Nachrichten aus dem Bereich Soziologie und Politik der Rehabilitation, Disability Studies :

Public lecture by Marie Sépulchre, PhD student, Sociology Department, Uppsala University, Sweden


Swedish Disability Rights Activists claim ’Full Participation Now!’ – Constructions of citizenship by disabled people in Sweden

Time: Thursday, 23 November 2017, 12:00 – 13:30

This lecture explores the citizenship of disabled people in Sweden. The first part traces the development of the legal framework outlining the citizenship rights for persons with disabilities in Sweden. The second part examines the blog ‘Full Participation Now’, which was initiated by established disability rights activists in Sweden. The lecture discusses how these Swedish disability rights activists aim to challenge a situation that they define as ‘second-class citizenship’ and aspire to ‘full citizenship’.


Marie Sépulchre is a PhD Candidate at the Sociology Department of Uppsala University, Sweden. From 2013 until 2016 she was a research fellow in the EU Framework 7 funded international research project DISCIT – ‘Making Persons with Disabilities Full Citizens – New Knowledge for an Inclusive and Sustainable Social Model’. Her research interests centre on citizenship, disability, activism and digital media (http://katalog.uu.se/profile/?id=N13-1402). Recent publication: Marie Sépulchre (2016), Research about citizenship and disability: a scoping review, in: Disability and Rehabilitation, http://dx.doi.org/10.3109/09638288.2016.1172674

Room: S 163

Universität zu Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Department Heilpädagogik und Rehabilitation, Frangenheimstr. 4, Gebäudenummer 213 (Heilpädagogik), barrierefrei (Fahrstuhl am Nebeneingang, behindertengerechtes WC im Erdgeschoss), Lagepläne: http://www.uni-koeln.de/bin2/where.pl?parent.geb213

Gefördert durch Mittel des Departments Heilpädagogik und Rehabilitation

"Ziel des Workshops war es, eine doppelte transdisziplinäre Perspektive auf Intersektionalität (so die Veranstalterinnen in ihrer Einführung) zu entwickeln. Einerseits ging es um die Verbindung von sozial- und kulturwissenschaftlichen Zugängen, andererseits sollte der Dialog von Gender Studies und Disability Studies gefördert werden. Intersektionalitätstheorie – in Anlehnung an den von Kimberlé Crenshaw geprägten Begriff intersectionality – fokussiert die ‚Überkreuzung‘ (bzw. ‚Interdependenz‘) der Kategorie gender mit anderen Differenzkategorien wie class und race."

 http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7320

Interdisziplinärer Workshop, Universität zu Köln, 21.-23.6.2017

Die Intersektionalitätstheorie gehört inzwischen zu den Grundannahmen verschiedener Forschungsfelder. Im Zentrum steht die Frage nach der „Überkreuzung“ (oder „Interdependenz“) der Kategorie gender mit anderen Differenzkategorien wie class und race. Im Anschluss an Kimberlé Crenshaws Begriffsprägung (intersectionality) und Debatten in den USA fand im deutschsprachigen Raum vor allem in den Gender Studies und den Sozialwissenschaften eine umfassende Theoriebildung statt (Walgenbach u.a. 2007, Klinger/Knapp 2008, Winker/Degele 2009, Lutz 2010, Smykalla 2013, Walgenbach 2014, Hess/Langreiter/Timm 2014). In den letzten Jahren wurde Intersektionalität zunehmend auch in den Kultur- und Literaturwissenschaften entdeckt (Schul 2014, Klein 2014, Bedekovic/Kraß/Lembke 2014). Inzwischen hat sich in den unterschiedlichen Fachrichtungen und Forschungsfeldern, von der empirischen Sozialforschung bis hin zu den Kultur- und Literaturwissenschaften, eine Vielfalt von Konzeptualisierungen ergeben. Diese gehen ihrerseits auf verschiedene, quer zu den akademischen Disziplinen stehende bzw. transdisziplinäre Forschungsrichtungen wie die Queer Studies, die Critical Race Theory und auch die Disability Studies zurück. Eine gemeinsame Basis dieser Ansätze bildet die Kritik an Essenzialismen und Naturalisierungen sowie an Normalitätskonstruktionen. Hier liegt auch ein Potenzial zur Vermittlung zwischen sozial- und kulturwissenschaftlichen Perspektiven, um die Fragen nach Ursachen sozialer Ungleichheit und Diskriminierung, nach Identitätskonstruktionen und nach symbolischen Repräsentationen von Differenz interdisziplinär betrachten zu können. Schließlich bietet das Paradigma Intersektionalität auch einen theoretischen Ansatz zur kritischen Auseinandersetzung mit Konzepten wie Diversity und Inklusion.

