Partizipation und Anerkennung in Response-to-Intervention (PARTI) - ein Modell zum Umgang mit externalisierenden Verhaltensproblemen und Unterrichtsstörungen in der Inklusion  

 

                              

 

Schulen stehen seit einigen Jahren vor der Aufgabe, inklusive Schulstrukturen zu entwickeln. Die Notwendigkeit wird aktuell gerade durch Befunde zur Schulsituation von Kindern mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung verdeutlicht. Diese Gruppe zeichnet sich häufig durch Verhaltensprobleme aus, stört Unterrichtsabläufe und steht somit unter einem erhöhten Risiko, von Klassenkameradinnen und -kameraden sozial abgelehnt zu werden. Da die schulische Inklusion in Deutschland ein relativ junges Arbeitsfeld darstellt, fehlt es in der Praxis bislang oftmals an konkretem Handlungswissen, um mit diesen Problemlagen adäquat umgehen zu können. Hinzu kommen meist fehlende Kooperationsstrukturen zur effektiven Zusammenarbeit von allgemeinen und sonderpädagogischen Lehrkräften und anderen schulischen Fachkräften, die eine notwendige Voraussetzung für den erfolgreichen Umgang mit Verhaltensproblemen darstellen.

 

Nun sind schulische Inklusionsmodelle - überspitzt formuliert - entweder teilhabeorientiert oder evidenzbasiert, aber selten beides gleichzeitig. Kritik entzündet sich insbesondere am evidenzbasierten Stufenmodell Response-to-Intervention (RTI), da RTI durch die strikte Trennung von Grundschul- und Sonderpädagogik zu einer Abgabe der Verantwortung für Schüler*innen mit Behinderung führe und somit deren Teilhabe am Unterricht riskiere. Mit PARTI Partizipation und Anerkennung in Response-To-Intervention) legen wir ein partizipationsorientiertes Modell vor, in dem Lehrkräfte beider Professionen ihren Unterricht gemeinsam, teilhabeorientiert und evidenzbasiert planen und durchführen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Reduktion von externalisierenden Verhaltensproblemen und Unterrichtsstörungen.

  

In einem quasiexperimentellen Design mit einer unbehandelten Wartekontrollgruppe bilden wir multiprofessionelle Schulkollegien zur Umsetzung des PARTI-Modells im Schuljahr 2019/2020 fort. Das Modell soll Lehrkräfte unterstützen, evidenzbasierte Fördermethoden zur Reduktion von Unterrichtsstörungen zu erlernen, diese auf die Partizipation aller Schüler*innen auszurichten und kooperativ umzusetzen. Wir erwarten, dass fortgebildete Lehrkräfte ihre jeweilige Expertise zunehmend aufeinander beziehen, dadurch inklusionspädagogisches Wissen und Handeln besser entwickeln und dies langfristig zu positiven Effekten auf Schülerebene führt.

  

Das PARTI-Projekt wird in Kooperation mit dem Institut für Bildungsforschung (IfB) der Bergischen Universität Wuppertal durchgeführt.

 

 

Ansprechpartner*innen:

 

Annika Bartling

0221 / 470 76132  

a.bartling@uni-koeln.de

 

Katharina Gottfried

0221 / 470 6901

katharina.gottfried@uni-koeln.de

 

Jacquelin Kluge

0202 / 439 1234

jkluge@uni-wuppertal.de

 

Dr. Markus Spilles

0202 / 439 1285

spilles@uni-wuppertal.de

 

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.parti-projekt.de.

                                 

 

  

 

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