Diagnostik der Schreibkompetenz - die Bewertung von Texten

Beteiligte: Dr. Barbara M. Schmidt & Ann-Kathrin Hennes

In Kooperation mit:  Prof. Dr. Alfred Schabmann

Die Kompetenz, sinnvolle Texte zu verfassen, stellt im schulischen, im beruflichen und imgesellschaftlichen Kontext eine wichtige Erfolgsdeterminante dar. Die Förderung und Vermittlung dieser Kompetenz ist daher sowohl im Bereich der Schulbildung als auch im Bereich der (Interventions-)Forschung von hoher Relevanz. In beiden Kontexten stellt sich (z.B. im Rahmen der Diagnostik) jedoch immer wieder die Frage nach geeigneten Bewertungskriterien zur  Beurteilung der Textqualität/Fähigkeit zur Textproduktion.

Die aktuelle Forschungsliteratur nennt Kriterien guter Texte (z.B. Adressatenorientierungund adäquater Informationsgehalt). Es bleibt jedoch die Frage offen, ob diese Kriterien im Textbewertungsprozess genutzt werden, oder ob den Bewertungsprozessen andere Kriterien zugrunde liegen. Diese Unklarheit spiegelt sich in den Textbewertungen durch Lehrkräfte wider. Hier zeigt sich eine große und bisher kaum erforschte Varianz zwischen den Urteilen der Lehrkräfte.

In Anlehnung an den bisherigen Stand der Forschung ergeben sich folgende Fragestellungen:

  1. Haben die in der Literatur genannten Kriterien einen Einfluss auf die (Gesamt)Bewertung von Texten, oder werden andere Kriterien angewandt?
  2. Spielen einige der Kriterien eine übergeordnete Rolle bei der Bewertung?
  3. Gehen Personengruppen, in deren Bewertungen sich große Varianzen zeigen, weniger kriteriengeleitet vor als andere?
  4. Haben verschiedene Personengruppen (z.B. Lehrpersonen) bestimmte Urteilstendenzen? Nehmen diese eine bestimmte Gewichtung der Kriterien vor?
  5. Zeigen sich bei Textbewertungen  anderer Personengruppen ähnlich große Varianzen zwischen den Urteilen verschiedener Beurteiler*innen, wie bei  Lehrpersonen?

Zur Beantwortung der Forschungsfragen werden  in Anlehnung an die Consensual Assessment Theory der Kreativitätsforschung,Mitglieder verschiedener Gruppen (Lehrpersonen, Lektor*innen, Wissenschaftler*inne und Laien) jeweils die gleichen Objekte -hier Texte- unabhängig voneinander bewerten.