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des Lehrstuhls Bewegungserziehung/ Bewegungstherapie



 Das Fach „Bewegungserziehung und Bewegungstherapie" thematisiert den Menschen unter den Aspekten Bewegung und Körperlichkeit. Diese werden als wichtige Grundlage der Handlungs- und Kommunikationsfähigkeit gesehen. Sie sind einerseits durch neurophysiologische Prozesse bedingt und andererseits bedeutungsvoller Ausdruck der Persönlichkeit. Das enge Zusammenspiel organisch - motorischer und seelischer Momente kommt in dem Begriff der „Psychomotorik" zum Ausdruck. Dieses ganzheitliche Bewegungsverständnis vermeidet eine Aufspaltung des Menschen in körperliche und seelische Anteile und eröffnet auf diese Weise entwicklungsfördernde Interventionsmöglichkeiten im Rahmen der Pädagogik und Therapie von Menschen mit und ohne Behinderung.

Im pädagogischen Feld bei Kindern und Jugendlichen sollen durch Bewegungsangebote und durch den besonderen Appellcharakter spezieller Materialien, Medien (z.B. Musik, Bilder, Bewegungsgeschichten) und Erfahrungsräume auf breiter Ebene Entwicklungsanreize geboten werden, die die Umwelt oft nicht mehr im nötigen Maße bereithält (erweiterte Erfahrung und Handlungsfähigkeit). Die gezieltere Arbeitsweise im klinisch - therapeutischen Feld hilft Störungen aufzulösen und Fehlentwicklungen zu korrigieren (Hilfe bei der Identitätsbildung).

Das Fach „Bewegungserziehung und Bewegungstherapie" vermittelt in wissenschaftlicher Auseinandersetzung die notwendigen theoretischen Grundlagen, die gesellschaftlich - institutionellen Begründungszusammenhänge und die methodisch - praktischen Kenntnisse und Techniken des fachbezogenen Handelns. Unverzichtbare Basiserfahrungen des Faches werden in Grundkursen (Teilgebiet 4) vermittelt. Hierbei geht es um den Erwerb von Bewegungsgrundlagen und darum, das entwicklungsfördernde Potenzial der Bewegung sowie deren sozial - integrative Dimension zu erfahren und zu erkennen.