Einen der zentralen Diskussionspunkte bildet die Frage nach der Erweiterung der drei Kernkategorien race, class, gender um weitere Differenzmerkmale wie Alter, sexuelle Orientierung und schließlich auch dis/ability. Damit schließt die Intersektionalitätstheorie an Einsichten der (feministischen) Disability Studies an, die bereits seit längerem die Interrelationalität von gender und disability in den Blick nehmen (Garland Thomson 1997, Smith/Hutchison 2004, Raab 2007, 2012; Jacob/Köbsell/Wollrad 2010b, Waldschmidt 2010, 2012, 2014; Windisch 2014). Entsprechend ermöglicht es eine intersektionale Perspektive, gender und/oder race und dis/ability nicht additiv, als Faktoren ‚doppelter Diskriminierung‘ zu konzipieren, sondern als interdependente Differenzkonstruktionen zu betrachten. Dabei ist bislang umstritten, ob deren Verwobenheit vorzugsweise „spezifische Formen der Diskriminierung hervorbringt“ (Jacob/Köbsell/Wollrad 2010a: 7) oder die Intersektionalitätstheorie es auch erlaubt, Behinderung „als Möglichkeit partieller Teilhabe und Entpflichtung von sozialen Rollen oder auch als Raum unkonventionellen Seins und eigensinniger Erfahrung“ (Waldschmidt 2014: 881) zu fassen.

Seit die Intersektionalitätstheorie für die Disability Studies fruchtbar gemacht wird, stellt sich umgekehrt auch die Frage, welche Relevanz die Kategorie dis/ability in der Intersektionalitätstheorie erhält. Bilden race, class und gender die drei entscheidenden Strukturkategorien gesellschaftlicher Ungleichheit, die je nach spezifischer Situation durch weitere Faktoren wie Behinderung oder wahlweise auch sexuelle Orientierung, Religiosität, Herkunft erweitert werden können (vgl. Klinger 2012)? Oder sollte stattdessen die ‚klassische‘ Trias um eine vierte Strukturkategorie „Körper“ ergänzt werden (Winker/Degele 2009), die dann auch Behinderung umfassen kann? Oder kommt es darauf an, fallweise jeweils relevante Kategorien in ihren Wechselwirkungen zu betrachten, z.B. gender und disability (vgl. Waldschmidt 2010) oder disability und race (vgl. Erevelles/Minear 2010)?

Mit dem Workshop Gender und Disability Intersektional denken, der im Rahmen eines interdisziplinären Lehrforschungsprojekts an der Universität zu Köln im Juni 2017 stattfinden wird, verbinden sich zwei Zielsetzungen: Zum einen sollen Perspektiven des Paradigmas Intersektionalität für die Gender & Disability Studies ausgelotet werden; zum anderen soll ein interdisziplinärer Austausch zwischen sozial- und kulturwissenschaftlichen Gender Studies und Disability Studies über Intersektionalität erzielt werden. Als Teil eines transdisziplinären Lehrforschungsprojekts im Sommersemester 2017 soll der Workshop Expert_innen verschiedener Fachrichtungen mit Studierenden und Doktorand_innen ins Gespräch bringen. Damit soll der Workshop auch Impulse für studentische Projekte oder Dissertationen liefern.

Mit diesem Call for Papers wenden wir uns insbesondere an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Erwünscht sind Vortragsangebote, die sich mit den Leitfragen des Workshops auseinandersetzen. Dies können ebenso Beiträge zur theoretischen Debatte wie zu methodischen Fragen sein. Aufgrund einer Förderung der Universität zu Köln können die Fahrt- und Übernachtungskosten übernommen werden.

