Die Rolle der Separierung von Repräsentationen in sequentiellen Handlungen bei Mehrfachaufgaben
Verantwortlich
Prof.'in Dr. Hilde Haider hilde.haider[uk]uni-koeln.de
Zeitraum
01.01.2015-31.12.2023
Beschreibung
Basierend auf theoretischen Vorschlägen von beispielsweise Hazeltine, Ruthruff und Remington (2006) gehen wir davon aus, dass eine wichtige funktionale Rolle des Engpasses in Multitasking-Paradigmen darin besteht, die Verarbeitungsströme der gleichzeitig ausgeführten Aufgaben zu trennen (Separation-of-Representations-Konto). Diese Annahme wird durch Ergebnisse von Schumacher und Schwarb (2009) gestützt, die die Auswirkungen der Dual-Task-Belastung auf implizites Sequenzlernen untersuchten. Sie fanden Sequenzlernen nur dann, wenn die experimentellen Bedingungen zeitliche Verzögerungen oder Prioritätstrennung zwischen der auditiv-vokalen und der visuell-manuellen Aufgabe vorsahen. Aufbauend auf diesen vielversprechenden Ergebnissen besteht das allgemeine Ziel der vorgeschlagenen zwei Versuchsreihen darin, das Separation-of-Representations-Konto im Kontext des impliziten Sequenzlernens zu testen.
Die erste Versuchsreihe konzentriert sich auf die Frage, ob und wie der Dual-Task-Engpass zur Unterstützung des impliziten Sequenzlernens beitragen kann. Die zweite Reihe dreht die Frage dann um, indem sie fragt, ob und wie implizites Sequenzlernen die Dual-Task-Leistung unterstützen könnte.
Obwohl der Erwerb und die Nutzung von Sequenzwissen in der Literatur zum Thema Multitasking relativ wenig Beachtung gefunden haben, plädieren wir für eine methodologische und konzeptionelle Verknüpfung der in der Literatur zum Sequenzlernen behandelten Probleme mit den Problemen des Multitasking. Dies würde zu unserem Verständnis der funktionalen Rolle der Einschränkungen beitragen, die üblicherweise in Multitasking-Situationen auftreten.
Unsere Forschungsfragen leisten einen zentralen Beitrag zum Schwerpunktprogramm SPP 1772, das auf eine Integration der Multitasking-Forschung aus der Perspektive der kognitiven Psychologie und der Bewegungswissenschaft abzielt. Mit ihrer Grundlage in der Bewegungswissenschaft (z. B. Willingham, 1998) befindet sich die Untersuchung des impliziten Sequenzlernens an der Schnittstelle dieser Perspektiven, die operativ durch die Verwendung diskreter Reaktionen im Vergleich zu kontinuierlichen Bewegungen charakterisiert werden kann. Unser Projekt unterstreicht, dass Sequenzierungsaspekte für das Verständnis der Dual-Task-Leistung relevant sind und durch die Erweiterung etablierter Aufbauten der Dual-Task-Forschung in der Tradition der kognitiven Psychologie untersucht werden können. Dadurch wird der konzeptionelle Sprung auf die Sequenzierungsaspekte reduziert, die mit der Steuerung kontinuierlicher Bewegungen unter Dual-Task-Anforderungen verbunden sind, und es wird so ein interdisziplinäres Forschungsfeld aufgebaut.