LEA - Lernprozesse und ästhetische Erfahrungen in der Appmusikpraxis

Beteiligt: Prof. Dr. Christian Rolle (Universität zu Köln), Linus Eusterbrock (Universität zu Köln), Matthias Krebs (UdK Berlin), Prof. Dr. Marc Godau (Universität Potsdam), Matthias Haenisch (Universität Erfurt)

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Verbundprojekt: MuBiTec – Musikalische Bildung mit mobilen Digitaltechnologien.

Weitere Teilstudien: AppKOM und LINKED

Laufzeit: 12/2017 bis 11/2020

LEA sucht noch Forschungsteilnehmer*innen!

Das Teilprojekt LEA - Lernprozesse und ästhetische Erfahrungen in der Appmusikpraxis untersucht in einer dreijährigen Längsschnittstudie Lernprozesse und ästhetische Urteils- und Erfahrungsmöglichkeiten im musikalischen Umgang mit digitalen Smarttechnologien.

Die Forschungsteilnehmer*innen werden jeweils ein Jahr lang bei ihrer Musikpraxis mit dem Smartphone oder Tablet in einem informellen Setting begleitet.

Dabei kommen Interviews, Videographie und teilnehmende Beobachtung zum Einsatz. Die Auswertung der Daten erfolgt auf der Grundlage qualitativer Methoden im Sinne der Grounded Theory.

LEA ist eine von drei Teilstudien innerhalb des Forschungsverbunds „MuBiTec – Musikalische Bildung mit mobilen Digitaltechnologien“. Der Forschungsverbund möchte herausfinden, welches besondere Bildungspotential sich durch den Einsatz von Mobiltechnologien in der musikalischen Praxis ergibt. In den drei Teilstudien soll untersucht werden, wie eine mobile Digitalkultur sozial und technologisch entsteht, welche besonderen ästhetischen Aspekte bei entsprechenden Bildungsangeboten eine Rolle spielen und welche spezifischen Kompetenzen gefördert werden. Die Studien finden sowohl im schulischen als auch außerschulischen Bereich der kulturellen Bildung statt.

Kontakt:

Prof. Dr. Christian Rolle
Mail: crolle@uni-koeln.de

Linus Eusterbrock
Mail: Linus.eusterbrock@uni-koeln.de

***

Folgendes von der DFG gefördertes Projekt wurde 2016 durch das Institut für Europäische Musikethnologie, vertreten durch Klaus Näumann, und dem Institute of Caribbean Studies & The Reggae Studies Unit, University of the West Indies, Jamaica, vertreten durch Donna P. Hope, durchgeführt:

Zwei Fallstudien: Mento und Reggae
Der entwicklungsspezifische Kontrast zwischen 1. der heute nahezu unbekannten Mento-Musik und 2. der seit den 1970ern (u.a.) in Deutschland verbreiteten Reggae-Musik. 

Ziel ist es, den entwicklungsspezifischen Kontrast zu erforschen zwischen den beiden folgenden Musikstilen: 1. Die Mento-Musik, die als erste populäre Musikform Jamaikas und als eine der Wurzeln des jamaikanischen Reggaes gilt,  heute aber nahezu in der Bedeutungslosigkeit versunken ist, da sie lediglich noch in einigen ländlichen Regionen der Insel und insbesondere im Kontext des Tourismus (in Hotels und Strandbars) praktiziert wird. 2. Die Reggae-Musik, die seit ihrer Entstehung (Ende der 1960er) weltweit bekannt und populär wurde und u.a. in Deutschland zahlreiche Nachahmungen fand, deren Idiom jedoch auf die jeweiligen Lebenswelten angepasst wurden. Das Besondere dieses anvisierten Projektes ist die Zweigliedrigkeit von einerseits der Thematik und andererseits der Kooperation von aus zwei unterschiedlichen kulturellen Kontexten stammenden Forschern (Jamaika und Deutschland).
Im Blickpunkt stehen hierbei grundsätzlich die folgenden Fragen: 1. Warum ist die Entwicklung beider Musikrichtungen gänzlich unterschiedlich verlaufen? Liegen die Gründe in den musikalischen Parametern selbst, in der Aufführungspraxis oder etwa in spezifischen außermusikalischen Konstellationen (z.B. im Flair des Rastafari-Kults in Konnotation zur Reggae-Musik oder im Hauch des „authentisch Urwüchsigen“ bei der Mento-Musik)? 2. Wie werden die beiden Stile (Musik, Texte, Aufführungspraxis) an die heutigen, genuin „wesensfremden“ Konstellationen angepasst, nämlich a) die Mento-Musik im Kontext des jamaikanischen Tourismus und b) die Reggae-Musik explizit in Deutschland. Beantwortet werden sollen diese Fragen (neben der Einbeziehung vorhandener Literatur) primär durch musikethnologische Feldforschungen und anhand der Methodiken der Beobachtung und qualitativen leitfadengestützten Interviews mit Musikern bzw. Bands. Von den daraus resultierenden Ergebnissen erhoffen wir uns generelle Einblicke über Genese, Entwicklung und eventuellen Untergang bzw. weltweites Reüssieren von musikalischen Idiomen in Abhängigkeit von den gesellschaftsspezifischen Konstellationen.