Wir bitte um Abstracts (max. 1 Seite) mit kurzen Angaben zur Person bis zum 31.01.2017 an

Veranstalterinnen: PD Dr. Urte Helduser (Institut für Deutsche Sprache und Literatur I, Philosophische Fakultät); Sarah Karim, M.A. (iDiS-Internationale Forschungsstelle Disability Studies); Prof. Dr. Anne Waldschmidt (Soziologie und Politik der Rehabilitation, Disability Studies, Humanwissenschaftliche Fakultät)

PD Dr. Urte Helduser u.helduser@uni-koeln.de

Sarah Karim, M.A. sarah.karim@uni-koeln.de

Prof.in Dr. Anne Waldschmidt anne.waldschmidt@uni-koeln.de

Unter der Überschrift "Forschungszusammenschlüsse als Stärkung der Perspektive 'Behinderung'" ging am 22. November 2016 das Friedrichshainer Kolloquium in Berlin den Chancen und Herausforderungen partizipativer Teilhabeforschung nach. U.a. berichtete Prof. Anne Waldschmidt über das abgeschlossene EU-Forschungsprojekt DISCIT.

Rückblick: http://www.fdst.de/aktuellesundpresse/aktuell/2016/partizipative-teilhabeforschung-im-fokus/

Kontinuitäten, Zäsuren, Brüche? Lebenslagen von Menschen mit Behinderungen in der deutschen Zeitgeschichte
Gabriele Lingelbach (Hg.), Anne Waldschmidt (Hg.).

Welche Ereignisse der deutschen Geschichte nach 1945 können als Momente des Wandels im gesellschaftlichen Umgang mit dem Phänomen »Behinderung« betrachtet werden? War das Kriegsende 1945 tatsächlich eine Zäsur? Oder sollten andere Geschehnisse, etwa der »Contergan-Skandal« in den 1960er Jahren, als Wendepunkte angesehen werden? Im interdisziplinären Dialog fragen die Autorinnen und Autoren danach, welche Phasen der Kontinuitäten und der Brüche sich für die Lebenslagen von Menschen mit Behinderungen in Deutschland identifizieren lassen. So entsteht erstmals ein Überblick über die Geschichte von Menschen mit Behinderungen in beiden deutschen Staaten seit 1945.


Für weitere Informationen sowie Inhaltsverzeichnis und Pressematerialien: http://www.campus.de/buecher-campus-verlag/wissenschaft/geschichte/kontinuitaeten_zaesuren_brueche-10243.html

Genealogie, Theorie und Kritik der Inklusion. Wechselwirkungen von soziologischen, pädagogischen und anderen Diskursen

Großen Anklang bei Studierenden, Promovierenden und externen Gästen fand der Workshop „Genealogie, Theorie und Kritik der Inklusion“, der vom 17. bis 18. Juni 2016 an der Internationalen Forschungsstelle Disability Studies (iDiS) durchgeführt wurde. Thematisch ging es um „Wechselwirkungen von soziologischen, pädagogischen und anderen Diskursen“. Die Allgemeine Soziologie vertraten Rudolf Stichweh (Bonn), Martin Kronauer (Berlin) und Sina Farzin (Hamburg). Zur Soziologie der Behinderung referierte Gudrun Wansing (Kassel); Laura Dobusch (München) brachte Organisationssoziologie und Diversity Studies ein. Aus der Erziehungswissenschaft war Martin Harant (Tübingen) gekommen; die Geschichtswissenschaft wurde von Anne Klein (Köln) vertreten. Als inhaltliche Schwerpunkte ging es um den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die soziale Ungleichheit wie auch die schulische Inklusion behinderter Kinder. Die interdisziplinäre Veranstaltung, die zu regen Diskussionen führte, war ein Kooperationsprojekt von Professor Ulrich Bröckling und Dr. Tobias Peter (Freiburg) sowie Professorin Anne Waldschmidt (Köln) und der Graduiertenschule der Humanwissenschaftlichen Fakultät.

Weitere Informationen:

34 Organisationen und 58 Einzelmitglieder haben am 12. Juni 2015 in Berlin das Aktionsbündnis Teilhabeforschung gegründet. Ziel des bundesweiten Aktionsbündnisses ist, die Forschungsaktivitäten zu den Lebenslagen von Menschen mit Behinderungen zu stärken. Das Bündnis besteht aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Menschen mit Behinderungen und ihren Interessensvertretungen, Fachgesellschaften, Instituten, Fach- und Wohlfahrtsverbänden und weiteren Zusammenschlüssen.

Deutschland hat sich mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention dazu verpflichtet, die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen zu fördern und die Idee einer inklusiven Gesellschaft umzusetzen. Für diese Aufgabe ist eine bessere Datenlage notwendig und mehr Wissen zu den Teilhabemöglichkeiten und -grenzen, zur Barrierefreiheit und zu Diskriminierungserfahrungen von Menschen mit Behinderungen.

