Interkulturelle Bildungsforschung

Institut für vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften

 

Lehre

 

WiSe 15/16-SoSe 17: Migration in den Neuen Medien –  Bildgeschichten und Bildungsprozesse

Medienund Migration sind zwei Begriffe, die oftmals in Verbindung auftreten; dergrenzüberschreitende globale Raum legt dies nahe und spätestens seit derEinführung des Web 2.0 gehören Migrationsnarrative sowie Zeugnissetransnationaler Mobilität zu unserer alltäglichen Rezeption gesellschaftlichverhandelter Themen. Über den individuellen Zugang zu diversen medialen Räumentreten viele persönliche Wissens- und Erfahrungsbestände an die Stelle dereinen großen (Einwanderungs-)Geschichte. Die „große Erzählung“ ist allerdingsnicht einfach abgelöst durch die vielen kleinen Geschichten, sondern wird nunanders konstituiert. Ziel des Lehr-Forschungsprojekt ist es zunächst den vielen„kleinen“ Geschichten von Migration und gesellschaftlicher Heterogenität in denMedien nachzugehen und dabei auch zu beobachten, wie sich im Hintergrund „großeErzählungen“ wirkmächtig entfalten oder auch relativieren.

Denndie individualisierten Medienzugänge und Rezeptionen von Themen sind nicht etwaautonom zu betrachten, sondern eingebunden in gewisse Gemeinsamkeiten besagterWissens- und Erfahrungsbestände. Bestimmte Ereignisse aus dem Kontext vonMigration – beispielsweise die Folgen von 9/11, die Einführung der Blue Card,Diskurstränge vor allem hinsichtlich aktueller Debatten zu Flucht und Migrationsowie Darstellungen der Ankunft von zahlreichen Menschen an Bahnhöfen aus den1950er und 60er Jahren oder die visuelle Verhandlung von ‚Integration’ inKlassenzimmern –  sind vielen als Bilder bekannt und bilden einengemeinsamen Grundstock des kollektiven bzw. kulturellen visuellenGedächtnisses. Analytisch lässt sich darin eine Struktur ausmachen, die alseine Art Rahmen für individuell rezipierte Medienbeiträge fungiert.

Erziehungswissenschaftlichrelevant wird diese neue Art der Rezeption in ihrer Funktion, die rezipiertenThemen, Gegenstände und Wissensbestände in informelle Bildungsinhalte zutransformieren, die eben nicht unabhängig voneinander zu betrachten sind. Daherrichtet sich der Fokus des Studienprojekts – über die persönlichen Rezeptionen– weiter auf diskursive bzw. viskursive Strukturen (Text und Bild) innerhalb informellerBildungsprozesse, um jene Aspekte zu erarbeiten, die den formbildenden Kontextder Rezeption bestimmen und kanonisieren. Dabei soll den in den Medienverwendeten Bildern sowie deren Funktion als Präfiguration verinnerlichter bzw.imaginärer Bilder von und über Migration ein zentraler Stellenwert zu kommen.Um mit Georges Didi-Huberman zu sprechen, gilt es im Projekt das „Nachleben“von Migration in der jüngeren Geschichte zu verfolgen und dessen Bedingungenauf einer medial-strukturellen Ebene herauszufinden.

DieZielgruppe für das Lehr-Forschungsprojekt wurde bewusst interdisziplinärangelegt, so dass unterschiedliche Kompetenzen innerhalb der in denKleingruppen arbeitenden Studierenden zu tragen kommen. Masterstudierende ausdem Lehramt (HRGe) verfügen über ein profundes Wissen hinsichtlich allgemeinerLern- und Bildungsprozesse, Studierende aus dem Masterstudiengang‚Interkulturelle Kommunikation und Bildung‘ bringen Expertise  zu denThemen Migration und gesellschaftliche Integration mit; und Bachelorstudierendeaus dem Studiengang ‚intermedia‘ stehen für Kompetenzen bezüglich desfokussierten Mediums Web 2.0.

 

WiSe 15/16: Transnationale Biografien –Exkursion nach Istanbul

Im Seminar wird sich mit dem Konzept'Transnationalität' sowie den daran anschließenden Begrifflichkeiten'Transnationale Räume' und 'Transnationale Biografien' beschäftigt. Dazu wirdsich in einem Vortreffen zunächst dem theoretischen Konzept genähert. Die wesentlicheAspekte werden dazu erarbeitet, um diese dann in Istanbul auf ihrelebensweltliche Relevanz hin zu betrachten

 

WiSe 13/14-SoSe 15: Migrationim Kulturellen Gedächtnis – Forschendes Lernen in der LehrerInnenbildung

Das Projekt„Migration im kulturellen Gedächtnis" greift das Potenzial von Bildern alsErfahrung von Wirklichkeit auf und bietet Studierenden die Möglichkeit, mitinterkultureller Bildungs- und Sozialforschung vertraut zu werden. Über zweiSemester planen und bearbeiten wir in Teams einzelne Projekte, deren konkretesThema in den Kleingruppen festgelegt wird. Eine begleitende Forschungswerkstattbietet viele Möglichkeiten zum Austausch; weiterhin werden die Teams durchWissenschaftler*innen betreut.

Basierendauf einem kunsthistorischen Ansatz nach Aby Warburg und dessen Rekonstruktiondes visuellen Gedächtnisses als ‚Speicher‘ und Ausdruck kulturellerSehgewohnheiten bietet das Projekt einen thematisch konzentrierten Blick aufden gesellschaftlichen Umgang mit Migration. Dem städtischen Quartier alsRahmenbedingung von Bildungsprozessen wird dabei eine zentrale Rollezugeschrieben. Anfangspunkt der einzelnen Forschungsprojekte stellen einzelneDokumente wie Fotos, Plakate oder auch Bildsammlungen wie z.B. Ausstellungendar. Ausgehend von diesem Material wird den Spuren der Migration gefolgt:fotografische Produktion, Dokumentation und Analyse stellen die dreiHauptkomponenten in diesem Prozess dar. Das Erforschen informellerBildungsprozesse vor Ort bietet einen breiteren Blick auf Schule und Unterrichtund erlaubt, auf diese Weise die Möglichkeit schulische Bildungsprozessestärker an lebensweltliche Erfahrungen heranzurücken.

 

WiSe 13/14: TransnationaleBildungsräume – Exkursion nach Istanbul

Denthematischen Rahmen der Exkursion stellen Bildungsinstitutionen imtransnationalen Raum Türkei-Deutschland dar. Nicht nur auf verschiedenenBildungsebenen wie z.B. der schulischen oder universitären Ebene sollenInstitutionen betrachtet werden. Gespräche mit weiteren Akteuren aus denBereichen der ästhetischen Bildung, der Erwachsenenbildung und der Wissenschaftwerden das Feld erweitern. Wichtig für die Betrachtung von Bildung unterinternationalen sowie transnationalen Bedingungen sind nicht nur Informationenüber Programmziele der jeweiligen Institutionen, ebenso sollen Erfahrungen derbeteiligten Personen mit einfließen. Das Einbeziehen einzelnerBildungsbiografien wird dabei einen wesentlichen Aspekt darstellen.