Das Projekt SIGMA untersucht die besondere Situation gehörloser Menschen im Alter. Im höheren Alter ist bei eingeschränkter Mobilität der Zugang zur eigenen Sprach- und Kulturgruppe häufig eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich. Viele der sehr alten oder hochbetagten gehörlosen Menschen verfügen nicht über ein familiäres soziales Netzwerk, da sie aufgrund der Zwangssterilisation im Nationalsozialismus kinderlos sind. Besonders problematisch scheint die Situation für gehörlose Menschen in Alten- und Pflegeheimen zu sein, wenn sie dort keine Kontakte zu anderen gehörlosen Menschen haben und ihre sprachlich-kulturellen Bedürfnisse nicht berücksichtigt werden. In der ersten Phase des Projektes soll ermittelt werden, unter welchen Bedingungen die Zielgruppe heute lebt und welche spezifischen Angebote bereits existieren. In der zweiten Phase wird der Bedarf an zukünftigen Angeboten und Maßnahmen erhoben. Dazu werden insbesondere die Betroffenen selbst in qualitativen Interviews zu ihren Wünschen und Bedürfnissen hinsichtlich ihrer Situation im Alter befragt.