissenschaftler_innen dabei helfen mit dieser Unsicherheit umzugehen. Vertrauen ist ein solcher Mechanismus. Denn Vertrauen, so Piotr Sztompka, dient als Mechanismus um Handeln unter unsicheren und komplexen Bedingungen zu ermöglichen (vgl. Sztompka 1995, S.256; 1999, S. 18ff.). Der Fokus meiner empirischen Rekonstruktion liegt  darauf herauszuarbeiten, wie aus Nachwuchswissenschaftler_innen im Verlauf ihres wissenschaftlichen Karrierewegs – unter besonderer Berücksichtigung von vertrauensrelevanten Aspekten – wissenschaftliche Persönlichkeiten hervorgebracht werden. Dabei sollen wissenschaftliche Karrieren im Sinne der Feldanalytik Pierre Bourdieus verstanden werden, nach der das wissenschaftliche Feld als Kräftefeld gesehen wird.

 

Karin Cudak
Wenn die Ausnahme die Regel bleibt. Eine vergleichende Untersuchung in Quartier und Schule zur gesellschaftlichen Konstruktion und Verarbeitung der ,Einwanderung aus Südosteuropa`in Deutschland und Großbritannien (abgeschlossen 11/2015), Zweitgutachterin

 

Marc Serafin
Die Bedeutung früher Regelübertretungen bei der Entwicklung delinquenter Biografie-Verläufe im Jugendalter (abgeschlossen 10/2017), Zweitgutachterin