Das Aktionsbündnis will zu einer stärkeren Vernetzung und Finanzierung von Teilhabeforschung beitragen. Eine interdisziplinäre Teilhabeforschung soll deutlicher als bisher das Augenmerk auf die Verwirklichung von Selbstbestimmung, Teilhabe und Partizipation von Menschen mit Behinderungen richten und damit zu einer Neuorientierung der Forschungslandschaft führen.

In der Gründungsveranstaltung begrüßte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Gabriele Lösekrug-Möller, die Initiative – gerade auch vor dem Hintergrund der UN-Behindertenrechtskonvention – und sagte ihre Unterstützung zu. Dr. Ilja Seifert machte für den Deutschen Behindertenrat deutlich, wie wichtig es für die Verbesserung der Situation von Menschen mit Behinderung sei, Teilhabeforschung als Querschnittsdisziplin mit verschiedenen fachlichen Perspektiven voranzutreiben.

Die Gründungsversammlung bestimmte eine siebenköpfige Koordinierungsgruppe, die aus folgenden Mitgliedern besteht: Andreas Bethke und Barbara Vieweg vom Deutschen Behindertenrat, Prof. Dr. Anne Waldschmidt von der AG Disability Studies, Dr. Rolf Buschmann-Steinhage von der Deutschen Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften, Dr. Katrin Grüber vom Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft, Dr. Thorsten Hinz von den Fachverbänden für Menschen mit Behinderung und Prof. Dr. Markus Schäfers von der Hochschule Fulda.

[Ein Livestream zur Auftaktveranstaltung steht im Internet unter http://www.webcast-livestream.de/Teilhabeforschung/ bis zum 28.06.2015 zur Verfügung.]

Kontakt für Rückfragen: Dr. Katrin Grüber, grueber@imew.de

Das Forschungsprojekt DISCIT zielt darauf ab, neues Wissen zu gewinnen, das die Mitgliedsstaaten, die assoziierten Länder und die Europäische Union bei der Umsetzung der vollen und effektiven Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft unterstützen soll.

Dieses Kurzdossier liefert Erkenntnisse und Empfehlungen für die Politik, die sich aus empirischen Analysen in neun europäischen Ländern ergeben.

http://idis-eng.uni-koeln.de/wp-content/uploads/POLICY-BRIEF-D10_7_18-December-2014_DE_final_26-05-15.pdf

Am Begleitprogramm der Wanderausstellung zur Geschichte der NS-Euthanasie „erfasst, verfolgt, vernichtet“ der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), sind wir mit folgenden Veranstaltungen beteiligt:

(Dis-)Kontinuitäten? Zwangssterilisationen und Euthanasie an Menschen mit Behinderungen im Nationalsozialismus


Vortragende:

  • Irene Franken
    Kölner Frauengeschichtsverein

  • Dr. Volker van der Locht
    Folkwang Universität Essen/Evang. Fachhochschule Bochum

  • Prof. Dr. Elke Kleinau
    Historische Bildungsforschung mit dem Schwerpunkt Gender History, Universität zu Köln


Moderation: Dr. Anne Klein, Institut für vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften, Universität zu Köln

Plakat/Infotext Herunterladen (PDF, 2.95MB)



Tabuisierung, Skandalisierung, Ästhetisierung? Die nationalsozialistische Rassenhygiene als Sujet in Kunst, Film und Literatur


Vortragende:

  • Prof. Dr. Heidi Helmhold
    Institut für Kunst und Kunsttheorie, Universität zu Köln

  • Sarah Karim (MA)
    Soziologie und Politik der Rehabilitation, Disability Studies, Universität zu Köln

  • Prof. Dr. Anne Waldschmidt
    Internationale Forschungsstelle Disability Studies (iDiS), Universität zu Köln


Plakat/Infotext Herunterladen (PDF, 2.95MB)

Weitere Informationen: discit.uni-koeln.de

Staatenbericht verdeutlicht unzureichende Verwirklichung von Aktiver Bürgerschaft für Menschen mit Behinderungen

Für Menschen mit Behinderungen in Deutschland steht ein bedeutsamer Termin an: Vom 26.-27. März 2015 wird der erste deutsche Staatenbericht über die Implementation der UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK) vom Fachausschuss zur UN-Behindertenrechtskonvention geprüft.

