Wenn Stolz und Neid aufeinander prallen: Gesellschaftliche Determinanten und Konsequenzen statusbezogener Emotionen
Verantwortlich
Jan Crusius jan.crusius[uk]uni-koeln.de
Zeitraum
01.09.2015-31.12.2018
Beschreibung
Studierende sind als studentische/wissenschaftliche Hilfskräfte in das Projekt involviert.
Sozialer Status ist ein wichtiger Faktor für menschliches Verhalten. Status zu haben weckt Stolz, fehlender Status weckt Neid - zwei wichtige emotionale Motivatoren.
Auf der sozialen Ebene sind Neid und Stolz auf zwei verschiedene Arten miteinander verbunden: Authentischer Stolz (über eine durch eigene Anstrengung erzielte Leistung) einer status-hohen Person erzeugt wohlwollenden Neid in den »Übertroffenen« (der nach oben gerichtete Motivation und Anstrengung hervorruft), hybristischer Stolz (über innere Qualitäten) erzeugt bösartigen Neid (der feindliche Motivation hervorruft, den »Übertroffenen« herunterzuziehen).
Durch die Kombination von Querschnittsstudien auf individueller und kollektiver Ebene mit experimenteller Forschung soll untersucht werden, wie kulturell geteilte Überzeugungen Stolz und Neid prägen und welche sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen sie haben.
Überzeugungen, die die beeinflussbare persönliche Kontrolle über statusbezogene Ergebnisse (wie die protestantische Arbeitsethik) betonen, sollten authentischen Stolz und gutartigen Neid fördern.
Überzeugungen, die das Schicksal betonen (wie göttliche Kontrolle oder genetischer Determinismus), sollten hybristischen Stolz und bösartigen Neid fördern.
Differenzen in der relativen Dominanz von authentischem Stolz/gutartigem Neid versus hybristischem Stolz/bösartigem Neid können die Verbindung von sozial geteilten Überzeugungen mit Folgen wie gesellschaftlichem Vertrauen und sozialem Konflikt erklären.