LSB-V

Lehrer*innen-Schüler*innen-Beziehung bei Schüler*innen mit externalisierenden und internalisierenden Verhaltensproblemen

Die Lehrer*innen-Schüler*innen-Beziehung (LSB) hat im schulischen Kontext eine hohe Relevanz. Die positive Wirkung einer unterstützenden, durch Nähe und Wärme gekennzeichneten LSB auf die schulische, soziale und emotionale Entwicklung der Schüler*innen sowie auf die Berufszufriedenheit und psychische Gesundheit der Lehrkräfte wird in empirischen Studien übereinstimmend nachgewiesen (z. B. Aldrup, Klusmann, Lüdtke, Göllner & Trautwein, 2018; Curby, Brock & Hamre, 2013; Roorda, Jak, Zee, Oort & Koomen, 2017; Spilt, Koomen & Thijs, 2011; Tian, Tian & Huebner, 2016). Andererseits korreliert eine konfliktreiche LSB mit Lern- und Verhaltensproblemen sowie schulischem Dropout (z.B. Lei, Cui & Chiu, 2016; Roorda et al., 2017). Hinsichtlich der Entwicklung der Qualität der LSB über die Zeit und der Rolle von Verhaltensproblemen auf Schüler*innenseite weisen Studienbefunde auf differenzielle Effekte externalisierender und internalisierender Verhaltensprobleme (Roorda, Verschueren, Vancraeyveldt, Van Craeyevelt & Colpin, 2014) sowie Unterschiede zwischen Allgemeiner Schule und Förderschule (Breeman et al., 2015) hin. Im deutschen Sprachraum und insbesondere im Kontext externalisierender und internalisierender Verhaltensprobleme ist ein Desiderat hinsichtlich der empirischen Analyse dieser Zusammenhänge sowie der Entwicklung bzw. Adaption und Evaluation beziehungsförderlicher Interventionen zu konstatieren.

Das Projekt geht vor diesem Hintergrund drei zentralen Leitfragen nach:

  • Wie kann die Qualität der LSB (bei Schüler*innen mit Verhaltensproblemen) deutschsprachig erfasst werden?
  • Wie nehmen die Beziehungspartner die LSB wahr? Inwiefern beeinflussen Variablen auf Schüler*innen- und Lehrkraftebene die Wahrnehmung? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Beziehungsqualität und Outcomes auf Schüler*innen- und Lehrkraftebene? Inwiefern ist die LSB-Qualität/ die mentale Repräsentation der LSB ein Prädiktor für Outcomes auf Schüler*innen- und Lehrkraftebene?
  • Wie wirken beziehungsförderliche Interventionen auf LSB und Outcomes auf Schüler*innen- und Lehrkraftebene?

Projektteam:

Prof. Dr. Thomas Hennemann (Universität zu Köln), Prof.‘ Dr.‘ Charlotte Hanisch (Universität zu Köln), Dr.‘ Tatjana Leidig (Universität zu Köln), Émilie Niemeier (Universität zu Köln), Meike Vösgen (Universität zu Köln) und Jannik Nitz (Universität zu Köln)

Kooperationspartner:

Univ.-Prof. Dr. Gino Casale (Bergische Universität Wuppertal), Tijs Bolz (Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg), Prof.‘ Dr.‘ Helma Koomen (Universität Amsterdam)

Projektpublikationen:

Leidig, T., Bolz, T., Niemeier, É., Nitz, J. & Casale, G. (2021). Erfassung der Lehrer*innen-Schüler*innen-Beziehung - ein Überblick über Erhebungsverfahren und -instrumente für die (sonder-)pädagogische Forschung und Praxis. Wissenschaftliche Jahreszeitschrift Emotionale und Soziale Entwicklung (ESE) in der Pädagogik der Erziehungshilfe und bei Verhaltensstörungen, 3, 30-52.

Förderung:

Eigenmittel, geplante Beantragung von Fördermitteln