„Nicht nur der Staatenbericht, sondern auch empirische Forschung“, erklärt Professorin Anne Waldschmidt, Universität zu Köln, „weist sehr deutlich darauf hin, dass Deutschland weiter schwerwiegende Probleme hat, Menschen mit Behinderungen ‚Aktive Bürgerschaft‘ zu ermöglichen.“ Waldschmidt leitet die Internationale Forschungsstelle Disability Studies (iDiS) und repräsentiert Deutschland als Partnerin in dem EU-Projekt DISCIT – Making Persons with Disabilities Full Citizens.

Weitere Informationen [PDF]

„Wie wird Behinderung hergestellt? Ein Interview mit der Soziologin Anne Waldschmidt über die Disability Studies.“ Beitrag (7:31 Min.) am 16. Oktober 2014 in der Sendung "Von Barrieren und GrenzgängerInnen - Behinderung und Dritte Welt", Sendereihe: südnordfunk – in Kooperation mit dem iz3w.
[Anhören]

Gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung diskutierten vom 20.-22. März 2014 an der Universität zu Köln über 50 Personen am Beispiel der Lebenslage von Menschen mit Behinderungen in Deutschland Periodisierungsfragen der deutschen Zeitgeschichte nach 1945 aus interdisziplinärer Perspektive. Die Tagung wurde organisiert von Professorin Anne Waldschmidt, Soziologie und Politik der Rehabilitation, Disability Studies, in Kooperation mit Professorin Gabriele Lingelbach, Geschichte der Neuzeit, Historisches Seminar der Universität Kiel. Professor Ralph Jessen, Historiker an der Philosophischen Fakultät der Kölner Universität, informierte über die „chronologische (Un)Ordnung der deutschen Nachkriegsgeschichte“. Außerdem beteiligten sich mit Dr. Sebastian Barsch (Universität Köln), Dr. Elsbeth Bösl (Technische Universität München), Dr. Swantje Köbsell (Universität Bremen), Professorin Vera Moser (Humboldt Universität Berlin) sowie Professor Hans-Walter Schmuhl (Universität Bielefeld) etablierte Forscherinnen und Forscher der Disability History. Zusätzlich stellten sechs Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ihre Forschungsarbeiten vor. Als Moderatorinnen agierten Professorin Cordula Nolte (Universität Bremen) und Dr. Anne Klein (Universität Köln). Die inhaltlich sehr ertragreiche Tagung ermöglichte einen intensiven Austausch über zurzeit laufende Forschungsarbeiten, der die etablierten Grenzen zwischen den unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen überwand. Die Zuhörerinnen und Zuhörer waren aus ganz Deutschland und Frankreich angereist. Neben Wissenschaftlern nahmen Repräsentanten von Stiftungen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Gedenkstätten, Beratungsstellen und Kompetenzzentren wie auch der Behindertenbeauftragte der Stadt Köln an der Tagung teil. Das höchst interessierte Publikum beeindruckte durch Debattierfreude und qualitätsvolle Beiträge.

Ein neues EU finanziertes Forschungsprojekt ist an der Internationalen Forschungsstelle Disability Studies (iDiS) gestartet. Die Forschungsstelle repräsentiert die Universität zu Köln als deutschen Partner von "DISCIT – Making Persons with Disabilities Full Citizens". Der Forschungsverbund soll neues Wissen ermöglichen, um in der Europäischen Union, den EU-Mitgliedstaaten, Beitrittskandidaten und assoziierten Ländern die volle und effektive, gesellschaftliche und ökonomische Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu erreichen.

DISCIT ist ein dreijähriges Projekt, das im Rahmen des 7. EU Forschungsrahmenprogramms finanziert wird. Organisiert von dem norwegischen Sozialforschungsinstitut NOVA, beteiligen sich an DISCIT zwei europäische Nicht-Regierungsorganisationen sowie Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland, Irland, Italien, Norwegen, Serbien, Schweden, der Tschechischen Republik und dem Vereinigten Königreich. Ein wissenschaftlicher Beirat mit namhaften Mitgliedern aus verschiedenen Ländern, ein europäischer Stakeholder Ausschuss und acht nationale Ausschüsse unterstützen DISCIT.

Englischsprachige Informationen über die Aktivitäten des Partnerprojekts an der Universität Köln finden Sie unter: http://discit.uni-koeln.de

Weitere Informationen finden Sie unter discit.eu oder folgen Sie dem Projekt unter facebook.com/DISCITResearch und twitter.com/DISCITResearch.